Stand: 08.11.2015 12:56 Uhr  | Archiv

Welchen Fisch können wir essen?

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Egal ob Scholle, Thunfisch, Zander, Tintenfisch oder Makrele - Fisch ist als gesundes Lebensmittel beliebt.

Fisch liefert viele gesunde Vitamine und Fettsäuren. Zwei- bis dreimal in der Woche, so die Empfehlung von Ernährungswissenschaftlern, sollten wir Fisch essen. Doch viele Meere sind überfischt. Können wir Fisch überhaupt noch mit ruhigem Gewissen kaufen?

Orientierungshilfe durch Einkaufsratgeber

"Ja, können wir", sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Allerdings sollten Verbraucher beim Verzehr und Einkauf von Fisch und Meeresfrüchten auf einige Punkte achten, um die Fischbestände weltweit zu schonen. Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte von WWF oder Greenpeace geben eine erste Orientierungshilfe über den Zustand des jeweiligen Fischbestandes. Sie sind als Faltblatt, aber auch als App erhältlich.

Viele Verbraucher vertrauen außerdem auf Gütesiegel. Das bekannteste ist das MSC-Siegel (Marine Stewardship Council), auch das Siegel von ASC (Aquaculture Stewardship Council) verspricht eine umweltbewusste und bestandschonende Fischerei. Zwar geben sie keine völlige Sicherheit, doch sie sind zumindest ein Anfang hin zu mehr Nachhaltigkeit in der Branche.

Welche Fischarten sind bedroht?

Mehr als 700 essbare Fischarten gibt es weltweit, doch nur ein Bruchteil davon landet auf unseren Tellern. In Deutschland sind das hauptsächlich Seelachs, Hering, Lachs, Thunfisch und Forelle. 80 Prozent aller Fische, die wir verzehren, sind durch industrielle Fischerei bedroht. Die Fischart ist folglich ein wichtiges Kriterium beim Einkauf von Fisch.

Fangregion und Fangmethode sind entscheidend

Nur die Fischart allein gibt allerdings noch keine uneingeschränkte Verzehrempfehlung. Entscheidend für umweltverträgliche und bestandsschonende Fischerei sind außerdem Fangregion und Fangmethode. So kann der Bestand einer Fischart in der Nordsee stabil sein, während er in der Ostsee bedroht ist oder umgekehrt.

Die Fangmethode ist besonders bei Meeresfischen wichtig, denn Treib- und Schleppnetze produzieren oft viel Beifang oder können den Meeresboden zerstören. Bei Süßwasserfischen dagegen sind die Fangmethoden meist umweltschonender.

Karte: Wo lebt welcher Fisch?

Wie nachhaltig sind Aquakulturen?

Immer beliebter sind Aquakulturen, doch hier ist Vorsicht geboten. In vielen Meeresfarmen bekommen die Tiere Fischmehl, deren Grundlage Wildfisch ist, sodass das Problem der Überfischung bleibt. Um Krankheiten vorzubeugen, werden außerdem oft Antibiotika verabreicht, was nicht nur das umliegende Ökosystem bedroht, sondern später auch zusammen mit dem Fisch in unserem Körper landet.

Wenn Aquakulturen aber nachhaltig bewirtschaftet werden, sind sie eine gute Alternative für die wachsende Nachfrage nach Fisch. So werden auf Farmen, die mit dem Bioland- oder Naturland-Label gekennzeichnet sind, keine Antibiotika eingesetzt und sowohl Haltung als auch Fütterung sind tiergerecht.

Mit Kaufverhalten nachhaltige Fischerei fördern

Links

Infoportal: Fischbestände online

Das Portal "Fischbestände online" bietet Informationen zur aktuellen Situation von einzelnen Fischbeständen und liefert einen Überblick über Fanggebiete. extern

Beachtet man beim Einkauf einige Punkte und Kriterien, sind Fisch und Meeresfrüchte ein gesundes und nachhaltiges Lebensmittel. Von Fischarten, die als bedroht gelten, sollten wir aber lieber die Finger lassen. Denn mit unserem Kaufverhalten können wir als Verbraucher das Angebot aktiv beeinflussen und eine nachhaltige Fischerei fördern.

Hintergrund

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Frischer Fisch - die wichtigsten Fakten

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Hering, Dorade oder Rotbarsch - es gibt 700 essbare Fischarten. Doch viele Bestände sind überfischt. Was können wir noch ruhigen Gewissens essen? Plietsch klärt auf. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | plietsch. | 09.11.2015 | 21:00 Uhr

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