Kleines Gemüsebeet für Kinder im Garten anlegen

Stand: 18.03.2021 12:57 Uhr

Für Kinder ist es ein besonderes Erlebnis: ein eigenes Gemüsebeet im Garten zu haben. Wie sieht eine gute Gestaltung aus? Worauf ist zu achten?

Radieschen, Kürbisse, Karotten und Zucchini aus dem eigenen Gemüsebeet - für Kinder ist das etwas Besonderes. Vom Samenkorn bis zur pflückreifen Frucht erleben sie mit, wie ihr eigenes Gemüse wächst und gedeiht - und zur Krönung dürfen sie es ernten. Sollen auch ein paar bunte Blumen ins Beet, müssen die Blüten essbar sein, wie bei Gänseblümchen oder Ringelblumen. Dann gibt es beim Naschen keine Probleme.

Bepflanzung im Beet jedes Jahr ändern

Will man Gemüse über mehrere Jahre anbauen, macht es Sinn, mehrere kleine Beete anzulegen. Für den Anfang reicht eine Fläche von 1 x 1 Meter aus. Pro Beet pflanzt man am besten Gemüsesorten, die gut miteinander harmonieren und sich gegenseitig stärken. Die verschiedenen Beete ermöglichen es zudem, die Bepflanzung jährlich zu wechseln. Denn damit Gemüsepflanzen gut gedeihen, ist es wichtig, dass Pflanzen einer Familie nicht immer an derselben Stelle stehen. Eine Vierfelderwirtschaft im Kleinen.

Den Boden vorbereiten

Im Rasen einer Familie ist ein Bereich mit vier Gemüse-Beeten für die Kinder entstanden. © NDR/nonfictionplanet
Vier kleine Beete mit Wegen dazwischen: ein Kinder-Gemüsegarten-Paradies.

Der Gartenbereich für die neuen Beete sollte in der Sonne liegen. Als Vorbereitung eventuell vorhandenen Rasen entfernen. Anschließend den Boden umgraben, um ihn zu lockern, denn ein verdichteter Boden kann eine regelrechte Sperrschicht bilden und das Gemüse im Wachstum hemmen. Wühlmausschutzgitter unter den Beeten schützen vor den unerwünschten Nagern.

Wer im Herbst ein Gemüsebeet im Rasen für das kommende Frühjahr plant, kann dieses einfach mit Pappe anlegen: Auf der gewünschten Fläche unbehandelte Pappe auslegen, diese befeuchten und mit einer Kompost-/Mulchschicht bedecken und mit Steinen beschweren.

Hochbeet-Rahmen für die vier Beete

Garten-Doc Lisa Willers setzt einen  Hochbeet-Rahmen auf die vorbereitete Fläche. © NDR/nonfictionplanet
Wühlmausgitter schützen das Gemüse vor den hungrigen Tieren.

Die Pflanzbereiche bekommen einen Holzrahmen und werden so zu kleinen Hochbeeten. Die Hochbeet-Rahmen vorher am besten mit Folie auskleiden, dann halten sie länger. Solche Rahmen gibt es als "Holzsystem" aus Lärche, Tanne oder Kiefer in Gartencentern zu kaufen. Sie haben in der Regel eine Größe von 1,50 x 1 x 0,80 Meter. Zwischen den vier Beeten Wege anlegen, damit auch Kinder alle Bereiche der Beete leicht erreichen können. Die Wege mit Rindenmulch bedecken, so bleiben sie in der ersten Zeit unkrautfrei. Aus Mulch lassen sich kleine Sprösslinge zudem leichter entfernen als etwa aus Lehmboden.

Erde und Pflanzen für die Beete

Ein Mädchen, eine jüngere Frau und ein älterer Mann hocken vor einem Beet und gießen eine junge Pflanze. © colourbox Foto: -
In die Beete kommt nur das Lieblingsgemüse der Kinder, etwa Erdbeeren oder wie Zucchini.

Gefüllt werden die kleinen Hochbeete möglichst mit torffreier Pflanzerde, das schützt die wertvollen Moore. Bei höheren Beeten kann im unteren Bereich grobes Füllmaterial verwendet werden – ähnlich wie in einem "normalen" Hochbeet: Das spart teure Pflanzerde. In die Beete kann je nach Jahreszeit direkt gesät oder es können kleine Gemüsepflanzen gesetzt werden. Für Kinder eignen sich einfach zu ziehende Gemüsesorten wie zum Beispiel Radieschen, Möhren, Zuckerschoten, Kohlrabi, Zucchini, Mangold, Gurken oder Kürbisse.

Tomaten und Erdbeeren nicht vergessen

Eine ideale Tomate wäre die Sorte "Rote Murmel". Sie hat nicht nur einen kindergerechten Namen, sondern später im Jahr auch ganz viele, kleine Früchte, die lecker schmecken. Und auch ein paar Erdbeerpflanzen sollten nicht fehlen, vielleicht die Sorte "Toscana" mit wunderschönen dunkelrosa Blüten und vielen Früchten.

Tipps gegen Schnecken

Gegen Schnecken im Hochbeet hilft am schnellsten und verlässlichsten Kupferdraht. Außen um den Kasten eine Schnur Kupferdraht legen: Schnecken mögen nicht darüber hinweg kriechen. Auch das Anpflanzen von Mischkulturen kann Schnecken abschrecken: etwa Petersilie neben Erdbeeren.

Indianerzelt aus Bohnen

Ein schönes Projekt mit Kindern ist ein Indianerzelt, ein Tipi, aus schnell wachsenden Pflanzen. Benötigt werden dafür sechs bis acht Stäbe oder abgeschnittene Äste, die zwei bis drei Meter lang sein sollten. Die Stäbe werden im Kreis in den Boden gesteckt und oben zusammengebunden. Um jeden Stab können Stangen- oder Feuerbohnen in die Erde gelegt werden. Die Bohnen ranken an den Stäben empor, begrünen sie und machen das Tipi ziemlich schnell blickdicht. Neben dem Spaß für die Kinder steht später auch noch eine üppige Bohnenernte an.

Ein kleines Mädchen steht vor einem Hochbeet und streut dort Samen aus. © colourbox Foto: Alinsa
AUDIO: Kinderbeet anlegen: Tipps zur Gestaltung und Bepflanzung (42 Min)
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 20.03.2021 | 10:15 Uhr

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