"Dream of the Song"

Bereits im Alter von neun Jahren begann das musikalische Wunderkind George Benjamin mit eigenen Kompositionsversuchen.

"Man verbeugt sich vor solch einem großen Musiker", schrieb die Zeitung "Le Figaro" über ihn: Sir George Benjamin. In der Stadt Hamburg stand der britische Komponist im Fokus der Saison 2018/2019. Das Konzert des NDR Elbphilharmonie Orchesters wra eines von mehreren, die er gestaltete und leitete, mit eigenen Werken und fremden. An seiner Seite kein Geringerer als der wunderbare Countertenor Bejun Mehta.

Fr, 29.03.2019 | 20 Uhr
Sa, 30.03.2019 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen mit Harald Hodeige jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn.

Sir George Benjamin Dirigent
Bejun Mehta Countertenor
NDR Chor
NDR Elbphilharmonie Orchester

IGOR STRAWINSKY
Symphonies d'instruments à vent
(Bläsersinfonien)
CLAUDE DEBUSSY
Trois Nocturnes
SIR GEORGE BENJAMIN
Dream of the Song
für Countertenor, Frauenchor und Orchester
ALEXANDER SKRJABIN
La poème de l'extase

Das Konzert am 29. März ist live zu hören auf NDR Kultur.

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Sonnenlicht auf Wasser

Benjamins "Dream of the Song", 2015 uraufgeführt, ist ein Gesamtkunstwerk, dessen Musik filigran und gleichzeitig dicht ist - wie das Spiel von Sonnenlicht auf Wasser, unter dem manchmal Fische vorbeihuschen.

Als Textgrundlage wählte der Komponist hebräische Poesie des 11. Jahrhunderts sowie Gedichte von Federico García Lorca.

Impressionistische Farben

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"Bejun Mehta ist derzeit wohl tatsächlich der beste Countertenor der Welt", schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

Allen Werken des Programms ist gemein, dass sie auf ein anderes Kunstwerk oder einen Künstler Bezug nehmen. Benjamin schrieb sein Werk für die Stimme des Countertenors Bejun Mehta.

Debussy ließ sich für seine "Nocturnes" von impressionistischen Gemälden inspirieren und versuchte, wie in den Studien eines Malers, eine einzige Farbe in verschiedenen Besetzungen wiederzugeben.

Strawinsky wiederum komponierte seine Bläsersinfonien zu Ehren des verstorbenen Debussy. Ob der glücklich über die Ehrung gewesen wäre? Strawinsky selbst bezweifelte es: Ihr Stil sei so verschieden, dass Debussy wohl fassungslos gewesen wäre, hätte er die Musik jemals gehört.

"La Poème de l'extase": Kokain und Regenbogen

Bei Skrjabin schließlich musste ein selbstgeschriebenes, an Nietzsche orientiertes Gedicht herhalten. Während der Dirigent bei der Uraufführung vor der polyrhythmischen, komplexen Partitur kapitulierte, schwärmte der Autor Henry Miller über "La Poème de l'extase": "Es war wie ein Eisbad, Kokain und Regenbogen!"