Der "ganze Beethoven" mit Andrew Manze

Im März wird der Zyklus komplett: Mit der Sechsten, der sogenannten "Pastorale", erfüllt Andrew Manze sein Ziel, alle Sinfonien Beethovens in seinen ersten Jahren als Chefdirigent der NDR Radiophilharmonie aufzuführen.

Mit der achten Sinfonie Beethovens war Andrew Manze bereits in die neue Saison gestartet: Sie stand auf dem Programm des ersten Konzerts des Ring C, der ganz "persönlichen" Abo-Reihe des Chefdirigenten. Wenig später ließ er die Siebte folgen, die er für ein architektonisches Meisterwerk hält: So habe Beethoven mit nur sehr wenigen Bestandteilen etwas Großes kreiert, "wie ein Küchenchef, der ein großartiges Gericht mit nur wenigen Zutaten zubereitet".

VIDEO: Beethoven: 6. Sinfonie (4 Min)

Voller Vorfreude auf die "Pastorale"

Nun freut sich der Chefdirigent auf die sechste Sinfonie Beethovens mit der NDR Radiophilharmonie. Für sie, in seinen Augen "eine der schönsten Sinfonien, die es gibt", hat er sich etwas Besonderes ausgedacht: "Wir werden es mit einem modernen Stück kombinieren, geschrieben von meinem Freund Tobias Broström. Er hatte es vor einigen Jahren extra so komponiert, dass es mit Beethovens Pastorale zusammenpasst."

Enthusiasmus für die Musik

Den Zyklus hat Manze in seiner ersten Saison mit einer frischen Interpretation der Sinfonien Nr. 1 und 3 begonnen. Mit der monumentalen neunten Sinfonie startete er fulminant in sein zweites Jahr in Hannover. Ganz bewusst hatte Manze dieses energiegeladene Werk für den Saisonauftakt gewählt: "Lasst uns eine Saison damit beginnen, denn es ist ein Stück zum Feiern. Und ich bin so glücklich, hier zu sein und mein zweites Jahr anzufangen." Für ihn bedeutet die Aufführung dieser "perfekten" Komposition viel: "Darin ist die ganze Welt und das ganze Leben, und die Botschaft am Ende ist eine solch positive, freudige Botschaft von Liebe und Kameradschaft", schwärmt Manze.

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Vollkommenheit und musikalische Abenteuer

Seinen Enthusiasmus für die Musik spürte man ebenso in den Aufführungen der Sinfonien Nr. 2 und 5, die zu Beginn der vergangenen Saison auf dem Programm standen: Die Zweite bezeichnet er als "eine der vollkommensten klassischen Sinfonien im Sinne von Mozart oder Haydn". Und bei der so populären Fünften findet er immer "etwas Neues, etwas Schockierendes, etwas wirklich Interessantes und Packendes", denn sie ist für ihn schlicht "das aufregendste Abenteuer, das man in der klassischen Musik erleben kann".

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Andrew Manze © NDR / Nikolaj Lund Foto: Nikolaj Lund

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Stets das Neue suchen

Manze geht es dabei nicht einfach um die reine Wiederholung von gern gehörten Klassikern. "Sein Beethoven ist darum alles andere als die alte Leier: Verlassen kann man sich dabei auf nichts als die Überraschung", so schrieb die Hannoversche Allgemeine Zeitung über den Saisonauftakt mit der Neunten. Genau das entspricht seinem Prinzip: "Ich will, dass jedes Konzert etwas Neues ist ... Wenn man ein Konzert spielt, geht es darum, mit einem Musikstück die nächste Ebene zu erreichen." Seine fortwährende Suche nach dem, was in der Musik verborgen ist, und seine ansteckende Leidenschaft für die detaillierte Arbeit machen für die Musiker der NDR Radiophilharmonie ihre Zusammenarbeit so mitreißend. Manchmal sind sie selbst überrascht von seinen neuen Sichtweisen, aber immer motiviert er sie zu äußerster Qualität und versteht es alle gleichermaßen zu begeistern. Oder, wie die HAZ schlicht auf den Punkt brachte: "Sie sind glücklich."

Ein perfektes Team

Genau dieses Miteinander, diese großartige musikalische Symbiose zwischen dem Orchester und seinem Chefdirigenten ist es, die auch nach außen ausstrahlt: Nicht nur die Liebe zur Musik, sondern auch die Perfektion im Zusammenspiel begeistern das Publikum. Es wird geradezu hörbar, dass hier "die Chemie stimmt".

Manze über die einzelnen Sinfonien
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