Emilie Mayers erste beiden Sinfonien

Keine Komponistin ihrer Zeit hinterließ ein so umfangreiches Œuvre in den verschiedensten musikalischen Gattungen wie Emilie Mayer, 1812 im mecklenburgischen Friedland geboren. Ihr gelang, was für die meisten Musikerinnen ihrer Generation ein bloßer Wunschtraum blieb: Von den Kritikern hochgelobt, etablierte sie sich erfolgreich als Komponistin. Sie schrieb acht Sinfonien und 15 Konzertouvertüren, die ihr den Beinamen "der weibliche Beethoven" einbrachten. Heute ist ihr Werk weitestgehend unbekannt und wird erst in den letzten beiden Jahrzehnten allmählich wiederentdeckt und eingespielt.

Die Entstehungszeit von Mayers ersten beiden Sinfonien fällt in ihre Stettiner Lehrzeit bei Carl Loewe. In Frage kommt also der Zeitraum von 1842 bis Anfang 1847, wobei kaum anzunehmen ist, dass Emilie Mayer bereits zu Beginn ihrer Studienzeit bei Loewe sich an die Komposition von Sinfonien gewagt hat. Man merkt der 1.Sinfonie durchaus an, dass sie so etwas wie eine Studienabschluss-Arbeit bei Loewe gewesen sein könnte. In der 2. Sinfonie befreit sich Emilie Mayer von Vorbildern, und geht, vor allen in dramaturgischer Hinsicht, völlig neue Wege. Das zeigt sich gleich in der langsamen Einleitung des Kopfsatzes, die mit 40 Takten ungewöhnlich lang ist und in mancherlei Hinsicht die strukturelle Idee dieses Kopfsatzes vorführt: den Auf- und Abbau langer Spannungsbögen, die durch kontrastierende und intermittierende Passagen miteinander verbunden werden.

Die Leitung dieser CD-Aufnahme übernahm der britische Dirigent Leo McFall. Er leitet seit Beginn der Saison 20/21 als Chefdirigent das Symphonieorchester Vorarlberg. Die Aufnahmen wurde im Februar 2019 im Großen Sendesaal des NDR Hannover gemacht.

Emilie Mayer Symphonies Nr. 1 & 2

Genre:
Klassik
Label:
CPO, DDD, 2019
Veröffentlichungsdatum:
10.07.2020

Orchester und Chor