Stand: 30.04.2015 12:47 Uhr  | Archiv

Blumenerde: Wenn Pflanzen nicht gedeihen

von Nadine Becker

Markt hat vor einigen Wochen die Qualität von fünf Blumenerden aus dem Baumarkt und vom Discounter im Labor überprüft und anschließend einen Pflanztest begonnen. In einer Gärtnerei wurden Stiefmütterchen und Geranien vom Fachmann gepflanzt und über vier Wochen beobachtet. In welcher Blumenerde haben sich die Pflanzen am besten entwickelt? Der Praxistest wurde mit diesen fünf Blumenerden durchgeführt (Preis für 20 Liter):

  • Grandiol von Lidl für 99 Cent
  • Gardol von Bauhaus für 3,29 Euro
  • Living Garden von Obi für 4,99 Euro
  • Neudorff für 5,99 Euro
  • Compo Sana für 7,49 Euro

Blumenerde im Praxistest

Compo Sana: Pflanztest zeigt Nährstoffmangel

In der Erde von Compo Sana wuchsen die Geranien gut, die Stiefmütterchen bekamen im Praxistest jedoch gelbe Blätter. Die Blattadern blieben relativ grün. Ein Zeichen von Eisenmangel, sagt Dr. Diemo Daum, Professor für Pflanzenernährung an der Hochschule in Osnabrück. Dabei waren die Laborwerte der Erde von Compo Sana einwandfrei. Professor Daum vermutet, dass die Erde bei der Herstellung nicht richtig mit Eisen gedüngt wurde oder das Eisen in einer Form vorliegt, die für Pflanzen nicht verfügbar ist.

Compo Sana schreibt: Weil es eine Universalerde ist, sei die Aufdüngung ein "Kompromiss zwischen den spezifischen Nährstoffansprüchen der verschiedenen Pflanzenarten."

Obi: Mickrige Pflanzen

Die Blumenerden von Lidl und Obi hatten im Labor einen zu hohen Kaliumgehalt - eine mögliche Ursache für gehemmtes Pflanzenwachstum. Tatsächlich blieben die Pflanzen in der Erde von Obi klein und bildeten wenige Blüten. Obi schreibt, der Zusammenhang zwischen dem gehemmten Pflanzenwachstum und dem hohen Kaliumgehalt sei "nicht eindeutig". Bei der Lidl-Erde war der Kaliumgehalt etwas niedriger, die Ergebnisse im Pflanztest gut.

Neudorff: Unterernährte Pflanzen

Die torffreie Erde von Neudorff enthielt laut Laborbericht zu wenig Stickstoff und Phosphor. Die Pflanzen im Praxistest schossen in die Höhe, kippten auseinander und bildeten kaum Blüten. Die Stiefmütterchen bekamen gelbe Blätter. Die Geranien blühten besonders früh - laut Gärtnermeister Olaf Beier kein gutes Zeichen, sondern eine sogenannte Notblüte: Bei Nährstoffmangel versuche die Pflanze, sich zumindest einmal fortzupflanzen. Neudorff schreibt, optimales Pflanzenwachstum sei "von einer Vielzahl von Faktoren abhängig".

Fazit: Günstige Blumenerde schnitt am besten ab

Die Blumenerde von Bauhaus für 3,29 Euro überzeugte mit guten Nährwerten im Labortest und schönem Wachstum der Pflanzen. Die anderen Blumenerden waren zum Teil deutlich teurer, schnitten aber weder im Labor noch beim Pflanztest besser ab.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 04.05.2015 | 20:15 Uhr

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