Stand: 28.12.2018 16:26 Uhr

Was Sie beim Feuerwerk beachten müssen

Raketen, Batteriefeuerwerke, Fontänen, Knallkörper: In der Silvesternacht lassen es die Deutschen ordentlich krachen. Die Schattenseite: Jedes Jahr verletzen sich zahlreiche Menschen, weil sie Böller unvorsichtig nutzen oder illegale Feuerwerkskörper zünden. Viele Verletzungen und Schäden lassen sich vermeiden, wenn man diese Tipps beachtet.

Finger weg von illegaler Ware

Besonders gefährlich sind illegale Feuerwerkskörper aus Osteuropa. Sie sehen oft harmloser aus, als in Deutschland zugelassene Ware, sind aber hochexplosiv. Was die verbotenen Böller anrichten können, demonstrieren Vorführungen der Feuerwehr oder des Bundesamtes für Materialforschung und -prüfung (BAM), bei denen die Explosion die Hand einer lebensgroßen Puppe zerfetzt. Zum Vergleich: Wird ein geprüfter Böller versehentlich in der Hand gezündet, kommt es laut BAM nur zu leichten Verbrennungen.

Die Bundesanstalt rät deshalb dazu, Feuerwerk nur in Deutschland zu kaufen und darauf zu achten, dass eine deutsche Gebrauchsanleitung vorliegt und die Ware eine Registriernummer und das CE-Zeichen trägt. Dieses Zeichen der EU besagt, dass das Produkt den geltenden Anforderungen entspricht.

Tipps für sicheres Knallen:

  • Auf das Prüfzeichen achten! Der Verkauf von Feuerwerkskörpern der Kategorie F2 (Batterien, Böller, Raketen, Verbundfeuerwerk) ist dieses Jahr vom 28. bis 31. Dezember erlaubt. Achten Sie beim Kauf auf das aufgedruckte Prüfzeichen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, die dazugehörige Identifikationsnummer sowie das europäische CE-Siegel. Zu erkennen ist das Prüfsiegel an einer vierstelligen Nummer plus F2 plus einer weiteren fortlaufenden Nummer wie zum Beispiel 0589-F2-1234. Fehlen diese Angaben, sollten Sie die Finger von den Feuerwerkskörpern lassen. Verwenden Sie niemals selbst gebastelte Böller!

  • Zeitliche Beschränkungen berücksichtigen! Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist nur in der Zeit vom 31. Dezember bis einschließlich 1. Januar erlaubt. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern oder Tankstellen ist grundsätzlich verboten.

  • Altersbeschränkung beachten! Böller, Raketen und Verbundfeuerwerk (sie alle fallen unter die Kategorie F2) dürfen nur an Personen ab 18 Jahre verkauft werden. Feuerwerkskörper der Kategorie F1 wie etwa Wunderkerzen, Knallerbsen und Tischfeuerwerk sind für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Trotzdem sollten Eltern das Abbrennen beaufsichtigen. Auch die Feuerwerkskörper der Kategorie F1 sind mit einem entsprechenden Prüfsiegel gekennzeichnet.

  • Keine Schusswaffen verwenden! Die Verwendung von Signalmunition und Seenotrettungsraketen sowie das Abschießen von Munition aus Schusswaffen aller Art als Silvesterknallerei ist gefährlich und verboten.

  • Fenster und Türen geschlossen halten! Schließen Sie in der Silvesternacht sämtliche Fenster und Lüftungsklappen Ihrer Wohnung. Auch Lager, Betriebsräume, Ställe, Schuppen und Garagen sollten geschlossen sein, damit keine Raketen oder Böller hineinfliegen und unter Umständen Brände auslösen können. Wer die Möglichkeit dazu hat, sollte sein Auto in die Garage oder eine ruhige Seitenstraße stellen.

  • Immer nach draußen gehen! Die meisten Feuerwerkskörper dürfen nur im Freien angezündet werden. Das Abbrennen in Wohnräumen, Treppenräumen, an geöffneten Fenstern und auf Balkonen ist gefährlich und eine häufige Brandursache.

  • Genügend Abstand halten! Feuerwerkskörper wie Kanonenschläge oder Böller niemals in der Hand halten, sondern auf den Boden legen und mit "langem Arm" anzünden, danach mindestens acht Meter Abstand halten. In der Hand angezündete Knallkörper nicht unkontrolliert fortwerfen. Handschuhe schützen vor Verbrennungen. Starten Sie Raketen nicht aus der Hand, sondern aus Flaschen oder Rohren. Diese am besten in eine Getränkekiste stellen oder in den Boden stecken, damit sie nicht umfallen. Die Raketen müssen so aufgestellt werden, dass sie ungehindert aufsteigen können. Achten Sie dabei auch auf die Windrichtung. Zielen Sie niemals auf Menschen, Tiere, Gebäude oder Autos.

  • Blindgänger und beschädigte Raketen liegen lassen! Nicht gezündete Feuerwerkskörper niemals erneut anzünden. Häufig kommt es bei Blindgängern zu einer verspäteten Zündung. Auch beschädigte Stockraketen nicht mehr anzünden, weil deren Flugbahn unberechenbar ist. Nach 30 Minuten in einem Eimer mit Wasser sind Blindgänger unschädlich und können in der Restmülltonne entsorgt werden.

  • Nicht zu viel Alkohol trinken! Zünden Sie kein Feuerwerk, wenn Sie stark alkoholisiert sind. Achten Sie darauf, dass andere Leute in Ihrem Umfeld nicht zu viel Alkohol getrunken haben, wenn sie Böller und Raketen starten wollen.

  • Kinder schützen! Eltern und Erwachsene sollten Feuerwerksartikel nicht an Kinder und Jugendliche weitergeben. Besonders kleine Kinder sollten während des Feuerwerks unter Aufsicht - am besten in der Wohnung - bleiben. Sprechen Sie mit ihnen vorher über die Gefahren in der Silvesternacht.

  • Rücksicht auf Tiere nehmen! Die meisten Tiere mögen den Lärm in der Silvesternacht nicht. Hunde und Katzen etwa haben ein viel feineres Gehör als Menschen, sind also wesentlich empfindlicher. Sie sollten in der Wohnung bleiben, nach Möglichkeit in einem ruhigen Raum. Pflanzliche Mittel können eine beruhigende Wirkung haben. Pferde können wegen der lauten Knallerei in Panik geraten und davonlaufen. Eine ihnen vertraute Person sollte in der Silvesternacht bei ihnen im Stall sein. Auch Tiere in der Natur, etwa Vögel, leiden unter dem nächtlichen Lärm. Daher bitte kein Feuerwerk in Parks und in der Nähe von Bäumen und Gebüsch zünden.

In vielen niedersächsischen Städten gelten Verbote

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Nach dem Anzünden müssen Silvesterböller sofort weggeworfen werden.

Grundsätzlich ist es verboten, Feuerwerk jeder Kategorie in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie von Kirchen abzubrennen. Das Verbot gilt seit 2009 auch in unmittelbarer Nähe von Reet- und Fachwerkhäusern. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 50.000 Euro. Wegen der erhöhten Brand- und Verletzungsgefahr haben mehrere Städte in Niedersachsen das Abbrennen von Feuerwerk untersagt, vor allem in historischen Innenstädten und teilweise auch in Wohngebieten. Entsprechende Verbote gelten unter anderem in Celle, Goslar, Göttingen, Hildesheim, Lüneburg Northeim und Wolfenbüttel. Auch Hannover hat in diesem Jahr erstmals ein Feuerwerksverbot in der City erlassen. In den Nationalparks Harz und Wattenmeer ist das Zünden von Silvesterfeuerwerk aus Rücksicht auf Tiere und Pflanzen nicht erlaubt.

Keine Böller an Schleswig-Holsteins Nordseeküste

Warum leuchten Raketen bunt?

Feuerwerk besteht meist aus einer Mischung von viel Schwarzpulver mit Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Kupfer sorgt für blaue Farben, Strontium für Rottöne, Barium für Grün und Calciumsalze für gelb-orange Farben.

In Schleswig-Holstein gilt insbesondere in Orten mit hoher Dichte an Reetdachhäusern ein Feuerwerksverbot für Privatpersonen. So dürfen beispielsweise auf den Nordseeinseln Sylt und Amrum und in St. Peter-Ording keine Böller gezündet werden - auch nicht am Strand. An der Sylter Südspitze in Hörnum und an der Seebrücke in St. Peter können Einheimische und Urlauber aber jeweils ein offizielles Feuerwerk besuchen. Auf Föhr ist Feuerwerk nur auf den Deichen und am Strand gestattet, in vielen anderen Orten muss mindestens 300 Meter Abstand zu Reetdachhäusern eingehalten werden.

Ähnliche Beschränkungen gelten auch in vielen Gemeinden Mecklenburg-Vorpommerns. In einigen Innenstädten in Niedersachsen sind

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Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 28.12.2018 | 16:00 Uhr

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