Stand: 12.05.2020 16:46 Uhr  - NDR//Aktuell

Stunde der Gartenvögel: Blaumeisen in Not

Eine Blaumeise tarnt sich hinter einer Pflanze © Peter Kuhr Foto: Peter Kuhr
Ein Virus hat die Zahl der Blaumeisen reduziert.

Die Vogelfreunde vom Naturschutzbund (NABU) hatten es befürchtet: Blaumeisen sind die großen Verlierer der "Stunde der Gartenvögel 2020". Bundesweit wurden nach einer Zwischenbilanz 24 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet - nur noch 1,66 statt 2,16 Tiere im vergangenen Jahr. Als Ursache sehen die Experten das Bakterium Suttonella ornithocola an. Es verursache bei Meisenarten Lungenentzündungen. Seit Ende April gehe die Zahl der infizierten Blaumeisen aber deutlich zurück. Mit geschätzten 7,9 Millionen Exemplaren gehört die Blaumeise jedoch immer noch zu den häufigsten Vogelarten in Deutschland.

Viele Spatzen und fast überall Amseln

Ein Haussperling sitzt auf einem blühenden Zweig. © NABU Foto: Marcel van Kammen
Haussperlinge sind die häufigsten Vögel in deutschen Gärten.

Mit rund 148.000 Menschen haben sich am Muttertags-Wochenende so viele Naturliebhaber an der Zählaktion des NABU beteiligt wie nie zuvor und fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Im Schnitt entdeckten sie knapp 31 Tiere aus elf verschiedenen Vogelarten. Ganz vorn lag wie bei den meisten Zählungen seit 2005 der Haussperling oder Spatz mit etwa fünf Vögeln pro Garten. Am weitesten verbreitet sind dagegen Amseln. Sie wurden in 94 Prozent aller Gärten gesehen - im Schnitt knapp drei Exemplare gleichzeitig. Das entsprach etwa dem Ergebnis von 2019.

Gewinner und Verlierer

Zulegen konnten vor allem Ringeltauben und Türkentauben, aber auch Eichelhäher und Buntspechte. Damit setzte sich ein Trend der vergangenen Jahre fort. Schlechter steht es um Stare, Grünfinken und Zaunkönige. Ihre Bestände nehmen immer weiter ab. Die aktuellen Ergebnisse zeigen auch, dass von sieben der zehn häufigsten Vogelarten in diesem Jahr weniger Tiere gesichtet wurden.

Die häufigsten Gartenvögel 2020 bundesweit

1. Haussperling/Spatz (-8 %)
2. Amsel (-1 %)
3. Kohlmeise (-14 %)
4. Star (-20 %)
5. Feldsperling (-19 %)
6. Blaumeise (-24 %)
7. Elster (-6 %)
8. Ringeltaube (+13 %)
9. Mauersegler (+53 %)
10. Mehlschwalbe (+11 %)
11. Grünfink (-20 %)
12. Rotkehlchen (-14 %)
(in Klammern: Veränderung zum Vorjahr)
Stand: 12.5.20, 16.30 Uhr

Trends aufspüren und Vögel besser schützen

Mit der "Stunde der Gartenvögel" und der Schwesteraktion "Stunde der Wintervögel" will der NABU herausfinden, welche Vogelarten in Städten und Dörfern am häufigsten vorkommen. Aus den Ergebnissen leiten die Experten Trends zur Entwicklung der verschiedenen Populationen ab. Bei Bedarf sollen die Tiere besser geschützt werden, etwa mit der Schaffung geeigneter Lebensräume. Dank der Aktion, die seit 15 Jahren stattfindet, liegen dem NABU inzwischen umfangreiche Daten über den Vogelbestand in Deutschland vor.

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NDR//Aktuell | 07.05.2020 | 14:00 Uhr

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