Kammerkonzert in der Elphi: "Black Angels"

Sie wagen es, Gott und Satan in Crumbs "Black Angels" aufeinander treffen zu lassen: Die Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters Julius Beck (o.l.), Sono Tokuda (o.r.), Fabian Diederichs (u.l.) und Jan Larsen.

Streichquartett einmal anders: Sono Tokuda, Julius Beck, Jan Larsen und Fabian Diederichs spielten Werke von Henry Purcell, John Cage und George Crumb im Kleinen Saal der Elbphilharmonie Hamburg.

Di, 22.01.2019 | 19.30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Kleiner Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Sono Tokuda Violine
Julius Beck Violine
Jan Larsen Viola
Fabian Diederichs Violoncello

HENRY PURCELL
Pavane and Chaconne in g-Moll
JOHN CAGE
String Quartet in Four Parts
GEORGE CRUMB
Black Angels
for electric string quartet

In meinen Kalender eintragen

Nicht von dieser Welt

Bild vergrößern
Der Komponist und Maler John Cage (1912-1992) - im Kammerkonzert erklingt sein String Quartet.

Wie klingt Stille? In "4’33" ließ John Cage die Musik schweigen. Etliche Jahre später überlegte er, wie er Stille zwar einbeziehen kann - aber ohne sie zu verwenden. Sein String Quartet hat einen vibratofreien Klang, der nicht von dieser Welt zu sein scheint. Im Sinne fernöstlicher Philosophie soll er "den Geist klären und beruhigen, um ihn für göttliche Wirkung empfänglich zu machen".

Gott und Satan

Vielleicht wollen die vier Streicher des NDR Elbphilharmonie Orchesters genau diese Aussage auf die Probe stellen? In George Crumbs anschließendem "Black Angels" treffen nämlich Gott und Satan aufeinander: Klangintensiv werden die Extreme der Register ausgereizt, und im Zusammenspiel mit Kristallgläsern und unkonventionellen Instrumenten schimmert die Illusion einer höheren Macht auf.