Stand: 10.09.2018 15:10 Uhr  | Archiv

So setzen Borkenkäfer dem Wald zu

Borkenkäfer des Typs Ips Typographus. © imago/Steffen Schellhorn
Mit ihrem scharfen Gebiss bohren sich die wenige Millimeter kleinen Tiere ins Holz.

Kleiner Käfer, große Wirkung: Bei Waldbesitzern sind Borkenkäfer gefürchtet. Die nur wenige Millimeter langen Tierchen können stattliche Bäume und ganze Bestände junger Bäume absterben lassen. Dazu müssen sie allerdings in Massen auftreten. Warme, trockene Sommer bieten ideale Bedingungen für Borkenkäfer. Dann vermehren sie sich stark und können zur Gefahr für den Wald werden.

Schwaches Holz lockt Borkenkäfer an

Die je nach Art etwa zwei bis fünf Millimeter kleinen Tiere gehören zum Ökosystem des Waldes. Das Nahrungsangebot, Klima und natürliche Feinde wie Spechte regeln den Bestand. Besonders wohl fühlen sich Borkenkäfer in absterbenden Nadelbäumen sowie in Totholz, etwa bei Stürmen abgeknickten Stämmen. In Nutzwäldern, in denen hochwertiges Holz wachsen soll, können sie massive Schäden anrichten. Etwa wenn die Käfer auch leicht geschwächte Bäume angreifen.

Im April beginnt die Saison

Fraßspuren und Larven eines Borkenkäfers in einem Stück Holz. © imago/Steffen Schellhorn
Unter der Rinde sind die Gänge mit den Larven gut geschützt.

Nachdem die Tiere in Stämmen oder in kleinen Holzteilen am Boden überwintert haben, schwärmen sie ab April aus. Der Geruch von geschwächtem Holz lockt sie an. Die Käfer bohren sich durch die Rinde und legen dahinter typische Gänge an. Das feine Bohrmehl rieselt nach außen. Damit unterbrechen sie die Versorgungsleitungen zwischen Baumwurzel und Krone. Die Weibchen legen jeweils bis zu 60 Eier ab, gut geschützt vor Feinden wie Vögeln. Nach etwa zwei Monaten haben sich daraus junge Käfer entwickelt.

Käfer ist nicht gleich Käfer

In Europa sind rund 150 verschiedene Arten von Borkenkäfern bekannt. In unseren Breiten und überwiegend aus Kiefern und Fichten bestehenden Wäldern kommen häufig die Arten Buchdrucker (Ips typographus), Kupferstecher (Pityogenes chalcographus), Gestreifte Naturholzborkenkäfer (Trypodendron lineatum) sowie sechs- und zwölfzähnige Kiefernborkenkäfer vor. Experten erkennen sie auch an den unterschiedlichen Fraßspuren. Sogenannte holzbrütende Käfer bohren sich in das Holz der Bäume, rindenbrütende Arten legen die Gänge unter der Rinde an.

Was hilft gegen Borkenkäfer?

Gesunden Bäumen kann ein mäßiger Befall von Borkenkäfern nichts anhaben. Vermehren sich die Tiere allerdings zu stark, müssen Baumbesitzer rasch handeln. So sollten befallene Bäume und Holz, das sich als Brutstätte eignet, entfernt werden. Haben sich die Eier erst zu Larven oder Puppen entwickelt, kann es genügen, die Rinde abzuschälen, um die Brut zu vernichten. Schließlich gibt es zugelassene Pflanzenschutzmittel, die gegen einzelne Käferarten eingesetzt werden können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.09.2018 | 12:00 Uhr

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