Stand: 08.12.2017 09:36 Uhr

So finden Sie den perfekten Weihnachtsbaum

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Bei der Wahl des passenden Baums ist Augenmaß gefragt.

Ein Weihnachtsbaum gehört für die meisten Deutschen unabdingbar zum Fest: Fast 25 Millionen Nordmanntannen, Blaufichten und Edeltannen werden bundesweit jährlich verkauft und schmücken Wohnzimmer, Balkone und öffentliche Räume. Beim Kauf spielen meist persönliche Vorlieben und der Preis die entscheidenden Rollen. Allerdings lohnt es auch, ökologische Kriterien zu beachten, denn viele Bäume stammen von intensiv bewirtschafteten Flächen.

Das Tannenfeld von oben gesehen.

Wie geht das? 250.000 Weihnachtsbäume

Wie geht das? -

Kaum einer kennt die Geheimnisse des perfekten Weihnachtsbaumes so gut wie Bernd Oelkers. Er ist einer der größten Produzenten Deutschlands. Pro Saison verkauft er rund 250.000 Bäume.

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Woher kommen die Bäume?

Rund 90 Prozent der Weihnachtsbäume wachsen in Deutschland heran - Tendenz steigend. Der Rest wird überwiegend aus Dänemark importiert. Die wichtigsten deutschen Anbauflächen liegen in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Bäume müssen etwa zehn Jahre wachsen, bis sie rund zwei Meter groß sind.

Was kostet der Baum?

Die Preise für Weihnachtsbäume sollen in diesem Jahr nur leicht steigen. Eine gut gewachsene zwei Meter große Nordmanntanne kostet Experten zufolge 36 bis 48 Euro. Blaufichten gleicher Länge schlagen mit etwa 20 bis 30 Euro zu Buche. Der Preis für einfache Fichten liegt bei sechs bis zehn Euro pro Meter. Spürbar günstiger werden weniger perfekt geformte Bäume angeboten.
Deutliche Preisunterschiede bestehen zwischen dem Fachhandel wie Baumschulen oder Gärtnereien, speziellen Verkaufsständen in Städten sowie Bau- oder Supermärkten.

Manche Experten raten aus ökologischen Gründen, Fichten, Kiefern oder Tannen zu kaufen, die bei der Durchforstung heimischer Wälder anfallen. Mindestens alle zehn Jahre müssen in jungen Waldbeständen einige Bäume weichen, damit sich die kräftigsten Stämme weiterentwickeln können. Allerdings decken solche Weihnachtsbäume nur rund fünf Prozent des Bedarfs.

Ist der Baum noch frisch?

Weihnachtsbäume aus der Region haben kürzere Transportwege und sind daher meist frischer. Ob ein Baum vor Kurzem geschlagen wurde, lässt sich an der hellen Schnittfläche erkennen. Bei Bäumen, die schon länger gelegen haben, wird die Schnittstelle grau. Ein weiterer Hinweis sind die Nadeln: Stechen sie bereits beim Kauf in die Haut, ist der Baum nicht mehr frisch. Stammt die Pflanze von einer großen Plantage, wurde sie meist viele Wochen vor den Feiertagen geerntet. Ein Kauf in letzter Minute lohnt nur, wenn man keine Möglichkeit hat, den Baum bis Weihnachten im Freien - etwa auf dem Balkon oder im Garten - zu lagern. In einem Eimer Wasser bleibt er dort frisch und die Auswahl ist zum Verkaufsstart größer. In einer warmen Wohnung dagegen trocknen Bäume rasch aus.

Ganz frisch ist der Weihnachtsbaum, wenn man ihn selbst schlägt. Forstämter, Baumschulen und Bauernhöfe bieten das an vielen Orten im Norden an, besonders in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen.

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Satt grün oder bläulich, lange oder kurze Nadeln: Als Weihnachtsbaum eignen sich verschiedene Baumarten. Mit einem Marktanteil von fast 80 Prozent sind Nordmanntannen die beliebtesten Bäume zum Fest. Ihre Nadeln sind relativ weich, trocknen nicht so schnell aus und fallen auch trocken kaum ab. Allerdings verströmen Nordmanntannen nicht den typischen Tannenbaum-Duft, denn der Harz-Gehalt ist gering. In der Käufergunst folgen Blaufichte, Fichte und Edeltanne.

Biobäume sorgen für gutes Klima

Empfehlenswert, aber etwas teurer als konventionelle, sind ungespritzte, ökologisch gezogene Weihnachtsbäume. Auch sie stammen aus Kulturen, wachsen aber ohne Spritzmittel-Einsatz. Das ist nicht nur gut für die Natur, sondern auch für das Raumklima. Öko-Weihnachtsbäume gibt es etwa bei Bio-Landwirten zu kaufen. Verbraucher erkennen sie beispielsweise an einem Zertifikat der Organisation zur Förderung verantwortungsvoller Waldwirtschaft, Forest Stewardship Council (FSC). Das grüne Logo mit einem stilisierten Baum wird nur an Forstbetriebe mit umweltverträglicher Waldwirtschaft vergeben. Etwa zehn Prozent der Waldfläche in Deutschland ist bisher entsprechend zertifiziert.

Bäume mit Ballen wachsen selten weiter

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Die meisten Weihnachtsbäume stammen von Plantagen.

Der Kauf eines Nadelbaums mit Ballen scheint ökologisch sinnvoll. Jedoch wächst ein Baum, der im warmen Zimmer gestanden hat und dann ins Freie gesetzt wird, in der Regel nicht an. Wer es dennoch versuchen möchte, sollte darauf achten, dass der Baum bereits im Topf gezüchtet wurde. Werden die Pflanzen erst zum Verkauf ausgestochen und eingetopft, nehmen die Wurzeln erheblichen Schaden. Außerdem sollte man den Baum nur wenige Tage ins Zimmer holen, ihn erst einpflanzen, wenn der Boden frostfrei ist und den Wurzelbereich gegen Frost schützen.

So bleibt der Weihnachtsbaum lange frisch

  • Bei längerem Transport auf dem Autodach den Baum in Folie einschlagen. Sonst verliert er im Fahrtwind erhebliche Mengen Wasser und trocknet aus.
  • Den Baum zu Hause kühl stellen - am besten auf Terrasse, Balkon oder im Keller in einem Eimer Wasser - und erst kurz vor dem Fest in die Wohnung holen.
  • Den Baum auch in der Wohnung mit Wasser versorgen. Die Aufnahme wird erleichtert, wenn die Sägestelle frisch ist. Den Stamm also vor dem Aufstellen einige Zentimeter absägen und in einen Ständer mit Wasserbehälter stellen. Diesen regelmäßig nachfüllen. Ein etwa zwei Meter hoher Baum braucht rund zwei Liter Wasser am Tag.
  • Den Baum möglichst weit entfernt von der Heizung oder anderen Wärmequellen aufstellen.

Plastik eher unbeliebt

Eine Außenseiterrolle zu Weihnachten spielen Plastikbäume, die in etwa fünf Prozent der Haushalte stehen. Nicht nur die Herstellung belaste die Umwelt, auch bei der Müllverbrennung würden Schadstoffe freigesetzt, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). Ein echter Baum hingegen kann nach den Festtagen umweltfreundlich zu Humus verarbeitet werden.

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Dieses Thema im Programm:

Wie geht das? | 13.12.2017 | 18:15 Uhr

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