In einem Korb liegen frische Zwiebeln, Radieschen, Tomaten, Artischoken, Salatgurken und Kohlrabi. © Fotolia Foto: Visions-AD

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung

Stand: 29.09.2021 16:00 Uhr

In Deutschland landen laut einer WWF-Studie jedes Jahr rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Dabei sind viele der Nahrungsmittel noch genießbar. Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es bereits einige hilfreiche Apps für das Smartphone.

Der erste Schritt zum Vermeiden von Lebensmitteln ist ganz einfach. Bereits vor dem Einkauf sollte man überlegen, wie viel Wurst, Käse und Fleisch tatsächlich auf den Teller kommt. Aber auch die richtige Lagerung hilft dabei, Lebensmittelabfälle zu vermeiden. So bleibt Eingefrorenes deutlich länge haltbar. Wenn also von dem leckeren Abendessen noch etwas übrig ist oder zu viel Gemüse in der Küche liegt, lohnt sich der Griff zum Gefrierbeutel. Selbst Eier halten sich ohne Schale sechs bis zehn Monate bei minus 18 Grad.
Folgende Richtwerte gilt es dabei zu beachten.

  • Rindfleisch: bis 12 Monate
  • Quark, Frischkäse: 10-12 Monate
  • Gemüse (küchenfertig vorbereitet): 6-12 Monate
  • Obst: 6-12 Monate
  • Butter: 6-9 Monate
  • Brot: 6 Monate
  • Seefisch (mager): 5 Monate
  • Huhn: 3-8 Monate
  • gekochte Speisen: 3-6 Monate
  • Hackfleisch, Bratwurst: 1-3 Monate

Initative "Zu gut für die Tonne"

Sollte doch mal etwas im privaten Kühlschrank vergessen werden, zu viel gekauft worden sein oder die Kreativität beim Kochen fehlen, bietet die App "Zu gut für die Tonne" der Bundesregierung einige Ideen. Dort finden sich Tipps zur Lagerung und Haltbarkeit sowie Rezepte für Reste-Essen. Dafür gibt man übrig gebliebene Lebensmittel in der App an. Anschließend werden Rezepte angezeigt, in denen beispielsweise Kartoffeln, Karotten oder Kohl verarbeitet werden können.

Too Good To Go: Eine App gegen Verschwendung

Auch in Restaurants, Bäckereien, Hotels und Supermärkte gibt es oft überschüssige Lebensmittel. Eine Problemlösung bietet die App "Too Good To Go". Hier werden Gastronomiebetriebe und Verbraucher vernetzt: Den Preis kann der Anbieter selbst bestimmen, ist jedoch meist stark vergünstigt. Die Kunden bezahlen direkt über die App und holen ihre Portion dann im angegebenen Zeitfenster vor Ort ab. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen über 9.000 Partnerläden. Große Namen sind dort beispielsweise Nordsee, Alnatura, Edeka und Netto.
In Großstädten wie Hamburg, Kiel, Hannover oder Rostock gibt es bereits sehr viele Anbieter. Die Chance, sich ein "Magic Bag", wie das Unternehmen die Überraschungstüte mit Lebensmitteln bezeichnet, zu ergattern, ist hier sehr groß. Kleinere Städte haben bislang ein dünneres Angebot und es ist schwieriger, eine Portion zu erhalten, da diese limitiert sind.

Obst selbst ernten mit mundraub.org

An Straßenrändern und auf Wiesen stehen oft in Vergessenheit geratene Obstbäume, deren Früchte einfach verkommen, wenn sie nicht geerntet werden. Die Organisation mundraub möchte mit ihrem Angebot "ein nachhaltiges und gemeinschaftliches Verständnis für die Bedeutung der essbaren Landschaft" schaffen. Auf der Landkarte finden sich Eintragungen von verschiedenen Obstbäumen, Kräutern und Nüssen. Nutzer tragen direkt selbst entdeckte Orte in die Karte ein und können so Interessierte anlocken. Doch dabei ist Vorsicht geboten. Wer zum Beispiel an einem Beerenbusch naschen möchte, muss sich vorher über die Eigentumsrechte informieren. Wenn darüber auf der Seite keine Auskunft gegeben wird, sollte man lieber davon ablassen, da es ansonsten Diebstahl sein könnte.

"Gelbes Band" lädt zum Obstpflücken ein

Das Problem mit den Eigentumsrechten hat auch das Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft in Niedersachsen (ZEHN) aus Oldenburg erkannt und hat deshalb das Projekt "Gelbes Band" initiiert und vor Kurzem gestartet. So werden die Bäume zu Allgemeingut: Die Besitzer der Obstbäume laden Selbstpflücker ein, ihre Körbchen mit Äpfeln, Birnen oder Pflaumen zu füllen. Um nicht an den Falschen zu geraten, binden die Teilnehmer der Aktion gelbe Bänder um ihre Bäume. Im Norden nehmen bereits viele Privatpersonen teil.

Weitere Informationen
Lebensmittel in einer Mülltonne © fotolia.com Foto: highwaystarz

Lebensmittel-Verschwendung stoppen - so geht's

Jeden Tag landen tonnenweise Lebensmittel im Müll. Wer richtig plant und lagert, kann das vermeiden und spart Geld. mehr

Der Deckel eines Joghurtbechers mit Mindesthaltbarkeitsdatum. © NDR

Abgelaufene Lebensmittel: Zu schade für den Müll

Verpackte Lebensmittel haben ein Mindesthaltbarkeitsdatum, müssen nach Ablauf aber meist nicht weggeworfen werden. mehr

Frau gibt Gemüse-Reste in die Mülltonne. © Pixavril/fotolia Foto: Pixavril

Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung

Zahlreiche Initiativen und Vereine, aber auch die Bundesregierung haben sich zum Ziel gesetzt, der Lebensmittelverschwendung etwas entgegenzusetzen. Hier finden Sie hilfreiche Links. mehr

Eine Schülerin mit einem Teller Mittagessen in den Händen. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Jens Kalaene Foto: Jens Kalaene

"Check die Tellerreste": Aktion gegen Lebensmittelverschwendung an Schulen

Zwölf Schulen und Horte machen mit: in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock, Wismar, Ivenack und Mühlen-Eichsen. mehr

Brot mit Marmelade. © picture alliance / Arco Images GmbH Foto: J. Esch

Hunderte Bäcker beteiligten sich an Aktion #brotretten

Ziel ist, dass weniger Brot und Backwaren im Müll landen. Anlass war der Tag der Lebensmittelverschwendung am Sonntag. mehr

Verschiedene Lebensmittel liegen im Müll. © dpa Foto: Patrick Pleul

Start-ups kämpfen gegen Lebensmittel-Verschwendung

Mit kreativen Ideen wollen einige Unternehmen und Initiativen der Verschwendung von Lebensmitteln etwas entgegensetzen. mehr

Lebensmittel in einer Mülltonne © fotolia.com Foto: highwaystarz

Mit guten Ideen gegen Lebensmittelverschwendung

Jedes Jahr landen Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Was tun gegen die Verschwendung? Die "NDR Info Perspektiven" beleuchten das Thema und zeigen Lösungsmöglichkeiten auf. mehr

Lebensmittel wie Brot liegen in einer braunen Mülltonne © dpa Foto: Arno Burgi

Lebensmittelverschwendung: Essen im Müll

85 Kilogramm Lebensmittel schmeißt jeder Privathaushalt in Deutschland jährlich in den Müll. Wir machen den Test: Welche abgelaufenen Lebensmittel findet unsere Reporter im Schrank? mehr

Zu sehen ist eine Wassermelone in der Optik eines Fußballs, die geschossen wird und dabei zerbirst. © photocase / misterQM Foto: misterQM

So erkennt ihr, ob Lebensmittel wirklich verdorben sind

Die bundesweite Aktionswoche "Deutschland rettet Lebensmittel", weniger Lebensmittel wegzuschmeißen. Doch auch unsere Sinne helfen uns, verdorbene Lebensmittel von noch essbaren Produkten zu unterscheiden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 29.09.2021 | 15:00 Uhr

Livestream NDR 1 Radio MV

NDR 1 Radio MV - Der Tag ...

16:00 - 19:00 Uhr
Live hörenTitelliste