Die Erfüllung eines Wunschtraums

Olivia Jablonski, Violine © NDR / Micha Neugebauer Foto: Micha Neugebauer
Die Geigerin Olivia Jablonski hat in Hamburg studiert und war Akademistin im NDR Elbphilharmonie Orchester.

Die Geigerin Olivia Jablonski ist neu in der NDR Radiophilharmonie und hat gerade ihre Probezeit bestanden. Sie erzählt von ihrem Einstieg im Orchester und erklärt, was sie an den zweiten Geigen besonders toll findet.

Obwohl sie aus Australien kommt, überrascht die Geigerin Olivia Jablonski mit perfektem Deutsch: Sie hat mit ihrer Mutter zuhause immer Deutsch gesprochen und hatte einen deutschen Geigenlehrer. Er war es auch, der ihr geraten hatte, in Deutschland zu studieren. Sie kam nach Hamburg, "und das Nordische hat mich gleich angesprochen", erzählt sie. Ganz begeistert war sie von dem vielfältigen kulturellen Angebot und dem fruchtbaren Umfeld. Dass sie gern ins Orchester wollte, war ihr schon früh klar, aber in der Studienzeit merkte sie immer mehr: "Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl, mit anderen zusammen zu musizieren und Teil eines lebendigen Klangkörpers zu sein."

Spannende "Schnupperphase"

Zehn Tage vor ihrem Probespiel in Hannover hat sie zufällig die NDR Radiophilharmonie bei einem Gastspiel in Düsseldorf gehört. Der Klang und die Spielfreude des Orchesters haben ihr sofort gefallen, so dass sie sich umso mehr gefreut hat, als sie dann tatsächlich bestanden hatte. "Es ist immer spannend, in ein Orchester neu hineinzukommen, die ersten Wochen waren für mich wie eine Schnupperphase", erzählt die Geigerin. Mit der Zeit hat sie sich immer wohler gefühlt, von der Atmosphäre in den zweiten Geigen und dem Gemeinschaftsgefühl ist sie sehr angetan. Den Alltag in einem Funkhaus kannte sie sogar schon, da sie vorher als Akademistin für das NDR Elbphilharmonie Orchester in Hamburg gespielt hat.

Olivia Jablonski, Violine © NDR / Micha Neugebauer Foto: Micha Neugebauer
Olivia Jablonski genießt die gute Arbeitsatmosphäre in der NDR Radiophilharmonie.
Gemeinsam den Klangkörper weiterentwickeln

Für sie ist es spannend, zweite Geige zu spielen. "Das mache ich sehr gern, denn man entwickelt ein großes Gruppenbewusstsein und arbeitet besonders an der Flexibilität, das gefällt mir sehr", so Olivia Jablonski. Inzwischen spürt sie, wie sie aktiv am Austausch innerhalb des Orchesters teilhat. "Hier wird die Arbeitsatmosphäre sehr gepflegt, die Musiker haben großes Interesse daran, sich mit dem Orchester zu identifizieren und sich als Klangkörper weiterzuentwickeln", schwärmt Olivia Jablonski. "Ich kann mir tatsächlich vorstellen, mein Leben lang hier zu bleiben, denn es ändert sich ja auch ständig etwas. Es ist einfach toll, meinen Traum, von der Musik zu leben, erfüllen zu können."

Erste Highlights

Ihr allererstes Konzert bei der NDR Radiophilharmonie ist für sie etwas Besonderes geblieben, die Leitung hatte Michael Sanderling. Aber auch die außergewöhnliche Atmosphäre der letzten Großprojekte mit Live-Fernsehübertragung, das NDR Klassik Open Air und "Hannover Proms", hat sie sehr genossen. Begeistert hat sie auch jüngst die Arbeit mit Jörg Widmann, und zwar "dieser Kontrast, dass er als fantastischer moderner Komponist auch ein klassisches Klarinettenkonzert spielt und zeigt, wie gut man das kombinieren kann."

Am Maschsee zuhause

Auch wenn das Wetter in Hannover natürlich ganz anders ist als in Australien, fühlt sie sich inzwischen wirklich zuhause. "Es ist sehr angenehm, hier zu leben, und ich vermisse Australien tatsächlich immer weniger", meint Olivia Jablonski. Da sie eine Wohnung ganz in der Nähe des Maschsees gefunden hat, genießt sie auch die kulturellen Angebote, besonders das Sprengel Museum hat es ihr angetan: "Mir gefällt es, in einem so künstlerischen Umfeld zu leben."

 

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