Stand: 10.11.2017 09:22 Uhr  - Mein Nachmittag  | Archiv

Wie gefährlich ist die Grippe?

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Influenzaviren schwächen den Körper erheblich.

Mit der kalten Jahreszeit beginnt auch wieder die Grippesaison. Allerdings handelt es sich nicht bei jedem fiebrigen Infekt um eine echte Grippe: Während bei einer normalen Erkältung die Symptome wie Halskratzen, verstopfte Nase und Husten nacheinander auftreten, ist eine echte Virusgrippe, auch Influenza genannt, durch einen plötzlichen und heftigen Beginn gekennzeichnet. Häufig leiden die Patienten an hohem Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Auch Luftnot und Erschöpfung gehören oft zum Krankheitsbild.

Grippe kann tödlich enden

Während Erkältungsviren die Immunabwehr trainieren, schwächen Influenzaviren den Körper erheblich. Er ist anfälliger für Folgeerkrankungen und in schweren Fällen kann eine Grippeinfektion zu Lungen-, Hirnhaut- oder Herzmuskelentzündungen und sogar zum Tod führen.

Gefährdete Personen sollten sich impfen lassen

Auch wenn es diesen Herbst bislang nur wenige Grippe-Fälle gab, gilt als sicher, dass die Influenzawelle kommen wird. Ihren Höhepunkt hat sie in Deutschland meist erst im Februar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät daher besonders gefährdeten Gruppen zu einer Impfung: Menschen ab 60 Jahren, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, chronisch Kranken wie Diabetikern, und Schwangeren sowie dem medizinischen Personal. "Nach unseren Analysen werden so im Durchschnitt mehr als eine halbe Million Grippe-Fälle pro Jahr verhindert", sagt der Leiter des Fachgebiets Impfprävention am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, Ole Wichmann. "Die Impfung ist der beste Schutz, den wir haben" - obwohl ihre Effektivität "nicht optimal" sei.

Grippeviren verändern sich ständig

Nicht bei jedem Geimpften baut sich der gewünschte Schutz auf. Der Grund dafür ist, dass die Empfehlung für die Zusammensetzung des Impfstoffs mit einem Vorlauf von mehreren Monaten kommt. Denn Grippeviren verändern sich ständig, daher muss auch die Zusammensetzung der Impfstoffe jedes Jahr geändert und die Impfung jährlich erneuert werden. Durch den frühen Zeitpunkt der Empfehlung haben die Hersteller genügend Zeit, den Impfstoff zu produzieren. Es besteht aber das Risiko, dass der Impfstoff nicht optimal mit den später zirkulierenden Viren übereinstimmt.

Schutzwirkung hat sich nach 14 Tagen aufgebaut

Die Krankenkassen übernehmen meist die Kosten für eine Impfung. Die beste Zeit dafür sind die Herbstmonate. Aber auch danach kann eine Impfung noch sinnvoll sein - insbesondere dann, wenn die Grippewelle noch nicht eingesetzt oder gerade erst begonnen hat. Die Schutzwirkung hat sich nach etwa 10 bis 14 Tagen aufgebaut.

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Fragen und Antworten zur Grippe

Das Robert Koch Institut informiert. extern

Wie werden Grippeviren übertragen?

Grippeviren werden durch Tröpfcheninfektion etwa beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Zudem kann man sich durch Händeschütteln oder über kontaminierte Gegenstände anstecken. An Türklinken, Telefonhörern oder Computer-Tastaturen können Viren mehrere Stunden überleben.

Händewaschen reduziert Ansteckungsrisiko

Als sicherster Schutz vor der Übertragung von Viren gilt häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife. Es reduziert das Ansteckungsrisiko um 50 Prozent. Erhöhte Ansteckungsgefahr besteht vor allem dort, wo sich viele Menschen aufhalten, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsstätten, Schulen oder Kaufhäusern.

Bettruhe hilft

Wen die Grippe erwischt hat, dem helfen vor allem Bettruhe, viel Schlaf und ausreichend Flüssigkeit. Bei hohem Fieber können fiebersenkende Medikamente genommen werden, gegen Gliederschmerzen helfen Schmerzmittel. Die Medikamente lindern allerdings nur die Symptome, beschleunigen können sie den Genesungsprozess nicht.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 10.11.2017 | 16:20 Uhr