Stand: 04.12.2019 14:27 Uhr

So finden Sie den perfekten Weihnachtsbaum

Bild vergrößern
Bei der Wahl des passenden Baums ist Augenmaß gefragt.

Ein Weihnachtsbaum gehört für die meisten Deutschen unabdingbar zum Fest: Rund 24 Millionen Nordmanntannen, Blaufichten und Edeltannen werden bundesweit jährlich verkauft, schmücken Wohnzimmer und Balkone. In jedem zweiten Haushalt steht ein Baum. Beim Kauf spielen meist persönliche Vorlieben und der Preis die entscheidenden Rollen. Wer mag, kann auch ökologische Kriterien beachten, denn die meisten Bäume stammen von intensiv bewirtschafteten Flächen.

Gefällte Nordmanntannen werden verpackt

Pestizidfrei: Bioweihnachtsbäume fürs Wohnzimmer

Schleswig-Holstein Magazin -

An Tannenbäumen haften laut NABU oft Rückstände von Pflanzenschutzmitteln. Die Alternative wären Biobäume. In Schenefeld baut Herbert Kock Nordmanntannen ohne Chemie an.

2,71 bei 7 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Woher kommen die Bäume?

Gut 90 Prozent der Weihnachtsbäume wachsen in Deutschland heran - ganz überwiegend auf Plantagen. Der Rest, vielfach große Bäume von mehr als vier Metern, wird meist aus Dänemark importiert. Die größten deutschen Anbauflächen liegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bäume müssen etwa zehn Jahre wachsen, bis sie rund zwei Meter hoch sind. Trockene Sommer schaden überwiegend jungen Pflanzen, die Folgen sind also erst mittelfristig für Kunden spürbar.

Was kostet der Weihnachtsbaum?

Die Preise für Weihnachtsbäume sollen in diesem Jahr kaum steigen, so der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Eine gut gewachsene, zwei Meter große Nordmanntanne koste etwa 36 bis 50 Euro. Blaufichten gleicher Länge schlagen mit etwa 20 bis 32 Euro zu Buche. Der Preis für einfache Fichten liegt bei sechs bis zehn Euro pro Meter. Spürbar günstiger werden weniger perfekt geformte Bäume angeboten.
Deutliche Preisunterschiede bestehen zwischen dem Fachhandel wie Baumschulen oder Gärtnereien, speziellen Verkaufsständen in Städten sowie Bau- oder Supermärkten.

Manche Experten raten aus ökologischen Gründen, Fichten, Kiefern oder Tannen zu kaufen, die bei der Durchforstung heimischer Wälder anfallen. Mindestens alle zehn Jahre müssen in jungen Waldbeständen einige Bäume weichen, damit sich die kräftigsten Stämme weiterentwickeln können. Allerdings decken solche Weihnachtsbäume nur rund fünf Prozent des Bedarfs.

Ist der Baum noch frisch?

Weihnachtsbäume aus der Region haben kürzere Transportwege und sind daher meist frischer. Ob ein Baum vor Kurzem geschlagen wurde, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Ein weiterer Hinweis sind die Nadeln: Stechen sie bereits beim Kauf in die Haut, ist der Baum nicht mehr frisch. Stammt die Pflanze von einer großen Plantage, wurde sie meist Wochen vor den Feiertagen geerntet. Ein Kauf in letzter Minute lohnt nur, wenn man keine Möglichkeit hat, den Baum bis Weihnachten im Freien zu lagern - etwa im Schatten auf dem Balkon oder im Garten. Dort bleibt er in einem Eimer Wasser frisch. Vorteil: Wer früh kauft, hat die größte Auswahl. In einer warmen Wohnung trocknen Bäume allerdings rasch aus.

Ganz frisch ist der Weihnachtsbaum, wenn man ihn selbst schlägt. Forstämter, Baumschulen und Bauernhöfe bieten das an vielen Orten im Norden an, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Fast jeder dritte Baum wird bei solchen landwirtschaftlichen Betrieben gekauft.

Beliebte Klassiker: Nordmanntanne und Fichte

Weitere Informationen

Nadelbäume: Beliebte Sorten für Weihnachten

Nordmanntanne, Edeltanne, Blaufichte und Douglasie im Porträt. mehr

Satt grün oder bläulich, lange oder kurze Nadeln: Als Weihnachtsbaum eignen sich verschiedene Baumarten. Mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent sind Nordmanntannen die beliebtesten Bäume zum Fest. Ihre Nadeln sind relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken kaum ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, denn ihr Harz-Gehalt ist gering. In der Käufergunst folgen Blaufichte mit 15 Prozent, Fichte und Edeltanne.

Weitere Informationen

Weihnachtsbaumsaison gestartet

Auf dem Gut Augustendorf in Osdorf ist rund sechs Wochen vor Heiligabend die Saison für Weihnachtsbäume eröffnet worden. mehr

Biobäume sorgen für gutes Klima

Empfehlenswert, aber etwas teurer als konventionelle, sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume. Auch sie stammen aus Kulturen, wachsen aber ohne Spritzmittel-Einsatz. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für das Raumklima. Öko-Weihnachtsbäume gibt es etwa bei Bio-Landwirten zu kaufen. Verbraucher erkennen sie beispielsweise an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC). Auch Siegel, die Verbraucher von Lebensmitteln kennen, wie das sechseckige EU-Bio-Logo, hängen an einigen Bäumen. Insgesamt wächst jedoch nur etwa ein Prozent der Weihnachtsbäume unter diesen Bedingungen auf.

Bäume mit Ballen wachsen selten weiter

Bild vergrößern
Die meisten Weihnachtsbäume stammen von Plantagen.

Der Kauf eines Nadelbaums mit Ballen scheint ökologisch sinnvoll. Jedoch wächst ein Baum, der im warmen Zimmer gestanden hat und dann ins Freie gesetzt wird, in der Regel nicht an. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte darauf achten, dass der Baum bereits im Topf gezüchtet wurde. Werden die Pflanzen erst zum Verkauf ausgestochen und eingetopft, nehmen die Wurzeln erheblichen Schaden. Außerdem sollte man den Baum gut gießen, nur wenige Tage ins Zimmer holen, ihn erst einpflanzen, wenn der Boden frostfrei ist und den Wurzelbereich gegen Frost schützen.

So bleibt der Weihnachtsbaum lange frisch

  • Bei längerem Transport auf dem Autodach den Baum in Folie einschlagen. Sonst verliert er im Fahrtwind erhebliche Mengen Wasser und trocknet aus.
  • Den Baum zu Hause kühl stellen - am besten auf Terrasse, Balkon oder im Keller in einem Eimer Wasser - und erst kurz vor dem Fest in die Wohnung holen.
  • Den Baum auch in der Wohnung mit Wasser versorgen. Die Aufnahme wird erleichtert, wenn die Sägestelle frisch ist. Den Stamm vor dem Aufstellen einige Zentimeter absägen. So kann er in einem Ständer mit Wasserbehälter besser Wasser aufnehmen. Den Behälter regelmäßig nachfüllen. Ein etwa zwei Meter hoher Baum braucht rund zwei Liter Wasser am Tag.
  • Den Baum möglichst weit entfernt von der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.

Mehr Plastikbäume in den Wohnzimmern

Plastikbäume zu Weihnachten werden beliebter und sollen in gut zehn Prozent der Haushalte stehen. Nicht nur die Herstellung belaste die Umwelt, sondern auch Transport und die Entsorgung, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Ein echter Baum hingegen kann nach den Festtagen umweltfreundlich zu Humus verarbeitet werden.

Weitere Informationen
44:11
45 Min

Oh Tannenbaum: Das große Geschäft mit Weihnachten

45 Min

Der ideale Weihnachtsbaum ist kerzengerade, saftig grün und nadelt nicht. Wie gelingt das den Züchtern? Und woher stammen die Samen für die beliebte Nordmanntanne? Video (44:11 min)

Mini-Tannenbaum: Ideal für Balkon und Terrasse

Fichte, Tanne, Zypresse: Koniferen sind in der Weihnachtszeit beliebt. Wer keinen Platz für einen großen Baum hat, kann auf Zwergkoniferen zurückgreifen und sie hübsch schmücken. mehr

Den Weihnachtsbaum sicher transportieren

In den Wochen vor dem Fest werden Millionen Weihnachtsbäume in Häuser und Wohnungen geholt. Wer seinen Baum mit dem Auto transportiert, muss ihn gut sichern. mehr

28:29
Wie geht das?

250.000 Weihnachtsbäume

Wie geht das?

Kaum einer kennt die Geheimnisse des perfekten Weihnachtsbaumes so gut wie Bernd Oelkers. Er ist einer der größten Produzenten Deutschlands. Pro Saison verkauft er rund 250.000 Bäume. Video (28:29 min)

Weihnachtsbäume: So fing alles an

Geschmückte Nadelbäume sind das bekannteste Symbol des Weihnachtsfestes. Der Brauch ist noch recht jung: Um 1570 stand der erste Christbaum in Norddeutschland. mehr

Dieses Thema im Programm:

45 Min | 09.12.2019 | 22:00 Uhr

Mehr Ratgeber

01:15
NDR Fernsehen
07:50
Mein Nachmittag
12:54
Mein Nachmittag