Stand: 27.07.2015 21:26 Uhr  | Archiv

Grün auch ohne Torf

Gartenerde mit Torf ist relativ billig und kann lange Wasser speichern. Auch deswegen greifen 25 Prozent der deutschen Hobbygärtner auf Gartenerde mit Torf zurück. Dabei geht ihr Gartenglück auf Kosten der Moore. Sie werden schon lange für mehr Ackerfläche trockengelegt und um Torf abzubauen. Dadurch gibt es immer weniger Moore. Auch wenn die Flächen wieder bewässert werden, würde es Tausende von Jahren dauern, bis sie diesen Urzustand wieder erreichen.

Moore sind zudem wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Durch den Torfabbau sind seltene Arten vorm Aussterben bedroht. Auch fürs Klima ist der Verlust der Moore problematisch: Sie speichern große Mengen CO2 - mehr als Wälder. Durch die Trockenlegung wird dieses klimaschädliche Kohlendioxid freigesetzt.

Kann auf Torf verzichtet werden?

Es gibt torffreie Gartenerde. Eine günstige Alternative für Hobbygärtner ist zudem Kompost. Zusätzlicher Dünger ist nicht nötig, da in ihm schon viele Nährstoffe stecken. Kompost kann man entweder selbst im Garten machen oder ihn beispielsweise auf Recyclinghöfen kaufen.

Weitere Alternativen zu torfhaltiger Blumenerde sind:

  • Rindenhumus (zerkleinerte, kompostierte Rinde): Verbessert die Böden.

  • Holzfasern in Gartenerde: Da Holzfasern wenig Nährstoffe haben, muss noch gedüngt werden.

  • Kokosfasersubstrat: Speichert gut Wasser.

Zurzeit wird an weiteren Alternativen geforscht. Unbedenkliches Torfmoos könnte das Pflanzensubstrat der Zukunft sein. Erste Versuche ergaben, dass sich frisches Moos bestens eignet.

Dieses Thema im Programm:

plietsch. | 27.07.2015 | 15:00 Uhr

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