Sendedatum: 27.01.2016 10:00 Uhr  | Archiv

Ungebetener Mitbewohner: Schimmel

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Fast jeder Zweite in Deutschland hatte schon mal mit ihm zu kämpfen: Schimmel.

Er lebt von Feuchtigkeit und ist er einmal eingezogen, wird man ihn oft so schnell nicht mehr los: Schimmel. Oft nistet er sich in unzugänglichen Ecken oder an der Rückseite von Möbeln ein, wo wenig Luftaustausch stattfindet. Breitet er sich aus, stellt er zudem ein Gesundheitsrisiko dar. Laut einer Studie der Humboldt-Universität Berlin hatten über 41 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schon einmal mit dem ungebetenen Mitbewohner zu kämpfen. Besonders in Mietwohnungen schieben Vermieter das Problem häufig auf falsches Lüft- und Heizverhalten der Mieter. Doch ist es wirklich so einfach?

Wie entsteht ein Schimmelpilz?

Ein idealer Nährboden für Schimmelpilzsporen sind organische Materialien wie Tapete, Holz, Kleister oder Kunstharz. Kommt ausreichend Feuchtigkeit dazu, kann der Pilz sprießen. Die Feuchtigkeit stammt entweder von Kondenswasser oder Bauschäden. Die verschiedenen Farben des Schimmels stammen von Mikroorganismen, die sich zu dem Pilz gesellen. Die sichtbare Bildung von Schimmel ist erst der letzte Schritt. Schimmelsporen können schon vorher vorhanden sein und durch muffigen Geruch und gereizte Schleimhäute bemerkt werden.

Schimmel in der Wohnung vorbeugen

Jeden Tag mehrmals stoßlüften, die Pflanzen und Möbel nicht zu nah an die Wand stellen und immer ausreichend heizen. Doch Hand aufs Herz: Wer hält das alles ein? Bei -5 Grad Außentemperatur das Fenster aufreißen ist keine so einfache Aufgabe, und die Zimmerecke eignet sich doch so schön für einen Ficus. Ehe man sich versieht, wächst schon der erste schwarze Flaum an der Wand. Ist wirklich das eigene Verhalten Schuld am Schimmel, dann ist die Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Schimmels unkompliziert.

Tipps und Tricks gegen Schimmel

  • Gut heizen

    Um Schimmel vorzubeugen, sollten Sie Ihre vier Wände vor allem im Winter ausreichend heizen. Der Pilz liebt kalte Wände, deswegen sollten Sie die Räume nie auskühlen lassen. Nach dem Lüften sollten die Heizkörper sofort wieder angestellt werden.

  • Lüften!

    Wichtig: regelmäßig lüften. Dadurch findet ein Luftaustausch statt und Kondeswasser hat keine Chance sich an Wänden und Möbeln festzusetzen.

  • Nach dem Duschen Fenster auf

    Besonders nach dem Duschen und Baden unbedingt gut durchlüften! Einfach das Fenster für ein paar Minuten aufreißen und die Feuchtigkeit rauslassen. Hat Ihr Badezimmer kein Fenster, ist ein guter Lüfter empfehlenswert.

  • Möbel richtig stellen

    Besonders zu Außenwänden sollten Möbel einen Abstand von mindestens 10 Zentimetern haben. Dann kann die Luft auch hinter den Möbeln zirkulieren und Feuchtigkeit hat keine Chance sich festzusetzen.

  • Befallene Stellen sofort behandeln

    In Baumärkten, aber auch in Drogerien finden sich geeignete Mittel, um den Schimmel zu entfernen und ihn von weiterer Ausbreitung abzuhalten. Ist eine große Fläche betroffen und wird schnell neuer Schimmel sichtbar, sollten Experten zu Rate gezogen werden.

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Schimmel als Streitfalle

Leider lässt es sich nicht so einfach feststellen, wer für den Schimmelbefall verantwortlich ist - das kann zu Streit zwischen Mieter und Vermieter führen. Risse in der Außenwand lassen sich recht schnell erkennen, doch auch eine schadhafte Dachabdeckung oder defekte Regen-, Trinkwasser oder Heizungsleitungen können der Übeltäter sein. Rechtlich gesehen, muss im Streitfall zunächst der Vermieter durch ein fachliches Gutachten beweisen, dass der Schimmelbefall nicht auf bauliche Mängel zurückzuführen ist. Erst danach ist der Mieter in der Pflicht sein richtiges Wohnverhalten zu belegen. Der Deutsche Mieterbund bietet seinen Mitgliedern den Verleih von Thermohygrographen an, um Raumklima sowie Heiz- und Lüftungsverhalten zu dokumentieren und das richtige Verhalten beweisen zu können.

Mietminderung bei baulichen Mängeln

Sind tatsächlich bauliche Mängel die Ursache, ist der Vermieter in der Pflicht, diese umgehend fachgerecht zu beseitigen. Kommt er dieser Verpflichtung nicht nach und wird die Raumnutzung durch den Befall eingeschränkt, hat der Mieter das Recht einen Teil der Miete einzubehalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 27.01.2016 | 10:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/Ungebetener-Mitbewohner-Schimmel,schimmel322.html

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