Stand: 15.01.2014 12:00 Uhr

Mit der NDR Radiophilharmonie in China

von Friederike Westerhaus

Die Ankunft in Peking

Eindrücke der China-Tournee der NDR Radiophilharmonie 2013/2014 © NDR / NDR Radiophilharmonie Foto: Friederike Westerhaus
Über den Dächern von Peking leuchtet der strahlend blaue Himmel.

Mit Kaiserwetter wurde die NDR Radiophilharmonie in China empfangen – chinesischem Kaiserwetter, versteht sich: strahlend blauer Himmel, klare Luft, Sonnenschein. Das ist selten in Peking! Mit dem Kaiserwalzer von Johann Strauss wird sich das Orchester revanchieren – auch er steht auf dem Programm in den nächsten Tagen.

Fünf Konzerte spielt das Orchester insgesamt auf dieser Tournee - es ist das Debüt der NDR Radiophilharmonie in China. Stationen sind Jinan, Xiamen, Guangzhou mit zwei Konzerten und Shanghai. Ein enger Tournee-Plan, schon am 5. Januar geht’s zurück in die Heimat. Eingeladen wurde die NDR Radiophilharmonie, um das Publikum hier schwungvoll ins Jahr zu begleiteten, mit Musik von Johann Strauss, Rossini, Bizet, Brahms und Dvorak. Am Pult steht Lawrence Foster, als Solistin ist die Pianistin Yeol Eum Son dabei.

Chinesische Betriebsamkeit

Das chinesische Neujahr ist zwar erst Ende Januar, aber auch "unser" Neujahr wird in China gefeiert. Das erzählte mir ein chinesisches Ehepaar, das auf dem Flug neben mir saß. Ihr einjähriges Kind bespaßten sie übrigens mit dem Spiel Ching-Chang-Chong, kein Scherz. Heißt auf Chinesisch angeblich Shi-Tou-Jian-Pao-Bu. Die Familie lebt seit vier Jahren in München und genießt dort vor allem eines: den Platz. Es sei alles so schön weitläufig und geräumig in Deutschland. Und so entspannt! Die chinesische Betriebsamkeit war denn auch schon auf dem Weg vom Flughafen Peking ins Hotel zu beobachten: Die Busse schoben sich Schritt für Schritt durch den Stau, wir hatten Ausblick auf die Wohnblocks und Hochhäuser von Peking und das Gewusel in den Straßen.

Nur kurze Entspannung

Eindrücke der China-Tournee der NDR Radiophilharmonie 2013/2014 © NDR / NDR Radiophilharmonie Foto: Friederike Westerhaus
Bei einem chinesischen Tee lässt es sich erst einmal entspannen.

Um 15.30 Ankunft im Hotel, um 15.30 am Vortag war der Treffpunkt am Flughafen in Hannover - 17 Stunden Reise, und entsprechend kaputt waren die Musiker. Aber alles hat soweit reibungslos funktioniert: Auch die Geigen, Bratschen und Celli, die einige Musiker im Handgepäck hatten, sind unbeschadet durch den Zoll gekommen - keine Selbstverständlichkeit. Reibungslos auch der Check-in, bei dem alle Zimmerkarten schon nach Buchstaben sortiert bereit lagen. Während ich noch überlegte, ob ich einfach gleich schlafen gehe oder doch nochmal frische Luft schnappe, packte ein Musiker im Zimmer nebenan schon die Geige aus - Hut ab! Das nach so einer Reise!

Abendlicher Stadtbummel

Eindrücke der China-Tournee der NDR Radiophilharmonie 2013/2014 © NDR / NDR Radiophilharmonie Foto: Friederike Westerhaus
Auf dem Nachtmarkt gab es ganz spezielle Delikatessen.

Es blieben nur ein paar Stunden in Peking, es ist nur Zwischenstation. Ein kleiner Bummel war dann doch noch drin, vorbei an der (leider geschlossenen) Verbotenen Stadt, dem neuen National Center of Performing Arts, das wie ein gelandetes Ufo aussieht, über den Nachtmarkt mit gegrillten Skorpionen und Spinnen (isst das hier wirklich jemand?), - und eine Peking-Ente musste dann auch noch sein.

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