Bild von Kurt Schwitters, "Verschneite Häuser", 1918, Öl auf Leinwand (Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung im Sprengel Museum Hannover), zugeschnitten © akg-images

Zwischenzeit 15 und 16: Blaue Stunde - "Träume"

Das Thema der ersten Blaue Stunde 2020/21 lautet "Träume". Im Fokus stehen mit dem Klavierquintett Sz 23 ein Frühwerk des ungarischen Komponisten Béla Bartók und Kurt Schwitters' "Verschneite Häuser".

Zwischenzeit 15 | Di, 06.10.2020 | 20 Uhr
Zwischenzeit 16 | Mi, 07.10.2020 | 18 Uhr
Blaue Stunde "Träume"
Hannover, Großer Sendesaal

Airi Suzuki Violine
Ladislaus Kosak Violine
Sejune Kim Viola
Jan Hendrik Rübel Violoncello
Boris Kusnezow Klavier
Sonja Beißwenger Sprecherin

Träume

BÉLA BARTÓK
Klavierquintett C-Dur Sz 23

Sowie Texte von Hugo von Hofmannsthal, Sigmund Freud, Pedro Calderón de la Barca, William Shakespeare, Friedrich Nietzsche, Paul Celan und Kerstin Preiwuß.

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Ein Frühwerk mit Ausblick

Bartók war 23 Jahre alt, als er sein Klavierquintett schrieb. Viel jugendliche Frische, Leidenschaft und Expressivität strömen aus dieser Musik. Komponiert im Jahr 1904 ist das Klavierquintett noch aus dem Geist der Spätromantik heraus geschaffen, verarbeitet Einflüsse von Brahms, Liszt und auch Richard Strauss - all dies in bereits formvollendeter Handhabung. Doch es kommt hier auch schon jene Komplexität und rhythmische Raffinesse in ungarischer Einfärbung zum Vorschein, die dann später den typischen Bartók-Stil ausmachen sollte.

Ein kammermusikalischer Geheimtipp mit Geschichte

Bemerkenswert ist die Aufführungsgeschichte des Klavierquintetts. Mit Bartók selbst am Klavier kam es 1904 in Wien zur Uraufführung, und zwar mit Erfolg. So weit, so gut. Als das Klavierquintett dann 1921 in einem Programm zusammen mit später entstandenen Bartók-Kompositionen aufgeführt wurde, kam dieses Frühwerk beim Publikum viel besser an als dessen neue Stücke. Bartók war über diese Missachtung seiner aktuellen Musik so bestürzt, dass er infolgedessen sein Klavierquintett verschwinden ließ. Erst einige Jahre nach seinem Tod 1945 tauchte es wieder auf und wurde 1970 veröffentlicht. Bis heute ist Bartóks Klavierquintett ein kammermusikalischer Geheimtipp.

Auf Abstand im Großen Sendesaal

Ausnahmsweise wird die „Blaue Stunde“ erstmals nicht im Sprengel Museum Hannover, sondern auf Abstand im Großen Sendesaal des NDR stattfinden. Am Programm wird aber festgehalten: Sprecherin Sonja Beißwenger liest Textpassagen passend zum Thema „Träume“, die die Literaturredaktion von NDR Kultur ausgewählt hat. Darunter sind Texte von Sigmund Freud, Hugo von Hofmannsthal, Paul Celan, Kerstin Preiwuß u.a. Natürlich steht auch wieder ein Bild aus der Sammlung des Sprengel Museums Hannover im Fokus: diesmal „Verschneite Häuser“ von Kurt Schwitters.

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Eindrücke von der Blauen Stunde "Zwischen-Zeit" im Sprengel Museum © NDR Foto: Volker Crone

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Orchester und Chor