Stand: 08.03.2018 12:13 Uhr

Göttingens grüne Oasen

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Der Alte Botanische Garten zeigt mehr als 14.000 Pflanzen aus aller Welt.

Mit drei botanischen Gärten ist Göttingen ein lohnendes Ausflugsziel für Pflanzenfreunde. Die Anlagen - der Alte und der Neue Botanische Garten sowie der Forstbotanische Garten - gehören zur Georg-August-Universität, sind aber auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Insgesamt stehen auf den Geländen mehrere Zehntausend unterschiedliche Pflanzen.

Riesige Pflanzenvielfalt im Alten Botanischen Garten

Den Alten Botanischen Garten gibt es solange wie die Universität Göttingen: seit 1736. Damals wurde er als "hortus medicus" angelegt - als Medizingarten. Schon wenige Jahre später gehörte er zu den zehn bedeutendsten Gärten mit Sammlungen von Heil-, Gewürz- und Nutzpflanzen in Europa. Ein Katalog von 1743 umfasste bereits 1.500 Arten.

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Der Botanische Garten mit seinen kleinen Wegen ist die wohl schönste Grünanlage Göttingens.

Heute gilt der Alte Botanische Garten hinter dem Audimax im Nordosten der Innenstadt als schönste Grünanlage Göttingens. Dort wachsen auf gut fünf Hektar Fläche etwa 17.000 Pflanzenarten. Nur der Botanische Garten Berlin bietet in Deutschland eine größere Vielfalt. Zu den Schwerpunkten gehören Moose und Farne, Sumpf- und Wasserpflanzen, Bromelien, Passionsblumen und andere Pflanzen Mittel- und Südamerikas.

Kakteen, Orchideen und Seerosen

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Neben den Freiflächen gibt es sieben Gewächshäuser, darunter das Regenwaldhaus mit Orchideen, Lianen und Riesenkräutern, das Cycadeenhaus mit Palmfarnen und fast 100 verschiedenen Passionsblumen sowie das Kakteenhaus, in dem auch fleischfressende Pflanzen wachsen. Besonders sehenswert ist das mehr als 170 Jahre alte Araceenhaus mit dem feuchtwarmem Klima der Tiefland-Regenwälder. Das Farnhaus ist ein saniertes Baudenkmal aus der viktorianischen Zeit. Das Viktoriahaus, in dem prachtvolle tropische Seerosen und Kletterpflanzen gediehen, wurde 2015 abgerissen. An gleicher Stelle soll im Alten Botanischen Garten ein neues, modernes Gewächshaus entstehen.

Experimenteller Botanischer Garten

Der Experimentelle Botanische Garten wurde 1967 am nordöstlichen Stadtrand in Weende-Nord eröffnet. Zunächst unter dem Namen Neuer Botanischer Garten. Er dient überwiegend der experimentellen Forschung, der Lehre, aber auch der Umwelterziehung und Erhaltung bedrohter Arten. Neben Bedingungen, die vor allem für Forscher wichtig sind, wie etwa Grundwasserbecken, bietet der Garten zahlreiche interessante Bereiche für Besucher. Das Alpinum (Alpengarten) beispielsweise veranschaulicht, wie hart die Bedingungen für Pflanzenarten im Klima der nordamerikanischen, europäischen und asiatischen Hochgebirge sind. In dem Garten blühen farbenprächtige Bergwiesen, auf seinen markanten Gesteinsformationen wachsen aber auch Polsterpflanzen aus der spanischen Sierra Nevada und Steinbrecherarten der südlichen Alpen. Nässeempfindliche Gebirgspflanzen finden im Alpinenhaus einen geschützten Platz.

In einem Infopavillon können sich Besucher einen Überblick verschaffen, ihren Rundgang planen und sich über Führungen informieren. Auf Anfrage können auch die Versuchsgewächshäuser des Experimentellen Botanischen Gartens besichtigt werden. Das Freigelände ist jederzeit zugänglich.

800 Baumarten im Forstbotanischer Garten

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Wenn im Frühjahr die japanischen Kirschen blühen, lohnt ein Besuch des Arboretums besonders.

Eine der besonders großen und vielfältigen Gehölzsammlungen findet sich im Forstbotanischen Garten und dem Pflanzengeografischen Arboretum. Das Gelände liegt direkt neben dem Neuen Botanischen Garten und beherbergt insgesamt rund 2.000 Baum- und Straucharten. Ein weitläufiges Wegenetz lädt im forstbotanischen Teil zu Spaziergängen ein. So finden sich auf dem Gelände Bereiche mit Alleebäumen, Ölbaum- und Rosengewächsen, Zwerggehölzen und fossilen Gehölzen.

Im Herbst lässt der Indian Summer die Blätter leuchten

Im größeren Teil des Geländes ist das Arboretum untergebracht. Dort wurden Sammlungen von Gehölzen nach ihrer Herkunft sortiert: China, Japan, Kaukasus-Kleinasien, Korea und Nordamerika. Ein Besuch der Nordamerika-Sammlung lohnt sich besonders im Herbst, wenn in Göttingen der Indian Summer Einzug hält und die Blätter der Bäume bunt leuchten. Die japanische Sammlung ist im Frühjahr besonders reizvoll, wenn die Kirschbäume üppig blühen.

Alter Botanischer Garten
Untere Karspüle 2, 37073 Göttingen, Tel. (0511) 39 57 55
Öffnungszeiten
täglich 8-18.30 Uhr, Gewächshäuser bis 15 Uhr
Sukkulentenhaus, Kakteenhaus und Araceenhaus sind eingeschränkt zugänglich.
Führungen nach Vereinbarung
Eintritt frei

Experimenteller Botanischer Garten
Grisebachstr. 1a, 37077 Göttingen, Tel. (0551) 39 57 13
Das Freigelände ist immer geöffnet, das Alpinenhaus tagsüber. Die Versuchshäuser können nach Anmeldung besichtigt werden.
Eintritt frei

Forstbotanischer Garten
Büsgenweg 2, 37077 Göttingen, Tel. (0551) 39 34 92
Der Garten ist immer geöffnet. Führungen nach Vereinbarung.
Eintritt frei

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.03.2018 | 14:30 Uhr

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