Stand: 04.08.2020 16:18 Uhr

So gedeiht Bärlauch im eigenen Garten

Bärlauch © Colourbox Foto: Maya Hiort Petersen
Sein würziges Aroma macht Bärlauch zu einem beliebten Küchenkraut.

Er zählt zu den beliebtesten Frühlingskräutern: Bärlauch. Die aromatischen, leicht knoblauchartig schmeckenden Blätter erscheinen bereits ab Februar. Bis zur Blütezeit Ende April oder Anfang Mai kann man sie ernten. In freier Natur wächst Bärlauch meist im Unterholz und in feuchten Wäldern. Er lässt sich aber auch sehr leicht im Garten anbauen. Allerdings schmeckt er etwas weniger intensiv als wilder Bärlauch.

Bärlauch liebt schattige Plätzchen und kann deshalb dort gepflanzt werden, wo viele andere Gewächse Probleme bekommen - also unter Laubbäumen, auf der Nordseite des Hauses oder unter Büschen wie Rhododendren. Am besten gedeiht er in humosen Böden.

Bärlauch pflanzen - so geht's

Wenn im Frühling kein Frost mehr zu erwarten ist, können die jungen Bärlauchpflanzen direkt in die Erde. Erhältlich sind sie im Gartenfachhandel. Alternativ kann man auch Bärlauch-Zwiebeln kaufen, sie können fast das ganze Jahr über gepflanzt werden. Einfach etwa zwei Zentimeter tief in die Erde setzen und kräftig angießen. Wichtig ist, dass der Pflanzbereich mehrere Wochen lang nicht austrocknet, sonst wächst der Bärlauch nicht an.

Schwieriger und langwieriger ist es, die Pflanze aus Saatgut zu ziehen. Da Bärlauch zu den Kaltkeimern zählt, die Samen am besten ab Spätherbst bis Februar ins Freie aussäen, mit etwa einen Zentimeter Erde bedecken und anfeuchten. Bis etwas wächst, kann es allerdings lange dauern: Bärlauch hat eine Keimzeit von bis zu zwei Jahren. Deshalb lässt er sich auch nur schlecht im Haus vorzuziehen.

Bärlauch breitet sich schnell aus

Blühender Bärlauch © Colourbox
Um zu verhindern dass Bärlauch unkontrolliert wuchert, kann man die Früchte entfernen, bevor die Samen reif sind.

Im Garten genügen etwa drei Pflänzchen, denn Bärlauch breitet sich an einem guten Standort sehr schnell aus. Gartenexperten empfehlen sogar, eine Wurzelsperre anzulegen, damit er nicht unkontrolliert wuchert. Bärlauch verbreitet sich aber auch über Samen, die von Ameisen im Garten verteilt werden. Deshalb am besten die Früchte regelmäßig entfernen, bevor die Samen ausgereift sind und auf den Boden fallen. Beim Ernten nicht alles radikal abschneiden, sondern etwa die Hälfte der Blätter stehen lassen. Dann kann die Pflanze genug Kraft für das nächste Jahr sammeln.

Frischen Bärlauch sollte man mach dem Ernten möglichst sofort verbrauchen. Er hält sich im Kühlschrank nur etwa ein bis zwei Tage. Das Frühlingskraut lässt sich aber auch einfrieren, in Olivenöl einlegen oder zu Pesto weiterverarbeiten.

Bärlauch und Maiglöckchen: Vorsicht vor Verwechslungen

Zwei Bündel grüner Blätter liegen nebeneinander, links Blätter des Bärlauch, rechts des Maiglöckchens. © fotolia.com Foto: LoSa
Vorsicht, Verwechslungsgefahr: links Blätter des Bärlauchs, rechts des giftigen Maiglöckchens.

Wichtig ist, den Bärlauch nicht in die Nähe von Maiglöckchen zu pflanzen, denn ohne Blüten sind beide Pflanzen für Anfänger nur schwer voneinander zu unterscheiden - und Maiglöckchen sind sehr giftig. Auch die Blätter der Herbstzeitlosen werden oft mit denen des Bärlauchs verwechselt. Wichtige Unterscheidungsmerkmale: Bärlauch ist mattgrün, hat - anders als die Herbstzeitlose - einen dünnen Blattstiel und wächst einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen wachsen dagegen paarweise am Stängel, ihre Blätter glänzen an der Unterseite.

Bärlauch ist zudem an seinem charakteristischen Knoblauchduft zu erkennen. Wer die Blätter zwischen den Fingern reibt, dem steigt der typische Geruch in die Nase. Hat man allerdings mehrere Blätter an der Hand gerieben, haftet der Geruch an den Fingern - und beim nächsten Mal riecht womöglich auch das benachbarte Blatt nach Knoblauch, obwohl es sich nicht um Bärlauch handelt.

Ein Zweig Rosmarin wird im Garten mit einer Schere geerntet © Colourbox Foto: -

AUDIO: Kräuter pflanzen: Die besten Tipps und Tricks (42 Min)

Weitere Informationen
Frischer Bärlauch auf einem Holztisch © NDR Foto: Claudia Timmann

Bärlauch - das aromatische Frühlingskraut

Im März wächst Bärlauch an schattigen Plätzchen. Mit seinem würzigen Aroma eignet er sich für Suppen, Pesto und Salate. Tipps zum Sammeln im Wald sowie Rezepte. mehr

Warmer Toast mit Ziegenkäse und Bärlauch © NDR Foto: Matthias Stepien

Rezepte mit Bärlauch

Ob als Pesto, zum Spargel oder im Salat: Eine Auswahl leckerer Gerichte mit dem würzigen Frühlingskraut. mehr

Ein Korb mit frischem Bärlauch steht im Wald auf einer Fläche, auf der Bärlauch wächst. © imago images Foto: Westend 61

Bärlauch ohne Risiko sammeln und zubereiten

Im zeitigen Frühjahr wächst Bärlauch in den Wäldern. Leider hat das würzige Kraut einige giftige Doppelgänger. Woran kann man Bärlauch sicher erkennen? Wo ist er zu finden? mehr

Thereas bereitet warmen Toast mit Ziegenkäse und Bärlauch zu. © NDR
3 Min

Warmer Toast mit Ziegenkäse und Bärlauch

Schlicht und einfach: Mini-Sandwiches mit Ziegenkäse und Bärlauch sind lecker und passen prima zur Jahreszeit. Theresa Baumgärtner zeigt die Zubereitung. 3 Min

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 08.08.2020 | 19:05 Uhr

Mehr Gartentipps

Rückschnitt einer Rose im Frühjahr © fotolia.com/ forelle66

Rosen im Frühjahr richtig schneiden

Damit Rosen kräftig sind und reichlich blühen, benötigen sie im Frühjahr einen Rückschnitt. Worauf kommt es an? mehr

Gelb-lilafarbenes Hornveilchen © Fotolia Foto: Stefanie Kohlmeyer

Gartentipps für März

Im März können die ersten Stauden gepflanzt, Beete mit Kompost angereichert und Gemüse drinnen vorgezogen werden. mehr

Frühlingsblumen in einer Kiste und Übertöpfen © fotolia Foto: Jeanette Dietl

Gartenkalender: Tipps von Januar bis Dezember

Jeden Monat gibt es im Garten etwas zu erledigen. Ein Überblick mit den wichtigsten Tipps, nach Monaten sortiert. mehr