Stand: 26.05.2014 14:28 Uhr  | Archiv

Nach alter Tradition: Der Bauerngarten

von Verena Künstner
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John Langley ist begeistert von der Gartenidylle von Heidi und Michael Chalupka.

Vor neunzehn Jahren haben sich Heidi und Michael Chalupka ihr Traumhaus gekauft: einen baufälligen, kleinen Bauernhof mit einem großen, verwilderten Garten. Das hört sich noch nicht traumhaft an, doch was das Ehepaar in den vergangenen Jahren daraus gemacht hat, ist es umso mehr. In jedem noch so kleinen Detail stecken Liebe und Kreativität. Dabei lassen Heidi und Michael nie die Tradition außer Acht.

Das unter Denkmalschutz stehende, reetgedeckte Fachwerkhaus wurde mit Baustoffen wie Kalkputz und Mineralfarben saniert. Während die Chalupkas die Wohnräume zwar stilgerecht, aber der heutigen Zeit entsprechend eingerichtet haben, sieht die Diele aus wie anno dazumal: Michael öffnet sein selbst erbautes Museum auch für Fremde. Seinen Gästen erzählt er gerne aus der Zeit des Landlebens im 18. Jahrhundert. Der ehemalige Architekt hat allerlei Gerätschaften aus der Vergangenheit zusammengetragen, die diese Zeitreise anschaulich dokumentieren.

Gärtnern aus Leidenschaft

Heidis Wirkungsstätte dagegen ist der Garten. Aus einer mit Disteln und Brennnesseln verwucherten Weide hat sie nach und nach einen idyllischen Bauerngarten geschaffen. Während Michael anfangs nur als "Hilfsgärtner" das Unkraut zupfen durfte, hat sich das Ehepaar mittlerweile die Arbeit im Grün gut aufgeteilt. Wobei Heidi und Michael die Gartenarbeit nicht als Schufterei empfinden. Und das strahlt der Garten auch aus: Liebevoll gestaltete Sitzecken laden zum Ausruhen ein, das Kräuterbeet weckt die Lust auf Essen unter freiem Himmel, während Akelei, Rittersporn, Phlox, Mohn und Margeriten ihre Blüten der Sonne entgegenrecken.

Vertrauen in die Kraft der Pflanzen

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In Chalupkas Garten gibt es ein großes Blumensortiment für selbst gepflückte Sträuße.

Ab Mitte Juni ergänzen und krönen historische Rosen das Gartenbild. Die in Buchsbaum eingefassten Beete bringen Struktur in den Garten und schützen zudem vor Wind und damit vor Austrocknung. Trockenschäden am "Buxus sempervivum" lassen Heidi nicht verzweifeln: Sie spart sich in diesem Sommer einfach den Schnitt an dem Immergrün und hofft auf die natürliche Regeneration der Pflanze. 

Ernte für den Eigenbedarf

Der 3.000 Quadratmeter große Garten bietet nicht nur Genuss fürs Auge, sondern auch für den Magen: In einem traditionell mit Weidezaun eingerahmten Gemüsebeet wachsen verschiedene Kohlsorten, Radieschen, Schnittlauch, Mangold und Salate für den Eigenbedarf. Hungrige Vögel werden von Michaels selbst gebauter Vogelscheuche vertrieben: Wie an einem Mobile aufgehängt sorgen Kartoffeln, die mit Federn bestückt sind, für so viel Bewegung, dass Eindringlinge aus der Luft fernbleiben.

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Hungrige Vögel werden von Michaels selbst gebauter Vogelscheuche ferngehalten.

Die Federn hat Michael von den eigenen Hühnern - die gibt es nämlich neben drei Pommerschen Wollschafen und Tausenden von Honigbienen auch noch im Bauerngarten der Chalupkas. Die kurzbeinigen japanischen Zwerghühner der Rasse Chabo liefern schmackhafte Eier und dürfen im Herbst auch durch den ganzen Garten spazieren, um auf Schneckenjagd zu gehen. Es ist die Ruhe, es sind die vielen schönen Ecken, es sind die alten Obstbäume, in deren Schatten man sich an einem lauen Sommerabend hinwünscht - all das teilen Chalupkas gerne mit Gästen. Immer wenn das Tor zur Diele offen steht, sind an Museum oder Garten Interessierte willkommen.

Museum und Bauerngarten

Heidi und Michael Chalupka
Hestoft 24
24897 Ulsnis
Tel. (04622) 18 00 10

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 27.05.2014 | 16:10 Uhr

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