Naïssam Jalal (von links) und Papanosh (Bildmontage) © Alexandre Lacombe / La Fraternelle

Naïssam Jalal & Papanosh mit André Minvielle

Stand: 12.08.2021 06:00 Uhr

Hypnotischer Jazz zwischen Orient und Okzident: Im zweiten NDR Jazz Konzert trifft Naïssam Jalal auf Papanosh & André Minvielle.

Mit der französisch-syrischen Flötistin Naïssam Jalal kommen im ersten Set orientalische Sounds auf die Bühne des Rolf-Liebermann-Studios. Im zweiten Teil des Konzerts bieten Papanosh & André Minvielle mit ihrer Hommage an Jacques Prévert brillante französische Unterhaltung.

NDR Jazz Konzert #2
Do, 18.11.2021 | 20 Uhr
Fr, 19.11.2020 | 20 Uhr
Hamburg, Rolf-Liebermann-Studio (Oberstraße 120)

Set 1:
Naïssam Jalal - Quest of the Invisible:
Naïssam Jalal Flöte, Gesang
Claude Tchamitchian Bass
Leonardo Montana Klavier

Set 2:
Papanosh & André Minvielle
André Minvielle Gesang, Perkussion
Quentin Ghomari Posaune, Trompete
Raphaël Quenehen Saxofon
Sebastien Palis Klavier, Orgel, Akkordeon
Thibault Cellier Bass
Jérémie Piazza Schlagzeug

Der Vorverkauf beginnt am 5. Oktober 2021 um 11 Uhr.

Hinweis:
Das Parken auf dem Gelände des NDR ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Es werden Taschenkontrollen durchgeführt.

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Naïssam Jalal  - Quest of the Invisible

Naïssam Jalal © Alexandre Lacombe Foto: Alexandre Lacombe
Mit einer persischen Flöte und ihrer bezaubernden Stimme begeistert Naïssam Jalal ihr Publikum.

In dieser sanften Musik spielt selbst der Rhythmus des Atems eine Rolle. Wenn das Trio von Naïssam Jalal seine meditativen Klänge aufführt, könnte man einer Stecknadel beim Fallen zuhören. Jalal, 1984 in Paris geboren, hat syrische Wurzeln. Sie studierte in Damaskus und Kairo und singt und spielt Querflöte sowie die persische Holzflöte Nay.

Eine wahre Kosmopolitin, die schon mit einer Brass Band durch Mali und mit einem Rapper durch Europa tourte. Von Coltrane inspiriert, beschäftigt sie sich seit Teenager-Jahren mit Improvisation, ebenso lange engagiert sie sich mit ihrer Musik politisch gegen Fremdenfeindlichkeit in Europa. Ihr Album "Quest of the Invisible" mit Claude Tchamitchian, einem Kontrabassisten mit armenischer Herkunft, und dem aus Brasilien stammenden Pianisten Leonardo Montana gewann 2019 den renommierten Preis "Victoires du jazz".

Naïssam Jalal hat sich einem flirrend eleganten, melancholischen und hypnotischen Jazz zwischen Orient und Okzident verschrieben, der zunehmend ein Publikum außerhalb Frankreichs begeistert.

Papanosh & André Minvielle: Prévert Parade - Hommage an Jacques Prévert

Dass der Standard "Autumn Leaves" auf dem französischen "Les feuilles mortes" basiert, muss man Jazzfans nicht erklären. Dass hinter dem Song ein Gedicht von Jacques Prévert steckt, ist hierzulande längst nicht jedem bekannt. In Frankreich hingegen wird der 1977 verstorbene Prévert zu den wichtigsten Lyrikern des 20. Jahrhunderts gezählt. Der Dichter und Drehbuchautor trieb sich zeitlebens mit Surrealisten und Anarchisten herum - sein Werk ist also geradezu prädestiniert, um von Papanosh interpretiert zu werden.

Das Quintett aus Rouen in der Normandie steht für eine imaginierte französische Folklore, die nahtlos in Jazz übergeht. Grenzenlose Experimentierlust und Freude am Komischen bis Absurden; mal schwermütig wie eine Beerdigungs-Combo aus New Orleans, mal lebhaft wie eine Zirkusband. Bei ihrer schillernden "Prévert Parade" begleiten sie den "troubadour vocalchimiste" André Minvielle, einen Perkussionisten und Sänger aus der Gascogne, der sich früh ein Vorbild an Al Jarreau nahm. Brillante Unterhaltung, die auch ohne Französischkenntnisse bestens funktioniert.

Orchester und Vokalensemble