Lächelndes Paar zwischen Tannenbäumen © fotolia Foto:  Kzenon

Weihnachtsbaum kaufen: Darauf sollten Verbraucher achten

Stand: 16.12.2020 13:19 Uhr

Nordmanntanne, Fichte oder Edeltanne aus konventionellem oder ökologischem Anbau: Der Handel bietet verschiedene Weihnachtsbäume an. Welcher ist der richtige und wie bleibt er lange frisch?

Ein Weihnachtsbaum gehört für die meisten Deutschen zum Fest dazu: Bis zu 26 Millionen Fichten und Tannen werden bundesweit jährlich verkauft, schmücken Wohnzimmer und Balkone. In jedem zweiten Haushalt steht ein Baum.

Beliebte Klassiker: Nordmanntanne und Fichte

Mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent sind Nordmanntannen die beliebtesten Bäume zum Fest. Ihre Nadeln sind relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken kaum ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, denn ihr Harz-Gehalt ist gering. In der Käufergunst folgt die Blaufichte mit 15 Prozent. Sie verströmt einen angenehmen Duft und hat schöne, blaugrüne Nadeln, die allerdings sehr spitz sind und daher stechen. Die silbern-grünliche Nadeln der Edel- oder Nobilistanne duften ebenfalls sehr intensiv und sie bleibt als Weihnachtsbaum lange frisch. Fichten sollten immer erst kurz vor dem Fest geschlagen werden, da sie nicht sehr lange haltbar sind und schnell beginnen zu nadeln.

Frische beim Weihnachtsbaumkauf erkennen

Zwei Frauen wählen an einem Verkaufsstand einen Weihnachtsbaum aus © imago/Michael Schick
Bei der Wahl des passenden Baums spielen neben dem Preis auch Kriterien wie Maße, Baumart und Frische eine Rolle.

Weihnachtsbäume aus der Region haben kürzere Transportwege und sind daher meist frischer. Ob ein Baum vor Kurzem geschlagen wurde, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Ein weiterer Hinweis sind die Nadeln: Stechen sie bereits beim Kauf, ist der Baum nicht mehr frisch.

Nach dem Kauf den Baum am besten im Freien lagern, etwa im Schatten auf dem Balkon oder im Garten. Dort bleibt er in einem Eimer Wasser frisch. In einer warmen Wohnung trocknen Bäume rasch aus. Wer keine Möglichkeit hat, den Baum bis Weihnachten draußen unterzubringen, sollte ihn daher erst spät kaufen.

Weihnachtsbaum selbst schlagen

Ganz frisch ist der Weihnachtsbaum, wenn man ihn selbst schlägt. Forstämter, Baumschulen und Bauernhöfe bieten das an vielen Orten im Norden an, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. Fast jeder dritte Baum wird bei solchen landwirtschaftlichen Betrieben gekauft.

Was kostet ein Weihnachtsbaum dieses Jahr?

Weihnachtsbäume werden dieses Jahr wohl teurer, so der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Grund sind höhere Kosten wegen der Corona-Pandemie.

Woher kommen die Bäume?

Tannenbaumschonung © fotolia Foto: Sonja Calovini
Die meisten Weihnachtsbäume stammen von Plantagen.

Gut 90 Prozent der Weihnachtsbäume im hiesigen Angebot wachsen in Deutschland heran - ganz überwiegend auf Plantagen. Der Rest, vielfach große Bäume von mehr als vier Metern, wird zum größten Teil aus Dänemark importiert. Die größten deutschen Anbauflächen liegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bäume müssen etwa zehn Jahre wachsen, bis sie rund zwei Meter hoch sind. Trockene Sommer schaden überwiegend jungen Bäumen, die Folgen sind also erst mittelfristig für Kunden spürbar.

Weihnachtsbäume können mit Pestiziden belastet sein

Herbizide, Insektizide, Fungizide - manche Weihnachtsbäume sind laut BUND mit einem regelrechten Pestizid-Cocktail belastet. In einem bundesweiten Labortest haben Experten neun verschiedene Wirkstoffe auf 14 von insgesamt 23 getesteten Bäumen nachgewiesen. Die untersuchten Bäume stammten überwiegend von deutschen Plantagen und wurden stichprobenartig an 23 Verkaufsstellen in Baumärkten, Gartencentern und im Straßenverkauf erworben.

Zwei der belasteten Bäume wurden in Schleswig-Holstein gekauft, einer in Mecklenburg-Vorpommern. Besonders alarmierend: Zwei der entdeckten Stoffe haben in Deutschland gar keine Zulassung. "Es geht keine aktute Gefahr für die KäuferInnen aus. Trotzdem ist es möglich, dass diese Pestizide in beheizten Wohnzimmern ausdampfen", so Anna-Lisa Cohrs vom BUND Schleswig-Holstein. Außerdem ist der Einsatz von Pestiziden auf Plantagen eine Gefahr für die Artenvielfalt.

Biobäume sorgen für gutes Klima

Die Bäume mit Wasser abzusprühen, hilft nicht gegen die Pestizide. Der BUND rät dazu, Bäume direkt vom Förster oder Waldbesitzer oder zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen. Sie wachsen ohne Spritzmittel-Einsatz. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für das Raumklima. Öko-Weihnachtsbäume gibt es unter anderem bei Bio-Landwirten zu kaufen. Verbraucher erkennen sie beispielsweise am FSC-Siegel oder an dem sechseckigen EU-Bio-Logo. Insgesamt wachsen jedoch weniger als ein Prozent der Weihnachtsbäume unter diesen Bedingungen heran.

VIDEO: BUND warnt vor Pestizidbelastung bei Weihnachtsbäumen (2 Min)

Bäume mit Ballen wachsen selten weiter

Weihnachtsbäume, die mit Ballen gekauft und ins Freie gepflanzt wurden, nachdem sie im warmen Zimmer gestanden haben, wachsen nur selten an. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte darauf achten, dass der Baum bereits im Topf gezüchtet wurde. Werden die Pflanzen erst zum Verkauf ausgestochen und eingetopft, nehmen die Wurzeln erheblichen Schaden. Außerdem sollte man den Baum gut gießen, nur wenige Tage ins Zimmer holen, ihn erst einpflanzen, wenn der Boden frostfrei ist und den Wurzelbereich gegen Frost schützen.

Weihnachtsbaum-Pflege: So bleibt er lange schön

Damit der Baum möglichst lange schön aussieht, lohnt es sich, einige einfach Pflegeregeln zu beachten:

  • Bei längerem Transport auf dem Autodach den Baum in Folie einschlagen. Sonst verliert er im Fahrtwind erhebliche Mengen Wasser und trocknet aus.
  • Den Baum zu Hause kühl stellen - am besten auf Terrasse, Balkon oder im Keller in einem Eimer Wasser - und erst kurz vor dem Fest in die Wohnung holen.
  • Den Baum auch in der Wohnung mit Wasser versorgen. Die Aufnahme wird erleichtert, wenn die Sägestelle frisch ist. Den Stamm vor dem Aufstellen einige Zentimeter absägen. So kann er in einem Ständer mit Wasserbehälter besser Wasser aufnehmen. Den Behälter regelmäßig nachfüllen. Ein etwa zwei Meter hoher Baum braucht rund zwei Liter Wasser am Tag.
  • Den Baum möglichst weit entfernt von der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.12.2020 | 17:00 Uhr

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