Ensemblebild: Das Noah Quartett mit Alexandra Psareva, Erik Wenbo Xu, Bettina Barbara Bertsch und Michael Stürzinger (v.l.n.r.) © Yihua Jin-Mengel

Live im Radio: Kammermusik von Beethoven, Dvořák, Schulhoff

Stand: 13.11.2020 16:43 Uhr

Musiker*innen des NDR Elbphilharmonie Orchesters spielen in verschiedenen Formationen ein Kammerkonzert fürs Radio - live aus dem Rolf-Liebermann-Studio in Hamburg.

Auch die Kammerkonzertreihe des NDR Elbphilharmonie Orchesters ist diese Saison von den Corona-bedingten Konzertabsagen betroffen: Seit dem Livestream- und Radiokonzert im Mai dieses Jahres hat sich kein Kammermusikensemble aus den Reihen des Orchesters mehr präsentieren können. Das ändert sich nun durch ein exklusiv für die Hörer*innen von NDR Kultur gespieltes Konzert: Am 20. November interpretieren Mitglieder des NDR Elbphilharmonie Orchesters im Hamburger Rolf-Liebermann-Studio Werke von Beethoven, Dvořák und Schulhoff.

Im Radiostream

Das Konzert ist ab 20 Uhr live hier, auf NDR Kultur sowie in der NDR EO App zu hören.

Fr, 20.11.2020 | 20 Uhr
Radiokonzert aus dem Rolf-Liebermann-Studio des NDR - live auf NDR Kultur und in der NDR EO App

Barbara Gruszczynska Violine
Christopher Franzius Violoncello
Per Rundberg Klavier

LUDWIG VAN BEETHOVEN
Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 5
ANTONÍN DVOŘÁK
Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 90 "Dumky-Trio"

Noah Quartett:
Alexandra Psareva Violine
Michael Stürzinger Violine
Erik Wenbo Xu Viola
Bettina Bertsch Violoncello

ERWIN SCHULHOFF
Fünf Stücke für Streichquartett

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Beethovens Cellosonate Nr. 2

Den vielfältigen Programm-Reigen eröffnet der Erste Solo-Cellist Christopher Franzius gemeinsam mit dem international gefragten schwedischen Pianisten Per Rundberg mit einem letzten Beitrag zum Beethovenjahr 2020: Es erklingt die Cellosonate op. 5 Nr. 2, die Beethoven unter dem Eindruck der herausragenden Cellokunst am Hofe des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm II. schrieb.

Christopher Franzius, 1. Solo-Cellist des NDR Elbphilharmonie Orchesters © NDR, Julia Knop Foto: Julia Knop
Christopher Franzius, 1. Solo-Cellist des NDR Elbphilharmonie Orchesters spielt Ludwig van Beethovens Sonate für Violoncello und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 5.

Selbst Cellist, hatte der König mit den Gebrüdern Duport damals zwei der größten Virtuosen auf diesem Instrument engagiert. Bei einem Besuch in Berlin erkannte der 25-jährige Beethoven sofort das Potenzial, das in dem kammermusikalisch bisher unterbelichteten großen Bruder der Violine schlummerte - und schrieb kurzerhand die ersten "echten", meint: paritätisch konzipierten Cellosonaten der Musikgeschichte!

Sechs ukrainische Tänze namens "Dumka"

Gemeinsam mit der Kollegin Barbara Gruszczynska aus den 1. Violinen wird aus dem Duo anschließend ein Klaviertrio. Auf den Notenpulten liegt dann Antonín Dvořáks letztes und bekanntestes Werk für diese Besetzung. Der Name des 1891 komponierten "Dumky"-Trios macht bereits auf seine besondere Form aufmerksam: Kein gewohntes Sonaten-Allegro oder Rondo-Finale findet sich in diesem Werk, stattdessen reihte Dvořák sechs ursprünglich ukrainische Tänze namens "Dumka" aneinander.

Deren charakteristisches Merkmal ist der musikalisch überaus attraktive Wechsel zwischen langsamen und schnellen Abschnitten, zwischen melancholischem und ausgelassenem Temperament.

Schulhoff gespielt vom Noah Quartett

Das Noah Quartett (Ensemblebild): Alexandra Psareva, Michael Stürzinger, Erik Wenbo Xu und Bettina Barbara Bertsch (v.l.n.r.) © Gela Megrelidze
Das Noah Quartett besteht aus den Mitgliedern Alexandra Psareva, Michael Stürzinger, Erik Wenbo Xu und Bettina Barbara Bertsch (v.l.n.r.) des NDR Elbphilharmonie Orchesters.

Den Schlusspunkt im Programm setzt das aus Mitgliedern des NDR Elbphilharmonie Orchesters gebildete Noah Quartett mit einem Werk des noch immer viel zu selten gespielten Komponisten Erwin Schulhoff. Wie Dvořák war Schulhoff Tscheche, lebte aber tragischerweise zur falschen Zeit am falschen Ort.

Nachdem die Nationalsozialisten das östliche Nachbarland okkupiert hatten, wurde seine Musik als "entartet" stigmatisiert; 1941 wurde Schulhoff in einem bayerischen KZ interniert, wo er ein Jahr später starb.

Seine "Fünf Stücke für Streichquartett" entstanden 1924 lange vor dieser düsteren Zeit und atmen den Geist der Goldenen Zwanzigerjahre: Kurz und witzig, packend und frech, virtuos und ironisch, sind diese Stücke ein Fest für jeden Kammermusikfreund!

Weitere Informationen
Rolf-Liebermann-Studio: Sende- und Konzertsaal des NDR. © NDR Foto: Gitta Mundry

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