Stand: 29.05.2017 12:18 Uhr  | Archiv

Gartenvögel: Der Spatz fliegt auf Rang eins

Ein Mauersegler im Flug vor blauem Himmel. © dpa picture alliance Foto: WILDLIFE/M.Varesvuo
2017 wurden 30 Prozent mehr Mauersegler gezählt als im Vorjahr.

Der Haussperling, besser bekannt als Spatz, bleibt der häufigste Vogel in deutschen Gärten. Bei der diesjährigen Zählaktion "Stunde der Gartenvögel" des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) flog er bundesweit mit deutlichem Vorsprung vor Amsel und Kohlmeise auf Rang eins. Als eigentliche Gewinner sieht der NABU jedoch Mauersegler und Mehlschwalben, denn ihre Bestände nahmen gegenüber 2016 deutlich zu. Damit liegen sie jetzt in der Rangliste der am häufigsten entdeckten Vögel auf den Plätzen acht und neun. 57.000 Teilnehmer hatten Anfang Mai jeweils eine Stunde lang Vögel in Gärten, Parks oder auf Balkonen gezählt und dabei insgesamt 1,34 Millionen Tiere registriert.

Minus bei Finken und Meisen

ein Buchfink an einer Vogeltränke © NDR Foto: Matthias Struck aus Gadebusch
Buchenfinken wurden mit einem Minus von 18 Prozent seltener gesehen.

Zu den Verlierern gehörten Buchfinken, Kohlmeisen, Grünfinken und Blaumeisen. Von diesen Arten wurden jeweils mindestens zehn Prozent weniger Tiere gesehen. Der NABU gibt allerdings zu bedenken, dass Vögel, die oft in Schwärmen unterwegs sind, bei der Zählung im Vorteil sind. Kleine, scheue Einzelgänger würden manchmal übersehen.

Amseln gibt es fast überall

Obwohl der Haussperling - gemessen an der Gesamtzahl der beobachteten Vögel - vorn liegt, kam er nur in 65 Prozent der Gärten vor. Amseln dagegen wurden mit 95 Prozent auf fast jedem Grundstück gesehen. Außerdem waren Kohlmeisen (82%), Blaumeisen (74%) und Elstern (66%) weit verbreitet.

In Hamburg verliert der Spatz

Ein Haussperling sitzt auf einem Zweig © imago/blickwinkel
In Hamburg sind Spatzen seltener zu sehen als anderswo im Norden.

Das bundesweite Ergebnis spiegelt auch die Tendenz in den norddeutschen Ländern wider. Nur in Hamburg belegte der Haussperling lediglich Rang vier, knapp vor dem Star. Spitzenreiter in der Hansestadt waren Amseln vor Kohlmeisen.

Die Ergebnisse im Überblick
BundeslandPlatz 1Platz 2Platz 3
NiedersachsenHaussperling (4,47)Amsel (3,91)Kohlmeise (2,88)
Schleswig-HolsteinHaussperling (4,34)Amsel (3,94)Feldsperling (3,44)
Mecklenburg-VorpommernHaussperling (7,55)Amsel (3,66)Feldsperling (3,45)
HamburgAmsel (3,70)Kohlmeise (2,51)Blaumeise (1,98)
(Tiere pro Garten)

Aus den Ergebnissen leiten die NABU-Experten Trends zur Entwicklung der verschiedenen Populationen ab. Bei Bedarf können die Tiere besser geschützt werden, etwa mit der Schaffung geeigneter Lebensräume. Die genannten Zahlen enthalten noch keine Daten, die per Post an den NABU geschickt wurden. Alle Ergebnisse im Detail - etwa Informationen über einzelne Regionen und Vogelarten - bietet der NABU auf dieser Seite.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.05.2017 | 15:00 Uhr

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