Stand: 11.06.2018 11:01 Uhr

Unser Mann im All: "Astro-Alex" auf ISS-Mission

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Alexander Gerst wird als erster Deutscher das Kommando auf der ISS übernehmen.

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist zu seiner zweiten Langzeitmission auf der Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Am 6. Juni um 13.12 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit startete auf dem kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur die Sojus-Rakete, die ihn zur ISS brachte. Während der zweiten Hälfte des sechsmonatigen Aufenthalts wird Gerst sogar das Kommando auf der ISS übernehmen: Er wird damit der erste deutsche und der zweite europäische Kommandant der ISS sein. Gerst wird aber auch in den ersten drei Monaten seiner Mission auf der ISS genug zu tun haben.

Die ISS im Weltall mit Blick auf die Erde.

Auf dem Weg in den Weltraum: Mission "Horizons"

Mein Nachmittag -

Am 6. Juni bricht Astronaut Alexander Gerst mit einer "Sojus"-Rakete zur Internationalen Raumstation ISS auf. Tim Berendonk ist fasziniert vom fliegenden Assistenz-Roboter "Cimon".

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Zahlreiche Experimente geplant

Das Wissenschaftsprogramm der Europäischen Weltraumorganisation ESA sieht mehr als 50 europäische Experimente vor, die Erkenntnisse für die Menschen auf der Erde bringen und die Erkundung des Weltraums antreiben sollen. Auch deutsche Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) steuern Experimente zur Mission "Horizons" (deutsch: Horizonte) bei. Laut DLR geht es dabei um Lösungen für globale gesellschaftliche Herausforderungen wie Gesundheit, Umwelt, Klimawandel sowie Digitalisierung, Industrie 4.0, Energie und Mobilität von morgen.

Echtzeitmikroskop "Flumias" und Roboter "Cimon" sind dabei

Erstmals mit dabei ist ein neu entwickeltes 3-D-Echtzeitmikroskop namens "Flumias". Es ist so klein wie ein Schuhkarton und ermöglicht es, dynamische Zellprozesse zu beobachten - die Entwicklung von menschlichen Immunzellen an Bord. Eines der Experimente testet Sand und Granulate unter Schwerelosigkeit und soll wichtige Hinweise für die Industrie und zur Energie-Einsparung bringen. Ein weiteres Forschungsprojekt befasst sich mit der Auswirkung von Stress auf das Immunsystem. Es soll den Menschen auf der Erde nutzen, aber auch bei den angestrebten Langzeitmissionen zu Mond oder Mars.

Nicht alle Versuche an Bord sind neu, auch Experimente früherer Besatzungen werden fortgeführt. "Astro-Alex", wie Alexander Gerst sich selbst nennt, hat diesmal einen beweglichen Roboter mit Gesicht zur Verfügung, der auf Sprachbefehle hört. "Cimon" kann ihm bei Wartungsarbeiten helfen, reparieren und Experimente dokumentieren, und er ist für Gerst Gesprächs- und Trainingspartner. Auch ein Bildungsprogramm für Kinder und Jugendliche ist während des sechsmonatigen ISS-Aufenthalts geplant.

Zweiter ISS-Aufenthalt für "Astro-Alex"

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Alexander Gerst war bereits 2014 für ein halbes Jahr auf der ISS.

Für den 42-jährigen Gerst ist es bereits der zweite Aufenthalt auf der ISS. Bereits 2014 war er für ein halbes Jahr auf der Raumstation - als elfter Deutscher im All und dritter deutscher Raumfahrer auf der ISS. Wie wohl kein ISS-Mitglied zuvor ließ "Astro-Alex" damals die Welt über Social-Media-Botschaften und Zehntausende Fotos an seinem Abenteuer teilhaben. "Um zu erkennen, dass Menschen im All leben können, musste ich ein halbes Jahr hier oben verbringen. Um zu erkennen, wie schön die Erde ist, brauchte ich eine Minute. Um zu erkennen, wie zerbrechlich unser kleiner blauer Planet ist, brauchte ich nur einen Augenblick", schrieb "Astro-Alex" kurz vor seiner Rückkehr von der "Blue Dot"-Mission (Blauer Punkt) auf Twitter. Aktuell hält er seine Fans unter anderem auch über seinen Facebook-Auftritt auf dem Laufenden.

Die neue Mission unternimmt der deutsche ESA-Astronaut mit dem russischen Kosmonauten Sergei Prokobjew und der US-amerikanischen NASA-Astronautin Serena Auñón-Chancellor. Auf dem Flug zur ISS übernimmt Prokobjew das Kommando, Gerst wird Co-Pilot sein.

Die ISS: "Außenposten" der Menschheit im All

Die Internationale Raumstation ISS ist der "Außenposten" der Menschheit im All und das bis dato größte Technologieprojekt. Sie steht für eine friedliche Nutzung des Weltraums. Neben den USA, Russland, Kanada und Japan sind die Mitgliedsstaaten der Europäischen Raumfahrtagentur ESA daran beteiligt. Die erste russisch-amerikanische Besatzung startete im Jahr 2000. Mehr als 200 Menschen waren bereits an Bord.

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Gerst: Aus Science-Fiction sollen Fakten werden

Vor seinem zweiten Flug zur ISS hat deren künftiger Kommandant Gerst die Bedeutung der Weltraumforschung hervorgehoben. Es gehe um Erkenntnisse, die auch auf der Erde vorn Nutzen seien. Mehr bei tagesschau.de. extern

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Deutscher Astronaut auf der ISS

Am 6. Juni fliegt der deutsche Astronaut Alexander Gerst zum zweiten Mal auf die ISS. Der Bayerische Rundfunk hat weitere Informationen und Hintergründe zur "Horizons"-Mission. extern

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 01.06.2018 | 16:20 Uhr

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