Stand: 07.02.2020 11:32 Uhr

Stunde der Wintervögel: Milder Winter, weniger Tiere

Ein Haussperling sitzt auf einem Topfrand. © NABU/Stunde der Gartenvögel Foto: Fotonatur
Der Haussperling ist Deutschlands häufigster Gartenvogel.

Teilnehmerrekord bei der "Stunde der Wintervögel 2020": Am zweiten Januar-Wochenende haben sich 143.000 Menschen an der NABU-Zählaktion beteiligt. Sie meldeten den Naturschützern mehr als 3,6 Millionen Vögel. Haussperling, Kohlmeise, Blaumeise, Feldsperling und Amsel kamen dabei bundesweit am häufigsten vor. In Hamburg belegt die Kohlmeise den Spitzenplatz.

Zahl der Vögel in den Gärten hat abgenommen

Pro Beobachtungsplatz wurden im Durchschnitt 37,3 Vögel verzeichnet. Das ist etwas mehr als im Vorjahr, im langjährigen Vergleich nahm die Zahl allerdings ab. "Das muss nicht unbedingt beunruhigend sein. Die Daten aus inzwischen einem Jahrzehnt Stunde der Wintervögel zeigen, dass die Zahl der Vögel in den Gärten umso geringer ist, je milder und schneeärmer der Winter ist", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. "Weniger im Garten beobachtete Vögel sind wahrscheinlich eine Folge der langen Reihe milder Winter in den letzten Jahren." Erst wenn es kalt wird und Schnee liegt, suchen viele Waldvögel Zuflucht in den Gärten, wo sie Futterstellen finden.

Mehr Spatzen und Eichelhäher, weniger Grünfinken

Spitzenreiter ist auch in diesem Jahr der Haussperling (Spatz) mit durchschnittlich 6,8 Vögeln pro Garten - ein Rekordergebnis. Nur in den beiden kältesten Wintern des Jahrzehnts, 2011 und 2013, wurde er von der Kohlmeise verdrängt.

Ein Eichelhäher sitzt in einem schneebedeckten Vogelhaus. © imago images/blickwinkel
Eichelhäher kommen meist erst aus den Wäldern in die Gärten, wenn es kalt ist.

Zugelegt hat auch der Eichelhäher, in vier von zehn Gärten wurden die Vögel beobachtet. Allerdings hatten die Naturschützer mit mehr Tieren gerechnet, denn im Herbst 2019 war ein massiver Einflug dieser Art nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet worden. Grund: Durch eine große Zahl gereifter Eicheln 2018 in Nordosteuropa konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und im Frühjahr brüten.

Nicht gut steht es dagegen um den Grünfink: Mit nur 1,1 Vögeln pro Garten wurde nicht einmal ein Drittel der Grünfinken von 2011 gemeldet. Als Ursache vermutet der NABU unter anderem Trichomoniasis, eine Infektion mit einem Parasiten, mit dem sich Finken häufig an sommerlichen Futterstellen infizieren.

Auch bei den Amseln sind die Zahlen weiterhin niedrig. Durch die massive Ausbreitung des Usutu-Virus waren die Bestände im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Die Top 5 der Wintervögel im Norden

  • Niedersachsen: Haussperling - Kohlmeise - Blaumeise - Amsel - Feldsperling
  • Schleswig-Holstein: Haussperling - Feldsperling - Amsel - Kohlmeise - Blaumeise
  • Hamburg: Kohlmeise - Blaumeise - Haussperling - Ringeltaube - Amsel
  • Mecklenburg-Vorpommern: Haussperling - Feldsperling - Kohlmeise - Blaumeise - Amsel

Alle Ergebnisse der Zählung im Detail hat der NABU auf seiner Website veröffentlicht.

Wie verändert sich die Vogelwelt?

Anhand der gemeldeten Daten will sich der NABU einen Überblick über die Bestände und deren Vorkommen verschaffen. Welche Art kommt wo wie häufig vor? Wo haben Bestände zugenommen, wo ist eine Art seltener geworden? Diese Informationen helfen, um die Tiere künftig besser zu schützen. Ergänzend zur Stunde der Wintervögel führt der NABU jährlich im Mai die "Stunde der Gartenvögel" durch. Nächster Termin für die Zählung ist der 8. bis 10. Mai.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 16.01.2020 | 19:30 Uhr

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