Stand: 01.02.2016 13:36 Uhr  | Archiv

Eine haarige Angelegenheit

Volles Haar gilt als schön. Zwischen 100.000 und 150.000 Haare haben wir auf dem Kopf. Und die meisten Menschen widmen ihnen viel Aufmerksamkeit: Laut dem Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel e. V. (IKW) geben allein die Deutschen rund 3 Milliarden Euro pro Jahr für Haarpflegeprodukte aus.

Ungeliebte Körperbehaarung

Während wir unser Haupthaar hegen und pflegen, ist Körperbehaarung den meisten ein Gräuel. Unbeliebt bei beiden Geschlechtern: Scham- und Achselbehaarung. 97 Prozent aller jungen Frauen rasieren sich die Achselhaare regelmäßig und immerhin 75 Prozent der Männer.

Schwitzen tun wir allerdings trotzdem. Da sich die geruchsintensiven Stoffe des Schweißes besser an Haaren festsetzen, können wir durch die Rasur aber zumindest den Geruch etwas mindern.

Wann wachsen uns Haare?

Bereits im Mutterleib sind Babys behaart, doch die sogenannte "Lanugobehaarung" verlieren sie nach der Geburt wieder. Bei kleineren Kindern sind die Härchen meist fein, dünn und kaum zu erkennen. In der Pubertät nimmt der Haarwuchs deutlich zu. Verantwortlich ist das Hormon Testosteron. Es sorgt dafür, dass die Körperhaare wachsen und sich ihr Durchmesser verdreifacht.

Warum kriegen Männer eine Glatze?

Das Hormon Testosteron ist allerdings ebenfalls schuld, dass die Haare auf dem Kopf bei Erwachsenen ausfallen. Wenn die Haare nicht mehr nachwachsen, kommt es zu Glatzenbildung. Die Haarwurzeln reagieren überempfindlich auf einen Bestandteil des Testosterons und fallen aus. Die häufigste Ursache für Haarausfall ist ein Gendefekt.

Es liegt nahe zu glauben, dass ein Mann die Geheimratsecken oder die Glatze von der väterlichen Seite geerbt hat. Doch das Gegenteil ist der Fall. Forscher der Universitäten Bonn und Düsseldorf fanden heraus, dass der Gendefekt über das X-Chromosom der Mütter vererbt wird. Frauen selbst haben mit dem Problem meist weniger zu kämpfen. Sie produzieren zwar auch Testosteron, aber nicht in ausreichenden Mengen, um Haarausfall zu entwickeln.

Was schädigt die Haare?

Aber auch äußere Einflüsse können die Haare nachhaltig schädigen. So können zu straff geflochtene Haare wie ein jahrelang getragener fester Dutt oder Rasta-Frisuren tatsächlich zu Haarverlust führen. Denn durch den Zug werden die Haarwurzeln geschädigt und  teilweise sogar komplett zerstört. Vor allem im Stirnbereich können dann Haare ausfallen.

Auch durch häufiges Färben werden die Haare strapaziert. Besonders beim Blondieren werden die Haare aufgeraut, damit das Wasserstoffperoxid eindringen kann, und sind nach der Prozedur meist stumpf und farblos.

Ebenso schädlich ist der Genuss von Zigaretten. Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass Raucher im Durchschnitt früher graue Haare bekommen als Nichtraucher. Warum das so ist, weiß man nicht genau. Wissenschaftler vermuten, dass Rauchen die Zellen in den Haarwurzeln angreift.

Warum haben wir überhaupt Haare?

Haare sind ein Überbleibsel der Evolution und sind letztlich nichts anders als totes Gewebe. Sie dienten unseren Vorfahren zum Schutz gegen die Kälte. Wenn wir frieren, zieht sich die Haarwurzel zusammen und die Haare stellen sich auf. Zwischen den Haaren entstehen auf diese Weise Luftpolster, die uns wärmen. Früher war dieser Mechanismus lebensrettend, doch heute ist er im Grunde überflüssig.

Mit ein paar kleinen Ausnahmen: In der Nase wirken die Härchen wie kleine Türsteher, die entscheiden, was durchkommt und was draußen bleiben muss. Staub und andere Schmutzpartikel werden durch die Haare herausgefiltert, so dass die Luft, die wir einatmen, möglichst sauber ist.

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 29.01.2016 | 16:10 Uhr

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