Brahms mit Christian Tetzlaff

Der als "Meistergeiger" gefeierte Christian Tetzlaff war mit Brahms' Violinkonzert zu Gast bei der NDR Radiophilharmonie in der Reihe der Sinfoniekonzerte C. Mit Brahms fühlt sich der Geiger eng verbunden: "Er berührt mich sehr tief." Im Anschluss dirigierte Andrew Manze die 5. Sinfonie von Vaughan Williams.

Andrew Manze © NDR

Vaughan Williams: 5. Sinfonie

Eine Musik, die mitten im Krieg entstanden ist und bei ihrer Uraufführung zu Tränen gerührt hat: Chefdirigent Andrew Manze erzählt über die 5. Sinfonie von Ralph Vaughan Williams.

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Sinfoniekonzert C 3
Do, 17.01.2019 | 20 Uhr
Hannover, Großer Sendesaal des NDR (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer 22)

NDR Radiophilharmonie
Andrew Manze Dirigent
Christian Tetzlaff Violine

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Ouvertüre zu "Fidelio"
JOHANNES BRAHMS
Violinkonzert D-Dur op. 77
RALPH VAUGHAN WILLIAMS
Sinfonie Nr. 5 D-Dur

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Der Wahlwiener Brahms, in England weniger geliebt als respektiert, hatte für Manze schon früh "etwas Magisches". Umgekehrt wird britische Musik hierzulande immer noch weitgehend unterschätzt - ein Zustand, mit dem Manze zumindest in Hannover aufräumen will.

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Christian Tetzlaff ist seit Jahren einer der gefragtesten Geiger und spannendsten Musiker der Klassikwelt. Seine Interpretationen lassen altvertraute Stücke in völlig neuem Licht erscheinen.
Dialog auf Augenhöhe

Wobei: auch so manches Werk von Brahms, darunter sein Violinkonzert, hatte es schwer beim Publikum. Den Zeitgenossen galt das Konzert als zu spröde, nicht melodiös genug, und Stargeiger wie Sarasate oder Wieniawski weigerten sich, es zu spielen. Da braucht es schon einen Interpreten wie Christian Tetzlaff, der bereit ist, seine technische Souveränität ganz in den Dienst der gemeinsamen Sache zu stellen. Brahms legte sein Konzert nämlich bewusst als Gespräch zwischen Solist und Orchester an - ein Dialog auf Augenhöhe. Für Tetzlaff, den vielfach ausgezeichneten Geiger (Brahms-Preis im Jahr 2000) und begeisterten Kammermusiker, vielleicht das ideale Stück.

Klang gewordene Utopie

Die 5. Sinfonie von Ralph Vaughan Williams dagegen kommt auf den ersten Blick recht unproblematisch daher: klassische Proportionen, verbindlich im Ton, pastoral grundiert. Bedenkt man allerdings, dass diese Musik mitten im Krieg, während der Luftangriffe auf England entstand, bekommt sie noch eine ganz andere Tiefenwirkung: als Klang gewordene Utopie, Gegenwelt in Tönen.