Stand: 07.12.2018 12:56 Uhr

So finden Sie den perfekten Weihnachtsbaum

Bild vergrößern
Bei der Wahl des passenden Baums ist Augenmaß gefragt.

Ein Weihnachtsbaum gehört für die meisten Deutschen unabdingbar zum Fest: Mehr als 20 Millionen Nordmanntannen, Blaufichten und Edeltannen werden bundesweit jährlich verkauft, schmücken Wohnzimmer und Balkone. Beim Kauf spielen meist persönliche Vorlieben und der Preis die entscheidenden Rollen. Wer mag, kann auch ökologische Kriterien beachten, denn die meisten Bäume stammen von intensiv bewirtschafteten Flächen.

Ein Weihnachtsbaum

Weihnachtsbäume: Belastet mit Pestiziden?

Markt -

Bei vielen konventionell erzeugten Weihnachtsbäumen werden auf den Plantagen Pestizide und Düngemittel eingesetzt. Landen die Schadstoffe im Wohnzimmer?

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Woher kommen die Bäume?

Gut 90 Prozent der Weihnachtsbäume wachsen in Deutschland heran - Tendenz steigend. Der Rest wird überwiegend aus Dänemark importiert. Die wichtigsten deutschen Anbauflächen liegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bäume müssen etwa zehn Jahre wachsen, bis sie rund zwei Meter groß sind.

Was kostet der Weihnachtsbaum?

Die Preise für Weihnachtsbäume sollen in diesem Jahr trotz des trockenen Sommers nur leicht steigen, so der Bundesverband der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger. Eine gut gewachsene, zwei Meter große Nordmanntanne koste etwa 36 bis 48 Euro. Blaufichten gleicher Länge schlagen mit etwa 20 bis 30 Euro zu Buche. Der Preis für einfache Fichten liegt bei sechs bis zehn Euro pro Meter. Spürbar günstiger werden weniger perfekt geformte Bäume angeboten.
Deutliche Preisunterschiede bestehen zwischen dem Fachhandel wie Baumschulen oder Gärtnereien, speziellen Verkaufsständen in Städten sowie Bau- oder Supermärkten.

Manche Experten raten aus ökologischen Gründen, Fichten, Kiefern oder Tannen zu kaufen, die bei der Durchforstung heimischer Wälder anfallen. Mindestens alle zehn Jahre müssen in jungen Waldbeständen einige Bäume weichen, damit sich die kräftigsten Stämme weiterentwickeln können. Allerdings decken solche Weihnachtsbäume nur rund fünf Prozent des Bedarfs.

Ist der Baum noch frisch?

Weihnachtsbäume aus der Region haben kürzere Transportwege und sind daher meist frischer. Ob ein Baum vor Kurzem geschlagen wurde, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Ein weiterer Hinweis sind die Nadeln: Stechen sie bereits beim Kauf in die Haut, ist der Baum nicht mehr frisch. Stammt die Pflanze von einer großen Plantage, wurde sie meist Wochen vor den Feiertagen geerntet. Ein Kauf in letzter Minute lohnt nur, wenn man keine Möglichkeit hat, den Baum bis Weihnachten im Freien zu lagern - etwa im Schatten auf dem Balkon oder im Garten. Dort bleibt er in einem Eimer Wasser frisch. Vorteil: Wer früh kauft, hat die größte Auswahl. In einer warmen Wohnung trocknen Bäume allerdings rasch aus.

Ganz frisch ist der Weihnachtsbaum, wenn man ihn selbst schlägt. Forstämter, Baumschulen und Bauernhöfe bieten das an vielen Orten im Norden an, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

Beliebter Klassiker: Die Nordmanntanne

Weitere Informationen

Die beliebtesten Nadelbaumsorten

Nordmanntanne, Edeltanne, Blaufichte und Douglasie im Porträt. mehr

Satt grün oder bläulich, lange oder kurze Nadeln: Als Weihnachtsbaum eignen sich verschiedene Baumarten. Mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent sind Nordmanntannen die beliebtesten Bäume zum Fest. Ihre Nadeln sind relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken kaum ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, denn ihr Harz-Gehalt ist gering. Den extrem trockenen Sommer 2018 haben Nordmanntannen mit ihren langen Pfahlwurzeln gut überstanden, so der Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. In der Käufergunst folgen Blaufichte, Fichte und Edeltanne.

Biobäume sorgen für gutes Klima

Empfehlenswert, aber etwas teurer als konventionelle, sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume. Auch sie stammen aus Kulturen, wachsen aber ohne Spritzmittel-Einsatz. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für das Raumklima. Öko-Weihnachtsbäume gibt es etwa bei Bio-Landwirten zu kaufen. Verbraucher erkennen sie beispielsweise an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC). Auch Siegel, die Verbraucher von Lebensmitteln kennen, wie das sechseckige EU-Bio-Logo, hängen an einigen Bäumen. Insgesamt wächst jedoch nur etwa ein Prozent der Weihnachtsbäume unter diesen Bedingungen auf.

Bäume mit Ballen wachsen selten weiter

Bild vergrößern
Die meisten Weihnachtsbäume stammen von Plantagen.

Der Kauf eines Nadelbaums mit Ballen scheint ökologisch sinnvoll. Jedoch wächst ein Baum, der im warmen Zimmer gestanden hat und dann ins Freie gesetzt wird, in der Regel nicht an. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte darauf achten, dass der Baum bereits im Topf gezüchtet wurde. Werden die Pflanzen erst zum Verkauf ausgestochen und eingetopft, nehmen die Wurzeln erheblichen Schaden. Außerdem sollte man den Baum gut gießen, nur wenige Tage ins Zimmer holen, ihn erst einpflanzen, wenn der Boden frostfrei ist und den Wurzelbereich gegen Frost schützen.

So bleibt der Weihnachtsbaum lange frisch

  • Bei längerem Transport auf dem Autodach den Baum in Folie einschlagen. Sonst verliert er im Fahrtwind erhebliche Mengen Wasser und trocknet aus.
  • Den Baum zu Hause kühl stellen - am besten auf Terrasse, Balkon oder im Keller in einem Eimer Wasser - und erst kurz vor dem Fest in die Wohnung holen.
  • Den Baum auch in der Wohnung mit Wasser versorgen. Die Aufnahme wird erleichtert, wenn die Sägestelle frisch ist. Den Stamm also vor dem Aufstellen einige Zentimeter absägen und in einen Ständer mit Wasserbehälter stellen. Diesen regelmäßig nachfüllen. Ein etwa zwei Meter hoher Baum braucht rund zwei Liter Wasser am Tag.
  • Den Baum möglichst weit entfernt von der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.

Plastik eher unbeliebt

Eine Außenseiterrolle zu Weihnachten spielen Plastikbäume, die in etwa fünf Prozent der Haushalte stehen. Nicht nur die Herstellung belaste die Umwelt, auch bei der Müllverbrennung würden Schadstoffe freigesetzt, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Ein echter Baum hingegen kann nach den Festtagen umweltfreundlich zu Humus verarbeitet werden.

Weitere Informationen
03:39
Nordtour

Welcher Weihnachtsbaum passt zu mir?

08.12.2018 18:00 Uhr
Nordtour

Nordmanntanne, die gemeine Fichte, Blautanne oder doch ein extravagantes Gewächs? Die Forstleute vom Forstamt Neustrelitz erklären die Vorteile und Nachteile einzelner Arten. Video (03:39 min)

09:55
Mein Nachmittag

Alternativen zum klassischen Weihnachtsbaum

Mein Nachmittag

Wer keinen Platz für einen Weihnachtsbaum hat, kann sich oft schon mit einfachen Mitteln Ersatz schaffen: zum Beispiel mit einer kegelförmigen Spirale mit Lichterkette. Video (09:55 min)

Weihnachtsdeko: Mini-Koniferen statt Tannenbaum

Fichte, Tanne, Zypresse: Koniferen sind in der Weihnachtszeit beliebt. Wer keinen Platz für einen großen Baum hat, kann auf Zwerg-Koniferen zurückgreifen und sie hübsch schmücken. mehr

Den Weihnachtsbaum sicher transportieren

In den Wochen vor dem Fest werden Millionen Weihnachtsbäume in Häuser und Wohnungen geholt. Wer seinen Baum mit dem Auto transportiert, muss ihn gut sichern. mehr

Die Geschichte des Weihnachtsbaumes

Geschmückte Nadelbäume sind das bekannteste Symbol des Weihnachtsfestes. Der Brauch ist noch recht jung: Um 1570 stand der erste Christbaum in Norddeutschland. mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 10.12.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

04:05
NDR Info
10:14
Mein Nachmittag

Rinderfilet mit geröstetem Rosenkohl

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
07:24
Mein Nachmittag

Neue Kissen aus alten Shirts nähen

12.12.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag