Sendedatum: 31.07.2018 06:00 Uhr

Helden im Alltag: In der Feuerwehr aktiv werden

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Beim großen Feld- und Waldbrand in Groß Laasch waren nur freiwillige Feuerwehren im Einsatz.

40.000 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sind bei der Feuerwehr - der Großteil davon ehrenamtlich. Es gibt sechs Berufsfeuerwehren und insgesamt 980 auf ehrenamtlicher Basis. Doch die freiwilligen Feuerwehren im Nordosten haben Nachwuchssorgen - auch aus Unsicherheit darüber, was es eigentlich bedeutet, bei der freiwilligen Feuerwehr zu sein.

Wer kann Mitglied der freiwilligen Feuerwehr werden?

Jeder, der helfen möchte: Wer zwischen 16 und 65 Jahre alt ist, kann aktiv in den Feuerwehrdienst eintreten. Sollte er nicht fit genug für Einsätze sein, kann ihn der Wehrführer auch für andere ehrenamtliche Aufgaben rund um die Feuerwehr einplanen. Auch Frauen sind bei der freiwilligen Feuerwehr willkommen. Mittlerweile ist jedes zehnte Mitglied eine Frau.

Wie viel Zeit muss ich für die freiwillige Feuerwehr mitbringen?

Wenigstens einmal pro Woche sollte man auf der Wache mithelfen. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und wird in der Freizeit absolviert. Je nach Größe der freiwilligen Feuerwehr kann es zu vielen Einsätzen kommen. Ein Engagement in der freiwilligen Feuerwehr wird für viele ein großer Teil ihres Lebens.

Wie kann ich eine Mitgliedschaft mit meiner Arbeit vereinbaren?

Der Arbeitgeber muss auf jeden Fall über die Mitgliedschaft in der freiwilligen Feuerwehr informiert werden. Sind Sie wegen eines Einsatzes nicht da, muss er Ihnen trotzdem weiter Lohn zahlen. Die Kosten bekommt er auf Antrag von der Gemeinde erstattet. Das gilt auch, wenn Sie nicht zur Arbeit kommen, weil Sie nachts im Einsatz waren und sich erholen müssen. Trotzdem gibt es vereinzelt Arbeitgeber, die ein Ausrücken zu Einsätzen während der Arbeitszeit verbieten.

Muss ich immer einsatzbereit sein?

Auch die Feuerwehr weiß, dass das nicht geht und plant deshalb die Einsatzbereitschaft ihrer Mitglieder. Wer zum Beispiel für bestimmte Zeiten bei der Arbeit unverzichtbar ist, in den Urlaub fährt oder seine Kinder nicht allein lassen kann, teilt das vorher der Feuerwehr mit. Je größer die Gefahrenlage aber ist, umso wichtiger ist es, dass möglichst alle Mitglieder helfen - zum Beispiel bei Großbränden, Stürmen oder schlimmen Unfällen.

Bin ich abgesichert, wenn mir im Einsatz etwas passiert?

Ja. Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sind über die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse Nord versichert. Passiert ihnen etwas im Einsatz, erhalten sie in der Regel bessere Leistungen als bei der gesetzlichen Krankenkasse.

Darf ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr mit dem Privatauto schneller als erlaubt zum Einsatz oder zur Wache fahren?

Grundsätzlich müssen sich auch Feuerwehrleute an die Verkehrsregeln halten. Verstoßen sie dagegen, wird ihnen zunächst auch eine Verwarnung, ein Bußgeldbescheid zugestellt. Können sie dann aber begründen, dass der Verstoß notwendig war, kann das Verwarn- oder Bußgeld erlassen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Frühaufsteher | 31.07.2018 | 06:00 Uhr