Während des Podcasts Dorf- Stadt- Kreis stattet Christoph Kümmritz den Alpakas einen Besuch ab. © NDR Foto: Mathias Schulze

Von Löwen, Ausreißern und Auswilderungen

Was als Heimtiergehege startete, ist heute fester Bestandteil der Stadt Schwerin. Wie alle anderen auch hat der Zoo schwer mit der aktuellen Krise zu kämpfen. Fehlende Besucher und Einnahmen-Ausfall machen Tier und Pfleger gleichermaßen zu schaffen.

Der Zoo in Schwerin wird in wenigen Wochen 65 Jahre alt. Im April 1956 fing alles an mit 17 Tieren und einem Pfleger. Heute leben hier 2.400 Tiere aus über 150 Arten, und in normalen Jahren kommen bis zu 140.000 Besucher. Mit über zehn Tierarten macht der Schweriner Zoo mit beim Europäischen Erhaltungszuchtprogramm: Nashörner, Giraffen und Tiger gehören zum Beispiel dazu.

Der erste Löwe ist da

Und eigentlich gehörten zum Schweriner Zoo auch immer Löwen, bis der letzte vor ein paar Jahren eingeschläfert werden musste, er war krank. Ein neues, großes und modernes Löwengehege hat der Zoo mittlerweile. Es ist 3.500 Quadratmeter groß und wurde für fünf Millionen Euro direkt am Eingang des Zoos gebaut. Was aber noch fehlt sind die Löwen - zumindest bisher. Denn am Mittwochabend ist der erste von insgesamt vier asiatischen Löwen eingezogen. Stolze 247 Kilogramm bringt er auf die Waage. Nach der langen Fahrt konnte er bereits in aller Ruhe sein neues Reich erkunden. Der neue Löwe kommt aus einem französischen Zoo, erzählt Zoodirektor Tim Schikora in neuen NDR Podcast Dorf-Stadt-Kreis. Und schon länger geplant ist, dass drei Löwinnen aus London nach Schwerin umziehen. Das verzögert sich im Moment wegen des Brexit und der Corona- Einschränkungen.

Immer wieder büxen Tiere aus

Die Lemuren aus dem Schweriner Zoo statten dem NDR einen kleinen Besuch ab. © NDR Foto: Mathias Schulze
Auch der NDR bekommt ab und zu besuch von den Lemuren aus dem Schweriner Zoo.

Manchmal schaffen es einige Zoo-Bewohner, einen Ausflug in Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt zu machen. Schon fast zum Stadtbild gehört in Schwerin ein Pelikan, der gern mal auf einer Straße sitzt oder dekorativ im Schlossgarten posiert. Er ist aus dem Zoo ausgebüxt, wo den Pelikanen eigentlich die Flügelfedern so beschnitten werden, dass sie nicht fliegen können. Bei diesem hat's aber nicht geklappt, erzählt Zoodirektror Tim Schikora. Außerdem immer mal wieder auf "Freigang" ist eine Gruppe Lemuren, die es sich gern mal auf Bäumen und Grundstücken in benachbarten Wohnvierteln bequem macht. Und selbst Zoodeirektor Schikora musste schon mal persönlich los und in einem Wohnviertel einen Präriehund mit einem Käscher wieder einfangen.

Den Tieren fehlen die Besucher

Nicht nur die Schweriner und Besucher der Stadt vermissen den Ausflug in den Zoo, auch vielen Tieren fehlen die Menschen. Aufmerksam beobachten sie die wenigen Zweibeiner, die jetzt durch den Zoo laufen, meistens Tierpfleger. Die wiederum nehmen sich jetzt viel Zeit für ihre Tiere, beschäftigen sie und lassen sich Zähne, Pfoten und Krallen zeigen - um zu kontrollieren, ob die Tiere gesund sind.

„Von Löwen, Ausreißern und Auswilderungen“ - der neue NDR Podcast Dorf- Stadt- Kreis über den Zoo Schwerin- ab sofort auf ndr.de/mv und in der ARD- Audiothek.

Weitere Informationen
Thomas Naedler © Ndr.de Foto: Ndr.de
47 Min

Folge 17 - Von Löwen, Ausreißern und Auswilderungen- der Zoo Schwerin

Neue Löwen sollen kommen, Tiere vermissen die Besucher und Ausreißer beschäftigen Polizei und Feuerwehr - ein Rundgang durch den Schweriner Zoo 47 Min

Livestream NDR 1 Radio MV

Der NDR 1 Abend - Die beste Musik für den Norden

21:00 - 23:00 Uhr
Live hörenTitelliste