Stand: 08.02.2019 12:27 Uhr

Gartenvögeln mit Nistkästen helfen

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Wer Nistkästen aufhängt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.

Wenn es aus dem Nistkasten leise piepst und die Altvögel dorthin fliegen, um ihren Nachwuchs zu füttern, ist das nicht nur für Naturfreunde ein ganz besonderes Erlebnis. Zugleich ist das Anbringen von Nistkästen für unsere heimischen Vogelarten eine wichtige Hilfe, denn in der Natur finden sie immer weniger geeignete Nisthöhlen. So fehlen etwa in den ausgeräumten modernen Landschaftsräumen morsche Bäume, in denen Vögel früher häufig ihren Nachwuchs aufzogen.

Selbstgemachte Nistkästen aus hellem Holz in verschiedenen Ausführungen.

Nistkästen selbst bauen

Mein Nachmittag -

Schon Anfang März fangen die ersten Singvögel an zu brüten. Mit Nistkästen finden Meisen, Zaunkönige oder Kleiber eine Behausung. Wie man sie bauen kann, zeigt Ole Beeker.

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Nistkästen selber bauen

Nistkästen kann man nicht nur in Baumärkten und Gartencentern kaufen, sondern auch leicht selbst bauen. Je nach Vogelart sollten die Kästen unterschiedlich beschaffen sein: So benötigen Meisenkästen nur sehr kleine Einfluglöcher, für Sperling oder Star müssen sie größer sein. Auf den Internetseiten des NABU finden sich detaillierte Bauanleitungen für unterschiedliche Nistkästen, darunter etwa für sogenannte Höhlenbrüter wie Meisen und Stare oder für Spatzenhäuser. Stelzen, Zaunkönige, Grauschnepper und Rotkehlchen brüten in sogenannten Halbhöhlen, Nistkästen für Mauersegler sind eher flach und werden unter Dachtraufen oder Balkonen angebracht.

Welches Material ist geeignet?

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Wer seinen Nistkasten bemalen möchte, sollte am besten zu biologisch abbaubarer Farbe greifen.

Für den Bau eines Nistkastens eignet sich trockenes, unbehandeltes Kiefern- oder Tannenholz, das man nach dem Zusammenbauen noch lasieren kann, um es besser vor Feuchtigkeit zu schützen. Wer den Kasten anmalen möchte, sollte möglichst Farben und Lasuren verwenden, die den Sicherheitsanforderungen von Kinderspielzeug entsprechen und deren Inhaltsstoffe biologisch abbaubar sind.

Nistkasten richtig anbringen

Nistkästen sollten in einer Höhe von mindestens zwei oder drei Metern angebracht werden, um sie vor Räubern zu schützen. Befestigen Sie den Nistkasten so, dass das Einflugsloch weder nach Westen, also zur Wetterseite zeigt, noch über längere Zeit der prallen Sonne ausgesetzt ist. Ideal ist es, den Kasten nach Osten oder Südosten auszurichten. Wer ihn an einem Baum anbringt, sollte dazu nur Alunägel- oder schrauben verwenden, um den Baum nicht zu schädigen. Achten Sie außerdem darauf, dass möglichst kein Regen eindringen kann.

Wichtig: die alljährliche Reinigung

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Winterlicher Untermieter: In den kalten Monaten nutzen manchmal Eichhörnchen die Kästen als Unterschlupf.

Ganz wichtig: Nistkästen müssen nach der Brutsaison gereinigt werden, denn in den alten Nestern breiten sich häufig Parasiten wie Flöhe oder Milben aus. Dabei reicht es, das alte Nest herauszunehmen und den Kasten gründlich auszubürsten. Verwenden Sie auf keinen Fall chemische Reinigungsmittel. Es empfiehlt sich, den Kasten entweder im Spätsommer nach der Brutsaison oder aber frühestens ab Februar zu reinigen, denn häufig nutzen Eichhörnchen, Siebenschläfer oder auch Schmetterlinge die leer stehenden Kästen als Unterschlupf für den Winter. Bei Nistkästen von Mauerseglern sollte man generell auf die Reinigung verzichten, da diese Vögel ein Leben lang an einem einzigen Nest weiterbauen.

Garten vogelfreundlich gestalten

Damit überhaupt Vögel den eigenen Garten aufsuchen und sich zum Brüten niederlassen, lohnt es sich, den Garten naturnah zu gestalten. Pflanzen Sie am besten viele heimische Sträucher und Stauden, die den Tieren Nahrung bieten. Auch sollte es nicht zu "aufgeräumt" zugehen, da sich etwa in totem Holz und im Dickicht unter Sträuchern viele Insekten ansiedeln, die den Vögeln als Nahrungsquelle dienen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Gartentipps | 09.02.2019 | 06:50 Uhr

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