Stand: 03.05.2018 12:32 Uhr  - NDR 90,3

Eisheilige: Sommerblumen nicht zu früh pflanzen

von Helge Masch
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Petunien zählen zu den frostempfindlichen Sommerblumen.

Wenn es im April langsam wärmer wird, beginnt die Gartensaison. Aber Vorsicht, nicht alle Pflanzen vertragen Frost. Viele Sommerblumen sollten erst nach den Eisheiligen gepflanzt werden, weil diese noch empfindlich kalte Temperaturen mit sich bringen können. Die Eisheiligen beginnen am 11. Mai mit Mamertus. Gefolgt von Pankratius, Servatius, Bonifatius und enden mit der Kalten Sophie am 15. Mai. An diesen Tagen sinken die Temperaturen häufig noch einmal deutlich und es kann zu Bodenfrost kommen.

Unterschiede: Sommerblumen und Stauden

Einjährige Sommerblumen wie Löwenmaul und Ringelblume blühen nach ihrer Aussaat im Frühjahr oder Spätherbst des Vorjahres bis in den Herbst hinein. Sie bilden Samen und sterben dann ab. Sie werden zwischen Stauden gepflanzt und ergänzen optisch das Gesamtbeet.

Zweijährige sommerblühende Pflanzen wie Marienglockenblume, Stockrose und Bartnelke werden im Juni ausgesät und entwickeln sich bis zum Herbst zu kräftigen Pflanzen. Sie blühen im darauffolgenden Jahr und beenden ihren "Blühauftrag" nach der Blüte.

Ausdauernde Stauden sind winterhart und blühen Jahr für Jahr. Klassiker sind hier Rittersporn, Tränendes Herz und Pfingstrose.

Sommerblumen vor Frost schützen

Sommerblumen und auch Gemüsepflanzen, die schon gepflanzt wurden, können erfrieren. Wer Sommerblumen wie Geranien, Fuchsien , Petunien, Begonien, Canna oder Dahlien schon im Freien platziert hat, sollte die Temperaturen im Auge behalten. Besonders an sonnigen Tagen mit klaren Nächten kann es nachts Frost geben. Wenn der droht, gehören mobile Gefäße in frostfreie Räume. Bereits ausgepflanzte Sommerblumen sollten mit Kartons oder Gartenvlies geschützt werden. Achtung: Diesen Schutz am Morgen nicht zu früh entfernen, da die Temperatur zum Sonnenaufgang noch einmal sinken kann.

Das gilt auch für Kübelpflanzen wie Zitrusgewächse, die in temperierten Innenbereichen überwinterten und bereits jetzt zur Gewöhnung ins Freie gekommen sind. Die Anpassung an Temperatur, Wind und Sonne bezeichnet man als "Abhärtung". Frost vertragen diese Pflanzen aber ebenso wenig wie Sommerblumen.

Sommerpflanzen in geschützten Räumen vorziehen

Unbeheizte Treibhäuser und Wintergärten sind ein idealer Ort, um Pflanzen für den Sommereinsatz vorzuziehen. Doch auch hier sollten die Nachttemperaturen beobachtet werden. Verwenden Sie am besten ein Minimum-Maximum-Thermometer. Hier lassen sich die höchste und niedrigste Temperatur ablesen. Sollte die Außentemperatur zu stark sinken, können Sie die Temperatur durch den Einsatz von Kerzen ausgleichen.

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Ein Minimum-Maximum-Thermometer zeigt neben der aktuellen Temperatur auch Schwankungen.

Platzieren Sie dazu eine dicke, höhere Stumpenkerze zwischen zwei Backsteinen und stülpen Sie einen Tonübertopf über die offene Flamme, der auf den Steinen aufliegt. So entsteht eine Art Mini-Kachelofen, dessen Wärmeentwicklung ausreicht, um ein Sinken der Temperatur in einen für die Pflanzen kritischen Bereich zu verhindern. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Flamme nicht mit brennbaren Materialien in Berührung gerät.

Frühes Antreiben für mehr Blüten

Je früher man mit dem Antreiben beginnt, desto länger hat man etwas von Dahlien oder Gladiolen. Wer kein Gewächshaus besitzt und die Pflanzen trotzdem frühzeitig nach draußen möchte, sollte Triebe, die aus der Erde schauen, mit Tontöpfen oder aufgeschnittenen PET-Flaschen schützen. Die Flaschen lassen Licht durch und können gelüftet werden, indem der Verschluss tagsüber entfernt wird. Dies ist zusätzlich ein Schutz gegen Schnecken.

Knollenbegonien und Indisches Blumenrohr (Canna) sollten schnell getopft und an einem warmen Platz in der Wohnung oder im beheizten Wintergarten vorgetrieben werden. Im optimalen Fall findet ihr Vortreiben Mitte März statt.

Start in die Gemüsebeet-Saison

Im Gemüsebeet kann es deutlich vor den Eisheiligen mit dem Säen und Pflanzen losgehen. Kälteempfindliche Pflanzen sollten jedoch mit einem Vlies oder einer gelochten Vegetationsfolie abgedeckt und vor Frost geschützt werden. Mangold, Senf, Spinat, Rote Bete, Knollensellerie und Lauch lassen sich so schon im März aussäen. Ab April können Endivie, Kapuzinerkresse, Kartoffeln, Steckrüben, Pastinaken, Radieschen oder Petersilie ins Freie, allerdings auch mit Schutz durch Vlies oder Folie. Gemüsebeet-Anfänger verlassen sich am besten auf die Hinweise auf Saattüten. Eine Vorkultur im kalten Gewächshaus oder in der Wohnung ist etwa vier Wochen vor der Freilandaussaat sinnvoll.

Kalte Bereiche im Garten meiden

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Ein spezielles Gartenvlies schützt Anpflanzungen vor Kälte.

Kalte und damit bei Bodenfrost gefährdete Stellen lassen sich an Tagen mit Raureif oder nach leichten Schneefällen gut ermitteln. Flecken, die leicht mit Raureif überzogen sind oder an denen der Schnee erst später taut, sind deutlich kälter. Diese Bereiche sind nicht für die vorzeitige Kultur von Gemüse oder der Bepflanzung mit mediterranen Pflanzen geeignet. Der Handel hält viele Hilfsmittel von gelochter Kulturfolie bis zu Kunststoffhüten mit Mulden im Dach, die sowohl Regenwasser als auch das aus der Gießkanne gleichmäßig auf ihren Schützling verteilen. Wer keine selbstlüftende Schutzfolie nutzt, sollte den Schutz tagsüber an sonnigen Tagen entfernen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Garten | 02.05.2018 | 20:00 Uhr

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