Mehrere Bahnhofsuhren vor einem dunkelblauen Nachthimmel © dpa-Bildfunk Foto: Fabian Strauch/dpa

Zeitumstellung: Jetzt gilt wieder die Sommerzeit

Stand: 28.03.2021 03:00 Uhr

Trotz der Debatte über eine Abschaffung: Die Sommerzeit hat begonnen. In der Nacht zum Sonntag wurden die Uhren eine Stunde vorgestellt. Abends bleibt es länger hell, morgens länger dunkel.

Der Sommer kommt zurück - wenn auch zunächst nur auf der Uhr. Gemeinsam mit Deutschland wechselten alle EU-Staaten und die meisten europäischen Nachbarstaaten am Sonntag zur Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Um 2 Uhr wurde die Zeit auf 3 Uhr vorgestellt, die Nacht war damit 60 Minuten kürzer als üblich.

EU kann sich nicht auf eine Zeitzone einigen

Seit der Einführung 1980 wird über Sinn und Unsinn des Zeitsprungs diskutiert. Nach einer EU-weiten Online-Umfrage hatte sich die EU-Kommission 2018 dafür ausgesprochen, das Drehen an der Uhr bereits 2019 zu beenden. Bald wurde jedoch deutlich, dass es so schnell nicht geht. Das EU-Parlament plädierte im vergangenen Jahr für das Ende der Sommerzeit 2021. Aber auch daraus wird nichts. Das Problem: Die EU möchte wechselnde Zeitzonen von Land zu Land vermeiden. Daher sollen sich die Mitgliedsstaaten abstimmen, ob künftig dauerhaft die Sommerzeit oder die bisherige Normalzeit, die Mitteleuropäische Zeit, gilt. Eine Einigung ist jedoch nicht in Sicht, obwohl viele Wissenschaftler die Normalzeit empfehlen.

Macht die Umstellung krank?

Bei vielen Menschen sorgt die Zeitumstellung für Schlafprobleme. Bei einer aktuellen Umfrage im Auftrag der Krankenkasse KKH erklärte jeder Zweite, es gebe negative Auswirkungen auf sein Schlafverhalten und Wohlempfinden. Damit steigt dieser Wert seit Jahren an. Bei Frauen traten deutlich häufiger Probleme auf als bei Männern. Schlafforscher wissen, dass ältere Menschen mit der Umstellung mehr Probleme haben als jüngere. Sie raten, die Schlafzeit über mehrere Tage verteilt zu verschieben - also bereits vor dem Zeitwechsel täglich etwa zehn Minuten früher aufzustehen.

Vor oder zurück?

Eine Eselsbrücke hilft beim Drehen an der Uhr:
Im Frühjahr werden die Gartenstühle VOR das Haus gestellt - im Herbst wieder ZURÜCK in den Keller.

Bahn gerät vorübergehend aus dem Takt

Auch für die Deutsche Bahn bedeutet die Umstellung immer wieder eine Herausforderung. Zwar sind nachts nur wenige Personenzüge unterwegs, die fehlende Stunde bringt deren Fahrplan aber durcheinander. Die Bahn versucht, planmäßige Aufenthalte der Nachtzüge so zu verkürzen, dass sie am Morgen pünktlich ankommen. Ist das nicht möglich, erreichen sie ihr Ziel mit Verspätung. Güterzüge schickt die Bahn in der Nacht der Zeitumstellung möglichst früher auf die Reise.

Sprung zurück am 31. Oktober

Die Zeitumstellung erfolgt immer am letzten Sonntag der Monate März und Oktober. 2021 endet die Sommerzeit am 31. Oktober. Das zentrale Kommando für alle Funkuhren kommt von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Bereits seit 1980 werden die Uhren im Frühjahr von der Mitteleuropäischen Zeit auf Sommerzeit umgestellt. Sie wurde ursprünglich eingeführt, um Energie zu sparen, da es abends länger hell bleibt. Laut Umweltbundesamt hat sich diese Erwartung allerdings nicht erfüllt: Zwar schalten die Menschen abends seltener das Licht an, dafür heizen sie aber im Frühjahr und Herbst in den Morgenstunden mehr. Das gleiche sich in der Summe aus.

Erste Versuche, an der Zeit zu drehen, gab es bereits vor mehr als 100 Jahren: 1916, während des Ersten Weltkrieges, führte das Deutsche Reich als erstes Land weltweit eine Sommerzeit ein. Mit dem Ende des Krieges 1918 war auch das Projekt beendet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Nachrichten | 28.03.2021 | 08:00 Uhr

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