Stand: 14.05.2020 15:36 Uhr

Tomaten einfach durch Stecklinge vermehren

Tomatenstecklinge wachsen in Pflanztöpfen. © NDR Foto: Udo Tanske
Innerhalb weniger Tage bilden die Geiztriebe neue Wurzeln aus.

Wer seine Tomaten zu früh ins Freiland gepflanzt hat, kann nach den Eisheiligen eine böse Überraschung erleben: Durch Nachtfröste nehmen die jungen Pflanzen Schaden und kümmern vor sich hin. Für die Aussaat neuer Tomaten ist es Ende Mai schon zu spät und oft ist die Sorten-Auswahl im Handel begrenzt. Es gibt trotzdem noch eine Möglichkeit, um an neue Pflanzen zu kommen: durch Stecklingsvermehrung. Dafür brauchen Gärtner nur eine gesunde Pflanze - vielleicht aus dem eigenen Gewächshaus, von der Fensterbank oder vom netten Nachbarn - und etwas Pflanzerde.

VIDEO: Gartentipp: Tomaten durch Stecklinge vermehren (3 Min)

Aus Geiztrieben neue Tomatenpflanzen ziehen

Peter Rasch schneidet einen Geiztrieb von einer Tomatenpflanze ab. © NDR Foto: Udo Tanske
An den Blattachsen entwickeln Tomaten sogenannte Geiztriebe, die regelmäßig entfernt werden sollten. Daraus lassen sich einfach neue Pflanzen ziehen.

Die Vermehrung mit Stecklingen ist bei Tomaten ganz besonders einfach. Tomaten produzieren in den Blattachsen sogenannte Geiztriebe, die sowieso mindestens einmal in der Woche entfernt werden sollten, weil sie der Pflanze ansonsten unnötig Kraft rauben. Die ausgebrochenen Geiztriebe müssen nicht besonders groß sein, der Stiel sollte glatt abgeschnitten werden. Auch eventuelle Blüten entfernen. Anschließend am besten zwei bis drei Blätter mit der Gartenschere einkürzen, so verdunstet der Steckling weniger Wasser.

Dann kann er auch schon in den vorbereiteten Pflanztopf: die Erde leicht andrücken, eine Tüte über Pflanze und Topf stülpen und für etwa zehn Tage an ein warmes Fenster stellen. Gelegentlich die Tüte entfernen und natürlich gießen. Wer sichergehen will, dass die Tomate anwächst, steckt die Stecklinge vor dem Pflanzen in Bewurzelungspulver.

Weidenwasser als natürliche Alternative zu Bewurzelungspulver

Peter Rasch schneidet Weidenzweige. © NDR Foto: Udo Tanske
Weiden enthalten ein Hormon, das das Wurzelwachstum fördert. Mit ein paar Zweigen lässt sich ein Kaltauszug herstellen.

Eine natürliche Alternative zu Bewurzelungspulver ist ein Kaltwasserauszug aus Weidenzweigen. Darin enthalten ist das Hormon Indol-3-Buttersäure, es steigert das Wurzelwachstum deutlich. Um es auszulösen, schneidet Gärtner Peter Rasch einige Zweige klein. Außerdem trennt er die Rinde vom Holz, damit sich die Inhaltsstoffe besser lösen. Für das Weidenwasser gießt er zwei bis drei Kilo Holz und Rinde mit zwei Litern Regenwasser auf.

Peter Rasch gießt Tomatenpflanzen an. © NDR Foto: Udo Tanske
Überschüssiges Weidenwasser nutzt Gärtner Peter Rasch zum Gießen.

Nach einem Tag ist das natürliche Bewurzelungsmittel fertig. Dann kann man die Stecklinge in ein Glas mit dem Kaltauszug stellen. Den Rest des Weidenwassers nutzt Gärtner Rasch, um die Tomaten damit zu gießen. Das fördert nämlich das Wurzelwachstum auch weiterhin.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 14.05.2020 | 19:30 Uhr

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