Stand: 23.04.2018 12:08 Uhr

Bärlauch: "Wilder Knoblauch" im Kräutergarten

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Bärlauch wächst an schattigen Orten. Achtung: Die Blätter des Maiglöckchens ähneln dem Bärlauch sehr.

Er zählt zu den beliebtesten Frühlingskräutern: Bärlauch. Die Blätter erscheinen bereits ab Februar und bis zur Blütezeit etwa Ende April bis Anfang Mai kann man ihn ernten. Bärlauch wächst in der freien Natur meist im Unterholz und in feuchten Wäldern. Dementsprechend liebt er schattige Plätzchen und kann dort gepflanzt werden, wo andere Gewächse Probleme bekommen - also unter Bäumen, auf der Nordseite des Hauses oder unter Büschen wie Rhododendren.

Vorsicht vor Verwechslungen

Wichtig ist, den Bärlauch nicht in die Nähe von Maiglöckchen zu pflanzen, denn ohne Blüten sind beide Pflanzen nur schwer voneinander zu unterscheiden - und Maiglöckchen sind sehr giftig. Auch die Blätter der Herbstzeitlosen werden oft mit denen des Bärlauchs verwechselt. Bärlauch trägt jedoch nicht umsonst den Beinamen "wilder Knoblauch". Wer sich nicht ganz sicher ist, welchen Vertreter er vor sich hat, reibt einfach die Blätter zwischen den Fingern. Steigt der charakteristische Knoblauchduft in die Nase, handelt es sich um Bärlauch.

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Eine Möglichkeit zur Unterscheidung: Die Blätter des Maiglöckchens glänzen an der Unterseite, die Blätter des Bärlauchs sind mattgrün.

Sind die Blätter geruchslos, kann es sich um giftige Maiglöckchen oder - noch schlimmer - Herbstzeitlose handeln. In diesem Fall so schnell wie möglich gründlich die Hände waschen. Ein wichtiges Indiz zur Unterscheidung sind außerdem die Blätter: Bärlauch ist mattgrün, hat einen dünnen Blattstiel (der den Herbstzeitlosen fehlt) und wächst einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen hingegen glänzen an der Unterseite und wachsen paarweise am Stengel.

Bärlauch am besten als Jungpflanze kaufen

Wenn im Frühling kein Frost mehr zu erwarten ist, können junge Bärlauchpflanzen direkt in die Erde gepflanzt werden. Erhältlich sind sie im Gartengeschäft für etwa fünf Euro. Zudem gibt es Zwiebeln, die fast das ganze Jahr über gepflanzt werden können. Die Zwiebeln kommen etwa zwei Zentimeter tief in die Erde und werden dann kräftig angegossen. Wichtig ist, dass der Pflanzbereich mehrere Wochen lang nicht austrocknet, sonst wächst der Bärlauch nicht an. Die schwierigste und langwierigste Möglichkeit ist, die Pflanze aus Saatgut zu ziehen. Ausgesät wird - am besten in einer Schale mit Aussaaterde - zwischen Dezember und Februar, denn Bärlauch ist ein Kaltkeimer. Bis etwas wächst, kann es allerdings lange dauern, Bärlauch hat eine Keimzeit von bis zu zwei Jahren.

Wenig pflanzen, viel ernten

Etwa drei Pflänzchen genügen, denn Bärlauch breitet sich an einem idealen Standort sehr schnell aus. Gartenexperten empfehlen sogar, die Pflanzen unterirdisch abzugrenzen, damit sie sich nicht unkontrolliert im Garten verteilen. Bärlauch verbreitet sich aber auch über Samen, die von Ameisen im Garten verteilt werden. Deshalb sollte man die Früchte entfernen, bevor die Samen ausgereift sind und auf den Boden fallen. Beim Ernten nicht alles radikal abschneiden, sondern etwa die Hälfte der Blätter stehen lassen. Dann kann die Pflanze genug Kraft für das nächste Jahr sammeln.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Nordmagazin | 23.04.2018 | 14:50 Uhr

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