Stand: 29.06.2017 08:52 Uhr

Unkraut mit einer Schuffel bekämpfen

von Helge Masch
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Die Schuffel wird durch die Erde geschoben, dabei werden die Wurzeln von Unkraut durchtrennt.

Das perfekte Gartenwerkzeug zur Unkrautbekämpfung an sonnigen und trockenen Tagen ist der Schuffel, auch bekannt als Stieger. In vielen Haushalten ist das Gerät schon vorhanden. Es besteht aus einer kleinen, zu den Kanten angeschliffenen Metallplatte, versehen mit einem ausreichend langen Stiel. Viel zu oft steht die Schuffel im Geräteschuppen - dabei ist sie ein sehr nützliches Gartengerät.

Statt jäten besser "stiegern"

Die Metallplatte des Stiegers wird dicht unter der trockenen Erdoberfläche hin und her bewegt. Auf diese Weise werden die Wurzeln des Unkrauts durchtrennt, oberirdische Pflanzenteile vertrocknen anschließend in der Sonne. Diese Methode funktioniert allerdings nicht bei Unkraut, das sehr dicht an Sonnenblumen, Stauden, Gehölzen oder Gemüse wächst, es muss mit der Hand entfernt werden. Etwas Übung mit dem Stieger ist nötig - dann aber ist der Aufwand gar nicht so groß: In einem 300 bis 500 Quadratmeter großen Garten dürfte das Unkraut nach 30 bis 45 Minuten entfernt sein.

Vorteile des Stiegers:

  • Das Unkraut vertrocknet im Beet.
  • Es wird keine Erde aus dem Beet getragen.
  • Der Komposthaufen wird nicht mit der Saat der Unkräuter "verunreinigt".
  • Der lange Stiel der Schuffel ermöglicht eine aufrechte und rückenschonende Haltung.
  • Die kleinen Hohlräume im Gartenboden, die Wasser an die Oberfläche abgeben, werden durch den Stieger ein bis zwei Zentimeter unter der Bodenoberfläche zerstört. Vorteil: Das Wasser verdunstet nicht mehr, sondern steht den Pflanzenwurzeln zur Verfügung

Fleißarbeit in regenreichen Sommern

In Sommern mit eng aufeinanderfolgenden Regenschauern trocknet der Oberboden nicht genügend ab und Unkraut wächst leichter wieder nach. Dann hilft es, den Stieger öfter einzusetzen - also statt wöchentlich beispielsweise alle fünf Tage. Trotzdem fällt bei feuchtem Boden insgesamt der Erfolg geringer aus als bei optimaler Wetterlage.

Keine Chance gegen Wurzel-Unkraut

Gegen Pflanzen, die aus den verbleibenden Wurzeln im Boden wieder austreiben - sogenannte Wurzelunkräuter - ist der Stieger machtlos. In Gehölzbepflanzungen ist ein regelmäßiger Einsatz des Geräts sinnvoller, da die Unkräter geschwächt werden. Aber auch dann zählt: Ohne langen Atem geht's nicht.

Wieso überhaupt Unkraut entfernen?

Nicht nur ästhetische Gründe sprechen dafür, Unkraut zu entfernen. Denn Pflanzen, die ungewollt im Beet stehen, können andere Pflanzen in Bedrängnis bringen: Sie kämpfen mit ihnen um Platz, Licht und Nährstoffe. Für Wildkräuter, wie Brennnessel, Vogelmiere oder Franzosenkraut, herrschen in einem Beet mit offenem Boden paradiesische Bedingungen zum Keimen. Und das nutzen sie auch gern aus.

Auch Mulchen hilft gegen Unkraut

Gegen Unkraut sollte außerdem Rindenmulch oder Holzhäcksel auf den Beeten eingesetzt werden. Diese Mulchschicht trocknet an der Oberfläche schnell ab. Unkrautsaat kann deshalb schlechter keimen. Die grobe Struktur lässt die Bildung von Hohlräumen nicht zu. Gemulchte Beete müssen aus diesem Grund nicht so häufig gegossen werden. Unkräuter wie Löwenzahn, die sich trotzdem den Weg durch den Rindenmulch bahnen, lassen sich leicht ausstechen oder mit dem Stieger von der Wurzel trennen. Eine gemulchte Fläche zu stiegern funktioniert jedoch nicht mehr.

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Dieses Thema im Programm:

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