Stand: 09.08.2019 14:09 Uhr

Sternschnuppenregen: Die besten Spots im Norden

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Geduldige Beobachter können in diesen Tagen auf viele Sternschnuppen hoffen.

Hunderte Wünsche frei! Wer in diesen Tagen in den Nachthimmel schaut, hat gute Chancen, ein besonderes Naturphänomen zu bestaunen: Noch bis Ende August sind die Perseiden zu sehen. Der Sternschnuppenregen lockt naturverbundene Nachtschwärmer und Wissenschaftler nach draußen. Im Volksmund werden die Perseiden auch "Tränen des Laurentius" genannt.

Für das romantische Himmelsspektakel hat Marco Ludwig, Leiter der VHS-Sternwarte Neumünster, eine eher nüchterne Erklärung: "Bei den Sternschnuppen handelt es sich um verglühende Kometenstaubpartikel. Die Erde durchläuft in dieser Zeit eine Staubwolke. Die kleinen Staubpartikel treten in die Erdatmosphäre ein und verglühen dann. Am Nachthimmel wird das als kleine Leuchtspur sichtbar."

Vollmond zum Sternschnuppen-Höhepunkt

Der Sternschnuppen-Höhepunkt wird in der Nacht vom 12. auf den 13. August erwartet. In dieser Zeit können bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde gesichtet werden. Allerdings hellt der Vollmond in dieser Zeit den Himmel zusätzlich auf, das erschwert die Sichtung von Sternschnuppen. Ludwig rät daher: "Am besten nutzt man bereits jetzt die klaren Nächte zum Sterne schauen. Ein bisschen Geduld muss man aber schon mitbringen."

Nicht nur das helle Mondlicht, auch der Blick aufs Smartphone kann die Sicht auf die Sterne trüben. "Die Augen brauchen ungefähr eine halbe Stunde, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Wenn man zwischendurch aufs Handy schaut, dauert es wieder eine gewisse Zeit, bis man alle Sternschnuppen wahrnimmt. Deshalb: Handy besser weglassen", empfiehlt der Experte.

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Bessere Chancen auf dem Land

In ländlichen Regionen sind die Chancen besser, Sternschnuppen zu beobachten. Gerade in Großstädten herrscht oftmals Lichtverschmutzung. Lichtquellen wie Straßenlaternen, aber auch beleuchtete Gebäude, Häfen und Flughäfen hellen die Umgebung auch nachts künstlich auf, dadurch entgehen dem Beobachter viele Sternschnuppen. Je weniger künstliches Licht desto besser.

Hamburg: Sterne schauen auf dem Friedhof

In Hamburg sind daher nur wenige Stellen wirklich geeignet, um sich die Perseiden anzuschauen. Der Ohlsdorfer Friedhof ist verhältnismäßig dunkel. Für Besucher öffnet er in diesem Jahr zum ersten Mal auch nachts seine Pforten. Am 12. August können Nachtschwärmer ab 23 Uhr zum Sterne schauen auf den Friedhof kommen. "Für uns ist das ein Experiment. Wenn die Veranstaltung gut angenommen wird, könnten wir uns auch vorstellen, das im nächsten Jahr zu wiederholen", sagt Pressesprecher Lutz Rehkopf.

Geheimtipps: Inseln, MV und Harz

Die Elbtalaue und die Wilseder Heide bieten gute Bedingungen, um in Niedersachsen die Perseiden zu beobachten. Aber auch der Harz ist gut geeignet. "Mein Tipp: immer rauf auf die Berge", sagt Ludwig. "Je höher man sich positioniert, desto größer ist der Himmelsausschnitt."

Schleswig-Holstein bietet zwei besondere Flecken für Sternensichtungen: Westerhever und der Westen Fehmarns sind besonders dunkel. Aber auch Pellworm bietet gute Voraussetzungen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind der Klützer Winkel und die Umgebung um Gadebusch echte Geheimtipps für Sternengucker. "Mecklenburg-Vorpommern ist Spitzenreiter, was Dunkelheit angeht", sagt Ludwig. Viel Wald und weitläufige Seenlandschaften garantieren den ungetrübten Blick in den Nachthimmel.

Ab 22 Uhr lohnt sich der Blick nach oben richtig. Die meisten Sternschnuppen sind in den frühen Morgenstunden bis vier Uhr zu sehen. Wer eine Sternschnuppe sieht, darf sich etwas wünschen, so der Aberglaube. Das gilt aber nur, wenn man den Wunsch für sich behält und der Einzige ist, der die Sternschnuppe gesehen hat. Bei rund 100 Sternschnuppen in der Stunde stehen die Chancen für einen erfüllten Wunsch also nicht schlecht.

Was sind Perseiden?

Unter Perseiden versteht man einen Sternschnuppenregen, bei dem Staubkörner in der Atmosphäre verglühen. Der Name stammt vom Sternbild Perseus: Denn es scheint, als ob die die Sternschnuppen dem Sternbild entspringen. Ihren Ursprung haben sie allerdings im Schweif des Kometen mit dem Namen 109P/Swift-Tuttle. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne kreuzt die Erde jedes Jahr um den 12. August den Kometenschweif. Und dessen Staubteilchen leuchten als helle Sternschnuppen, wenn sie in die Erdatmosphäre eintreten.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 08.08.2019 | 19:30 Uhr

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