Stand: 25.05.2020 15:18 Uhr  - Hamburg Journal

Urlaub in Corona-Zeiten: Fragen und Antworten

Das Coronavirus hat sich weltweit ausgebreitet. Reisende und Urlauber sind davon massiv betroffen. Die Bundesregierung hat eine weltweite Warnung für touristische Reisen ausgesprochen. In Norddeutschland dürfen Touristen mit Einschränkungen wieder Urlaub machen. Kunden dürfen Reisekosten für ihre gebuchte Pauschalreise, die nun nicht mehr stattfinden kann, zurückfordern. Fragen und Antworten zum Thema.

Dürfen Bundesbürger noch ins Ausland reisen?

Die Bundesregierung hat eine weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Coronavirus-Pandemie bis mindestens 14. Juni herausgegeben, die voraussichtlich nicht verlängert wird. Stattdessen soll es sogenannte Reisehinweise geben. Der internationale Luft- und Reiseverkehr ist erheblich eingeschränkt, weltweit gelten in vielen Ländern weiterhin Einreisebeschränkungen, Quarantänemaßnahmen und Einschränkungen im öffentlichen Leben. Einige europäische Staaten haben angekündigt, die Grenzen schrittweise wieder zu öffnen.

Ist Urlaub in Norddeutschland möglich?

Ja, allerdings mit Einschränkungen und unterschiedlichen Detail-Regelungen in den Bundesländern.

  • In Niedersachsen dürfen alle Unterkünfte für Touristen wieder Gäste aufnehmen, aber höchstens 60 Prozent der Betten belegen. In Ferienwohnungen und -häusern dürfen alle Betten belegt werden, allerdings erst nach sieben Tagen neue Gäste einziehen. Die gleichen Regeln gelten auf den Ostfriesischen Inseln, Tagesbesucher dürfen jedoch weiterhin nicht auf die Inseln. Niedersachsens Regeln im Überblick.
  • In Schleswig-Holstein haben Hotels, Ferienwohnungen und andere Unterkünfte sowie Stellplätze für Wohnmobile unter Auflagen geöffnet, auch auf Helgoland. Am Pfingstwochenende (30.5.-1.6.) dürfen Tagestouristen nicht auf die nordfriesischen Inseln und Halligen sowie nach St. Peter-Ording und Büsum reisen. Ausnahmen: die Insel Nordstrand und die Hamburger Hallig.
  • In Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit dem 25. Mai wieder Besucher aus allen Teilen Deutschlands übernachten. Sie müssen ihre Unterkunft vor der Einreise ins Land gebucht haben. Hotels und Campingplätze dürfen nur zu 60 Prozent belegt sein. Tagestouristen dürfen weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen. Hier weitere Corona-Regeln im Nordosten.
  • In Hamburg sind touristische Übernachtungen generell erlaubt, auch hier gilt die 60-Prozent-Grenze.

Touristen kehren langsam zurück

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Wie ist die Lage an den Grenzen zu Dänemark, Polen und den Niederlanden?

Die Niederlande haben die Einreise aus Deutschland nicht begrenzt und wollen ab 1. Juli für touristische Übernachtungen zunächst die Campingplätze wieder öffnen. In Dänemark und Polen bestehen weiterhin Einreiseverbote für Urlauber, in Dänemark zunächst bis zum 31. Mai. Allerdings erlaubt Dänemark die Durchreise zur Sylt-Fähre und nach Schweden.

Lässt sich der Sommerurlaub jetzt sicher planen?

Eine sichere Urlaubsplanung für den Sommer 2020 ist weiterhin schwierig. Reisen im Inland werden voraussichtlich mit Einschränkungen möglich sein. Bei Auslandsreisen wird es stark vom jeweiligen Ziel abhängen. In Kroatien ist Urlaub bereits wieder möglich, Österreich plant dies ab 15. Juni und Griechenland voraussichtlich ab 1. Juli. Das Auswärtige Amt informiert über die Situation in einzelnen Ländern.

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Findet meine gebuchte Reise statt?

Viele Reiseveranstalter haben gebuchte Reisen, die bis einschließlich 14. Juni beginnen sollten, abgesagt. Auf ihren Websites informieren sie über Details und die Rückerstattung des Reisepreises. Ob Reisen, die später beginnen sollen, stattfinden, ist nicht sicher. Voraussichtlich wird es je nach Reiseziel unterschiedliche Regelungen geben. Wer frühzeitig selbst storniert, läuft Gefahr, die vertraglich vereinbarten Stornierungskosten zahlen zu müssen, so die Verbraucherzentrale. 

Fluggesellschaften haben den Reiseverkehr weitgehend eingestellt. Unter anderem haben die Schweiz, Österreich, Frankreich, Tschechien, Polen und Dänemark ihre Grenzen für Urlauber geschlossen. 

Kann ich eine gebuchte Pauschalreise kostenlos stornieren?

Mit der weltweiten Reisewarnung können Kunden alle Pauschalreisen ins Ausland bis 14. Juni 2020 kostenlos stornieren, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Wer nach diesem Termin verreisen möchte, hat aber bislang kein allgemeines Recht, den gebuchten Urlaub mit Hinweis auf das Coronavirus kostenfrei abzusagen. Die Verbraucherzentrale rät in diesem Fall, sich mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen einer frühen Stornierung genau zu beschäftigen. Nähere Hinweise geben die Verbraucherschützer auf ihrer Website.

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Müssen Kunden Reise-Gutscheine akzeptieren?

Sagt ein Reiseveranstalter eine Pauschalreise oder Kreuzfahrt ab, muss er den Kunden ihr Geld innerhalb von 14 Tagen erstatten. Viele Unternehmen bieten derzeit stattdessen Gutscheine an. Sie sind bisher für Verbraucher keine sichere Alternative, da sie im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters wertlos sind. Deshalb sind Kunden nicht verpflichtet, einen Gutschein zu akzeptieren. Um die Reisebranche zu unterstützen, hat das Bundeskabinett nun beschlossen, die Gutscheine finanziell abzusichern. Wird ein Gutschein nicht bis Ende 2021 eingelöst, soll das Geld ausgezahlt werden. Bedingung: Die Reise wurde vor dem 8. März 2020 gebucht und fand aufgrund der Corona-Pandemie nicht statt.

Was gilt für Individualreisende?

Wegen der Schließung der Grenzen haben auch diejenigen, die Reiseleistungen einzeln selbst gebucht haben, laut Verbraucherzentrale Chancen, ihr Geld zurückzubekommen - zumindest, wenn sie nach deutschem Recht gebucht haben. Wurde der Vertrag direkt mit einem ausländischen Unternehmen geschlossen, greift dortiges Recht. Viele Unternehmen zeigen sich kulant: So können Kunden der Vermittlungsplattform Airbnb Unterkünfte, die für einen Zeitraum bis Ende Mai gebucht wurden, kostenlos stornieren. Generell raten die Verbraucherschützer: Wer die geplante Reise nicht antreten möchte, sollte versuchen, mit dem Vertragspartner eine einvernehmliche Regelung zu treffen.

Was geschieht, wenn mein Flug ausfällt?

Sagt eine Fluggesellschaft einen gebuchten Flug ab, bekommen Kunden ihr Geld zurück oder können einen Ersatzflug zu einem späteren Zeitpunkt wahrnehmen. Eine zusätzliche Entschädigung muss die Fluggesellschaft zumindest dann nicht leisten, wenn für das Zielland ein Einreiseverbot gilt. Findet der Flug statt, gibt es kein generelles Recht auf Umbuchung oder kostenloses Storno. Viele Gesellschaften bieten aber individuelle Kulanzregelungen und flexible Umbuchungsmöglichkeiten an.

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Gibt es Einschränkungen bei der Deutschen Bahn?

Die Deutsche Bahn hat den Fernverkehr und den Regionalverkehr eingeschränkt und passt ihn immer wieder an. Mehrere internationale Verbindungen sind unterbrochen. Die Bahn bittet darum, grenzüberschreitende Reisen bis auf Weiteres zu verschieben. Möglichkeiten für Kunden, Reisen zu verschieben oder zu stornieren, wurden erweitert. Im Fernverkehr können Tickets, die bis zum 13. März gekauft wurden und für Fahrten ab dem 5. Mai gelten, flexibel und ohne Zugbindung bis zum 31. Oktober genutzt werden. Für Gruppen-Fahrkarten ist das nicht möglich, sie können aber kostenfrei storniert werden.

Für Fahrkarten, die ab dem 14. März gekauft wurden, gelten die normalen Stornobedingungen. Die wichtigsten Fragen beantwortet die Bahn auf ihrer Website.

Wie ist die Situation bei Kreuzfahrten?

Die Kreuzfahrten ruhen aktuell weltweit. Sämtliche Reisen wurden abgebrochen. Viele Veranstalter bieten kostenlose Umbuchungen an. Auf ihren Websites informieren die Veranstalter über die genauen Regelungen.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 24.05.2020 | 19:30 Uhr