Stand: 11.09.2019 08:28 Uhr

Einfach natürlich: Kräuter haltbar machen

Verschiedene Kräuter hängen zum Trocknen an Fäden © imago images / Westend61
Ob trocknen oder einfrieren: Frische Kräuter aus dem Garten lassen sich einfach konservieren.

Wenn der Herbst Einzug hält, bereiten sich die Pflanzen im Garten so langsam auf die kalte Jahreszeit vor. Möchte man noch etwas von den einjährigen Kräutern haben, bevor sie welken, sollten Petersilie, Pfefferminze & Co. abgeerntet werden. Es empfiehlt sich, die Kräuter in den Morgenstunden zu ernten, wenn der Morgentau abgetrocknet ist. Vor dem Mittag enthalten die Pflanzen mehr ätherische Öle.

Kräuter trocknen, einfrieren und zu Kräuterbutter verarbeiten

Nur selten bietet sich die Gelegenheit, große Mengen an Kräutern direkt zu verarbeiten. Aber die würzigen Pflänzchen lassen sich glücklicherweise einfach und natürlich konservieren - indem man sie trocknet, einfriert oder zu Butter und Kräuteröl weiterverarbeitet.

  • Kräuter trocknen: Die Kräuter möglichst luftig binden, damit sie nicht schimmeln oder faulen. Etwa fünf bis zehn Triebe pro Bündel sind empfehlenswert. Die fertigen Sträußchen für etwa zwei Wochen an einem möglichst dunklen, trockenen und gut belüfteten Ort aufhängen. Anschließend in Gläsern oder Dosen aufbewahren. Tipp: Größblättrige Kräuter wie Salbei, Melisse, Pfefferminze oder Zitronenverbene trocknen besser durch, wenn sie zum Beispiel auf einem Gitter lose liegen.

  • Kräuter einfrieren: Die frisch geernteten Kräuter waschen, gut abtrocknen und hacken. Gut verpackt halten sie sich so mehrere Monate im Tiefkühlfach.

  • Kräuter in Eiswürfeln konservieren: Empfindliche Kräuter wie Basilikum werden nach dem Auftauen schnell matschig. Die Lösung: das Einfrieren in Eiswürfeln. Die klein gehackten Kräuter in eine Form oder in das Innenteil einer Pralinenschachtel geben, mit Wasser aufgießen und einfrieren.

  • Kräuterbutter herstellen: Die Kräuter und mit einem Stück weicher Butter gut vermengen. Anschließend auf ein Butterbrot- oder Backpapier geben und stramm einrollen und dann einfrieren.

Kräuter: einjährig, zweijährig oder mehrjährig?

Kräuter hängen zum Trocknen an einem Holzrahmen. © NDR Foto: Claudia Timmann
Kräuter kann man prima trocknen. Dazu sollte man sie aufhängen, etwa an einem Holzrahmen. Das sieht auch dekorativ aus.

Wie die meisten Pflanzen lassen sich Kräuter in ein-, zwei- und mehrjährige Arten unterscheiden. "Echte" einjährige Pflanzen gibt es in der Natur nur sehr wenige. Sie überleben nur eine Vegetationsperiode, pflanzen sich fort und sterben dann ab. Häufig werden fälschlicherweise solche Kräuter als einjährig bezeichnet, die unseren Winter nicht überstehen, weil sie aus anderen klimatischen Zonen stammen. Dazu zählen beispielsweise Basilikum, Majoran und Kapuzinerkresse.

Basilikum-Pflanzen in Töpfen ©  picture-alliance/dpa Themendienst Foto: Franziska Koark
Basilikum wird oft als einjährige Pflanze bezeichnet - unter geeigneten klimatischen Bedingungen lebt es aber länger.

Zudem sind manche Sorten so gezüchtet, dass sie nicht länger als einen Sommer überleben. Die frostempfindlichen Pflanzen durch den Winter zu bringen, ist nicht einfach, aber einen Versuch wert. Diese Kräuter können bei Temperaturen unter zehn Grad ins Haus geholt werden und sollten so hell wie möglich bei Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius stehen. Wichtig: Die Pflanzen benötigen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit. Zu den zweijährigen Kräutern zählen beispielsweise Fenchel, Kümmel und Petersilie. Am richtigen Standort gepflanzt, überstehen sie zwei Gartensaisons.

Kräuter zurückschneiden oder komplett ernten?

Die große Auswahl mehrjähriger Kräuter lässt sich in Stauden und verholzende Kräuter unterscheiden. Stauden wie Minze, Zitronenmelisse und Oregano ziehen sich im Winter komplett in die Erde zurück. Sie können im Herbst komplett abgeerntet und dann konserviert werden. Verholzende Kräuter wie Thymian, Rosmarin und Lavendel sollten nicht radikal abgeschnitten und geerntet werden: Sie benötigen ihre Triebe als Winterschutz und können im Frühjahr zurückgeschnitten werden.

Weitere Informationen
Von Schnee bedeckte Petersilie im Beet © imago/Martin Bäuml Fotodesign

Kräuter richtig überwintern

Manche Kräuter können mit ein wenig Winterschutz draußen überwintern, andere vertragen keinen Frost und müssen ins Haus. mehr

Ein Schild steckt in einem Pflanztopf mit der Aufschrift "Oregano" © Colourbox

Küchenkräuter im Topf: So halten sie länger

Basilikum, Petersilie oder Schnittlauch: Küchenkräuter im Topf aus dem Supermarkt verkümmern häufig schnell. Mit ein paar simplen Tricks bleiben die Pflanzen länger frisch. mehr

Rosmarinstecklinge und Salbeistecklinge © picture alliance / Arco Images GmbH Foto: Diez, O.

Kräuter durch Stecklinge vermehren

Ende September ist die ideale Zeit, um Kräuter wie Salbei, Rosmarin oder Thymian durch Stecklinge zu vermehren. Wichtig ist, möglichst frische Triebe zu verwenden. mehr

Drei Töpfe mit Kräutern. © Colourbox

Kräuter auf der Fensterbank und im Beet ziehen

Kräutertöpfe sind teuer und halten oft nicht lange. Wer Lust auf frische Kräuter hat, kann sie einfach selbst ziehen. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 10.09.2019 | 16:20 Uhr

Blühendes Olivenkraut in einem Garten. © picture-alliance / dpa Foto: Beate Schleep

Olivenkraut und Co: Ideen für den Kräutergarten

Gartenkräuter wie Olivenkraut, Salbei-Marzipan oder Buschbasilikum verleihen vielen Gerichten ein besonderes Aroma. mehr

Eine Kräuterspirale mit diversen Kräutern. © Colourbox Foto: alho007

Eine Kräuterspirale bauen und bepflanzen

Eine Kräuterspirale bietet Pflanzen mit unterschiedlichen Ansprüchen in verschiedenen Zonen optimale Bedingungen. mehr

Zitronenmelisse in Nahaufnahme. © NDR Foto: Steffen Neitz

Zutaten-Lexikon: Kräuter

Wissenswertes von Bärlauch über Kapuzinerkresse bis Zitronenmelisse. Ausführliche Kräuterporträts und Rezepte beliebter Kräuter im Zutaten-Lexikon. mehr

Frischer Kräuter © Fotolia.com Foto: emuck

Diese Kräuter dürfen in der Küche nicht fehlen

Basilikum, Petersilie, Rosmarin: Kräuter sind in der Küche unverzichtbar. Ausgewählte Küchenkräuter und ihre Verwendung. mehr

Mehr Gartentipps

Verblühte Samenstände einer Pfingstrose © NDR

Verblühte Pfingstrosen im Sommer schneiden und düngen

Nach der Blüte sollten Gärtner Verwelktes abschneiden. Dann steckt die Pflanze ihre Energie in die Wurzelbildung. mehr

Ein Iris-Blütenmeer © pavlobaliukh / fotolia Foto: pavlobaliukh

Gartentipps für Juni

Im Juni ist es Zeit für den Rückschnitt von Hecken und Rosen. Manchen Pflanzen droht ein Befall mit Pilzkrankheiten. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr