Stand: 04.04.2015 10:38 Uhr

Osterfeuer - aber sicher

Öffentliche Osterfeuer bieten mehr Sicherheit als private Feiern.

Osterfeuer haben eine jahrhundertelange Tradition. Auch in diesem Jahr wecken wieder zahlreiche Osterfeuer die Vorfreude auf die warme Jahreszeit. Leichtsinn kann das Erlebnis allerdings schnell trüben. Schmerzhafte Verbrennungen, Brandschäden und Feuerwehr-Einsätze sind zu Ostern an der Tagesordnung. Tipps der Feuerwehren helfen, Gefahren beim Abbrennen von Osterfeuern zu minimieren.

Zustimmung des Grundeigentümers erforderlich

Besuchen Sie lieber ein öffentliches Osterfeuer, statt ein eigenes zu entzünden - zum Wohle der Umwelt und der eigenen Sicherheit. Wer dennoch ein eigenes Osterfeuer ausrichten möchte, sollte sich bei der zuständigen Behörde erkundigen, welche Bestimmungen dafür gelten. Ist das Feuer nicht angemeldet, kann es für einen unnötigen Feuerwehr-Einsatz sorgen. Die Kosten des Fehlalarms trägt der Veranstalter. In jedem Falls ist die Zustimmung des Grundeigentümers erforderlich. Für Osterfeuer auf öffentlichem Grund sind die örtlichen Verwaltungen zuständig.

Reetdachhäuser fangen schnell Feuer

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In Gebieten mit Reetdachhäusern ist besondere Vorsicht geboten.

Holzstapel für ein Osterfeuer sollten in mindestens 200 Meter Abstand von Gebäuden, verkehrsreichen Straßen und Bahnlinien errichtet werden, um andere nicht durch Rauch und Feuer zu gefährden und zu belästigen. Besonders Reetdachhäuser könnten schnell den Flammen zum Opfer fallen, warnt der Deutsche Feuerwehrverband. Wichtig ist es zudem, auf die Windrichtung zu achten. Damit die Feuerwehr schnell eingreifen kann, wenn das Feuer außer Kontrolle gerät, müssen die Veranstalter für eine ausreichend große Zufahrt sorgen, die nicht durch parkende Autos versperrt werden darf. Geeignete Löschgeräte sollten vor Ort sein.

Rücksicht auf Tiere nehmen

Wer ein Osterfeuer entzündet, sollte dabei auch auf Tiere Rücksicht nehmen. Darauf weist der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hin. Holzbalken und Reisig seien ein beliebter Unterschlupf für Kleintiere wie Igel, Mäuse, Amphibien oder Vögel. Damit die Tiere nicht im Feuer sterben, sollten die Stapel vor dem Anzünden umgeschichtet werden.

Finger weg von Brandbeschleunigern

Trockenes Holz eignet sich am besten als Brennmaterial. Feuchtes Holz verursacht dagegen starke Rauchentwicklung. Umweltschädliche Materialien wie behandeltes Holz, Plastik, Autoreifen, Öle und andere Abfälle dürfen nicht verbrannt werden. Zum Anzünden sollte kein Brandbeschleuniger, sondern nur Papier verwendet werden. Der Stapel sollte nicht höher als fünf Meter und nicht breiter als acht Meter sein.

Steht der Holzhaufen in Flammen, muss das Feuer bis zum Erlöschen beaufsichtigt werden. Der Feuerwehrverband rät, unbedingt auf kleine Kinder zu achten: Sie erliegen schnell der Faszination des Feuers und unterschätzen die ihnen unbekannte Gefahr. Strohballen sind als Sitzgelegenheiten für Gäste nicht geeignet, da sie durch Funkenflug und Hitzestrahlung schnell Feuer fangen.

Bei schweren Verbrennungen einen Notarzt rufen

Treten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Verbrennungen bei Besuchern auf, müssen die betroffenen Stellen sofort mit Wasser gekühlt werden, bis die Schmerzen nachlassen. Sogenannte Hausmittel wie Mehl stören die Heilung und führen zu Narben. Bei schweren Verbrennungen immer den Notarzt rufen. Die Feuerwehr appelliert außerdem an die Veranstalter von Osterfeuern, umgehend den Notruf 112 zu wählen, wenn das Feuer außer Kontrolle gerät.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.04.2011 | 19:30 Uhr

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