Stand: 03.01.2019 12:42 Uhr

Wer ist zu Gast am Vogelhäuschen?

Auf kahlen Bäumen und Sträuchern und an Futterhäuschen lassen sich Vögel im Winter besonders gut beobachten und bestimmen. Beste Voraussetzungen, um bei der "Stunde der Wintervögel" mitzumachen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) ruft vom 4. bis 6. Januar dazu auf, Vögel zu zählen. Eine Stunde lang sollen Naturfreunde im Park, auf dem Balkon oder im Garten nach Tieren Ausschau halten und ihre Beobachtungen notieren.

Im Winter heimische Vögel bestimmen

Vögel nicht doppelt zählen

So können Sie Beobachtungen melden

Online: auf seiner Website bietet der NABU ein Meldeformular
Per Post: Meldebögen zum Ausdrucken können bis 15. Januar 2019 geschickt werden an: NABU, Stunde der Wintervögel, 10469 Berlin

Wie wird gezählt? Ausschlaggebend ist jeweils die höchste Anzahl einer Art, die man innerhalb einer Stunde gleichzeitig sieht. Vögel dürfen nicht doppelt gezählt werden. Beispiel: Fliegt etwa in einer Stunde fünfmal eine Meise ins Blickfeld, zählt sie nur als ein Vogel. Sind fünf Meisen gleichzeitig zu sehen, wird eine Fünf notiert. Diese Zahlen können die Teilnehmer online oder per Post an den NABU schicken. Eine Zählhilfe zeigt die 15 verbreitetsten Vögel und zeigt Beispiele für eine korrekte Zählung. Außerdem bietet der NABU erstmals einen Online-Vogeltrainer an, der hilft, die 15 häufigsten Arten zu erkennen.

Welche Arten brauchen mehr Schutz?

Anhand der gemeldeten Daten will sich der NABU einen Überblick über die Bestände und deren Vorkommen verschaffen. Welche Art kommt wo wie häufig vor? Wo haben Bestände zugenommen, wo ist eine Art seltener geworden? Diese Informationen helfen, um die Tiere künftig besser zu schützen. Aktuell sorgen sich die Naturschützer besonders um die Amsel. Das Usutu-Virus könnte große Auswirkungen auf die Population haben. "2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf und hat vor allem in Norddeutschland zu einem regelrechten Massensterben geführt", erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Ein milder Winter könnte jedoch auch dafür sorgen, dass viele Amseln im Land bleiben und nicht wegziehen.

Auch beim Grünfink ist der Rückgang stark. "Die Art hat bei der Wintervogelzählung über die Jahre am stärksten abgenommen", sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. "2018 konnten nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird."

Der Spatz führt seit Jahren die Rangliste an

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Spatzen kommen bundesweit am häufigsten vor, in Hamburg gibt es allerdings mehr Kohlmeisen und Amseln.

Im vergangenen Jahr haben sich mehr als 136.00 Naturfreunde an der "Stunde der Wintervögel" beteiligt und gut 3,5 Millionen Vögel gezählt. Mit mehr als 500.000 Tieren hatte der Haussperling, der auch Spatz genannt wird, bundesweit den Schnabel vorn. Auf Platz zwei folgten Kohlmeisen, gefolgt von Blaumeisen, Feldsperlingen und Amseln. Damit belegt der Spatz seit der Einführung der Aktion im Jahr 2011 zum siebten Mal den Spitzenplatz. Nur im kalten Winter 2013 landete die Kohlmeise ganz vorn. Ergänzend zur "Stunde der Wintervögel" führt der NABU jährlich im Mai die "Stunde der Gartenvögel" durch.

Trauriger Abwärtstrend

Die Bilanz des NABU nach acht Jahren Vogelzählung fällt ernüchternd aus. Bei vielen Vogelarten verzeichnen die Naturschützer einen Abwärtstrend. Seit Beginn der Wintervogelzählungen im Jahr 2011 seien die Gesamtzahlen um 2,5 Prozent pro Jahr zurückgegangen. "Der Rückgang häufiger Arten ist in vielen europäischen Ländern ein ernstes Problem und zeigt sich offensichtlich auch bei den Wintergästen in unseren Gärten", so Leif Miller.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Niedersachsen 18.00 | 09.01.2019 |18:00 Uhr

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