Stand: 26.06.2020 16:44 Uhr

Radiokonzert: Kammermusik von Walckiers bis Ravel

Neben dem Trio Cardinet und dem fabergé-quintett sind fünf Bläser des NDR Elbphilharmonie Orchesters (im Bild) mit einem Werk von Paul Taffanel zu hören.

In einem Radio-Kammerkonzert trafen sich die Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Mai erstmals nach der Corona-Zwangspause wieder zum gemeinsamen Musizieren. Jetzt, einige Wochen und "auf Abstand" gespielte Sinfoniekonzerte später, gab es eine zweite Auflage: Musikerinnen und Musiker des NDR Elbphilharmonie Orchesters spielten erneut in Kammermusikformationen im Rolf-Liebermann-Studio.

Kammerkonzert zum Nachhören

Gespielt wurde noch immer ohne Publikum, dafür war das Konzert im Radio sowie Online und in der NDR EO App im NDR Kultur Radiostream mitzuerleben und steht jetzt als Audio-on-Demand zum Nachhören zur Verfügung.

Anaëlle Tourret, Harfenistin des NDR Elbphilharmonie Orchesters © NDR, Julia Knop Foto: Julia Knop

Kammermusik von Walckiers bis Ravel

NDR Kultur - NDR Elbphilharmonie Orchester -

Musikerinnen und Musiker des Elbphilharmonie Orchester kommen zum zweiten Mal seit der Corona-Zwangspause zusammen, um Kammermusik im Rolf-Liebermann-Studio zu spielen.

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Fr, 03.07.2020 | 20 Uhr
Radiokonzert aus dem Rolf-Liebermann-Studio des NDR - live auf NDR Kultur und in der NDR EO App

Trio Cardinet:
Wolfgang Ritter Flöte
Jan Larsen Viola
Anaelle Tourret Harfe

MAURICE RAVEL
Sonatine pour piano
(Bearbeitung für Flöte, Viola und Harfe von Carlos Salzedo)
CLAUDE DEBUSSY                                                                                 
Sonate für Flöte, Viola und Harfe

fabergé-quintett:
Rodrigo Reichel Violine
Silvia Offen Violine
Torsten Frank Viola
Sven Forsberg Violoncello
Peter Schmidt Kontrabass

EUGÈNE WALCKIERS
Streichquintett Nr. 2 in c-Moll, op. 94 (1857)

Jürgen Franz Flöte
Beate Aanderud Oboe
Christian Seybold Klarinette
David Spranger Fagott
Claudia Strenkert Horn

PAUL TAFFANEL
Bläserquintett g-moll

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Debussy trifft auf Ravel

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Claude Debussy in einer Aufnahme von 1908.

"Musicien français" schrieb Claude Debussy stolz neben seinen Namen auf dem Titel der Sonate für Flöte, Viola und Harfe. Mit einem Zyklus aus sechs Sonaten plante er im Jahr 1915 nicht nur seiner Nation, sondern auch dem reichen Erbe des französischen Barock ein Denkmal zu setzen. Er schaffte nur drei dieser Werke zu vollenden - die reizvoll besetzte Sonate mit der in der Kammermusik erstaunlich selten verwendeten Harfe war aber zum Glück darunter. Das aus Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie Orchesters gebildete Trio Cardinet verknüpfte diese vielleicht beste Debussy-Komposition mit einem Arrangement von Maurice Ravels träumerisch-schöner Klavier-Sonatine.

Unbekanntes Terrain neu vermessen

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Das fabergé-quintett spielt ein seltens Kleinod von Eugène Walckiers.

Eher unbekanntes französisches Terrain eroberten daraufhin die Musiker des preisgekrönten fabergé-quintetts: Eugène Walckiers ist heute vermutlich nur noch eingefleischten Flötisten ein Begriff. Er war in Paris Schüler des Beethoven-Freundes Anton Reicha und schrieb zahlreiche Kammermusikwerke für diverse Besetzungen auch ohne Flöte, so etwa das Streichquintett op. 94.

Eine Generation später zog Paul Taffanel die Blicke der französischen Flötenszene auf sich: Der Professor am Pariser Conservatoire, eine echte Koryphäe auf seinem Gebiet, beteiligte sich 1876 an einem Wettbewerb für Bläserquintette. Mit seinem inspirierten und perfekt zwischen den Instrumenten ausbalancierten g-Moll-Werk setzte er sich gegen 13 andere Bewerber durch.