Stand: 12.08.2020 10:06 Uhr

Perseiden: Es regnet wieder Sternschnuppen

Sternschnuppen und der Mond am nächtlichen Himmel © fotolia.com Foto: Sergiogen
Beobachter können in diesen Tagen auf viele Sternschnuppen hoffen: Die Erde kreuzt die Staubfahne des Kometen Swift-Tuttle.

Hunderte Wünsche frei! Wer in diesen Tagen in den Nachthimmel schaut, hat gute Chancen, ein besonderes Naturphänomen zu bestaunen: Noch bis Ende August sind die Perseiden zu sehen. Der Sternschnuppenregen lockt naturverbundene Nachtschwärmer und Wissenschaftler nach draußen. Höhepunkt des Naturschauspiels war dieses Jahr die Nacht vom 11. auf den 12. August.

Doch auch noch jetzt können Sternengucker die klaren Nächte nutzen, um einen Blick auf das Lichtschauspiel am Nachthimmel zu erhaschen. Sie müssen nur ein wenig Geduld mitbringen. Ab 22 Uhr lohnt sich der Blick nach oben. Die meisten Sternschnuppen sind in den frühen Morgenstunden bis vier Uhr zu sehen.

Erde kreuzt Staubfahne des Kometen Swift-Tuttle

Unter Perseiden versteht man einen Sternschnuppenregen, bei dem Staubkörner in der Atmosphäre verglühen. Der Name stammt vom Sternbild Perseus: Denn es sieht am Himmel so aus, als ob die die Sternschnuppen dem Sternbild entspringen. Ihren Ursprung haben sie allerdings im Schweif des Kometen mit dem Namen 109P/Swift-Tuttle. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne kreuzt die Erde jedes Jahr um den 12. August den Kometenschweif.

Und dessen Staubteilchen leuchten als helle Sternschnuppen, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten. Der Luftwiderstand bremst ihre Geschwindigkeit stark ab, dabei entsteht Wärme, die die Teilchen bis zum Glühen erhitzt. Größere Meteore sind beim Verglühen als sogenannter Feuerball zu sehen. Im Volksmund werden die Perseiden auch "Tränen des Laurentius" genannt. Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen, so der Aberglaube.

Lichtverschmutzung und Mondschein erschweren Sichtung

Bild eines Meteors am Nachthimmel über Schlewig Holstein.  Foto: Heiko Albrecht
Besonders in ländlichen Regionen mit wenig Lichtquellen und in Höhenlagen lassen sich Sternschnuppen gut beobachten.

Bei der Beobachtung sollten Sternengucker möglichst den Blick auf Lichquellen wie das Smartphone vermeiden. Das menschliche Auge benötigt etwa eine halbe Stunde, um sich optimal an das Sehen in der Dunkelheit anzupassen. Auch die sogenannte Lichtverschmutzung und Streulicht in großen Städten erschwert die Beobachtung des Nachthimmels. Das Licht von Haus- und Straßenbeleuchtung, Hafenanlagen oder Flughäfen wird von der Erdatmosphäre reflektiert und legt sich wie ein Dunstschleier über große Ballungsgebiete. Auch Mondlicht erschwert die Sichtung von Sternschnuppen.

Perseiden: Norddeutsche Hotspots zur Beobachtung

Besonders gut lassen sich Sternschnuppen in ländlichen Regionen beobachten, in denen es wenig Lichtquellen gibt. Auch das Erklimmen von Bergen bietet Vorteile: Je höher sich Beobachter positionieren, desto größer ist der Himmelsausschnitt. Eine Auswahl von norddeutschen Orten und Regionen, die gute Bedingungen für eine Beobachtung der Perseiden bieten:

Weitere Informationen
Der Sternenhimmel über einem Wald bei Nacht. © akai / photocase.de Foto: akai / photocase.de

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 11.08.2020 | 21:45 Uhr

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