Schostakowitsch 11 & Poulenc

Der Dirigent Jukka-Pekka Saraste im Porträt. © NDR Foto: Felix Broede
Im finnischen Heinola geboren, begann Jukka-Pekka Saraste seine Karriere als Geiger, bevor er an der Sibelius-Akademie Helsinki bei Jorma Panula Dirigieren studierte.

Der Finne Jukka-Pekka Saraste kommt mit zwei grundverschiedenen Werken des 20. Jahrhunderts in die Elbphilharmonie: Schostakowitschs Sinfonie Nr. 11 und Poulencs Konzert für zwei Klavier. Als Solisten am Klavier debütiert das Brüderpaar Lucas und Arthur Jussen beim NDR Elbphilharmonie Orchester.

Do, 07.01.2021 | 20 Uhr
So, 10.01.2021 | 11 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils eine Stunde vor Konzertbeginn im Großen Saal

Jukka-Pekka Saraste Dirigent
Lucas & Arthur Jussen Klavier
NDR Elbphilharmonie Orchester

FRANCIS POULENC
Konzert für zwei Klaviere d-Moll
DMITRIJ SCHOSTAKOWITSCH
Sinfonie Nr. 11 g-Moll op. 103 "Das Jahr 1905"

Karten können ab sofort bestellt werden, die Bezahlung erfolgt sechs Wochen vor dem Konzert (weitere Informationen hier).

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Dmitrij Schostakowitsch war ein Meister des Versteckspiels. Immer wieder hat er verschlüsselte Botschaften in seine Werke eingeschmuggelt - wahrscheinlich auch in seine Elfte Sinfonie. Auf den ersten Blick scheint ihr Inhalt klar: Unter dem Titel "Das Jahr 1905" schildert sie das Geschehen der damaligen Revolution in einer plastischen Klangsprache.

Sinfonie mit doppeltem Boden

Der Spannungsbogen Schostakowitschs Elfter führt von der beklemmenden Atmosphäre vor dem Zarenpalast über das grausame Gemetzel des "Blutsonntags" bis zur Totenklage und dem Blick in die Zukunft. Die Uraufführung des Stücks im Jahr 1957 beschert dem Komponisten einen umjubelten Erfolg; er wird mit staatlichen Preisen überhäuft. So klingt der Sozialistische Realismus. Eine Musik ganz nach dem Geschmack der sowjetischen Kulturpolitik.

Aber ist das auch die ganze Wahrheit? Oder hat Schostakowitsch vielleicht auch hier wieder einen doppelten Boden eingezogen? Es liegt zumindest nahe, dass der Komponist mit dem historischen Sujet auch auf die Gegenwart verweist. Unter der Führung von Chruschtschow erlebte die poststalinistische Sowjetunion zwar eine Periode des "Tauwetters" - doch auf den Aufstand der Ungarn im Jahr 1956 reagierte er mit derselben Härte wie sein Vorgänger. Gut möglich, dass diese Brutalität auch in den Klängen der Sinfonie widerhallt.

Die Pianisten Arthur und Lucas Jussen © Marco Borggreve Foto: Marco Borggreve
Lucas und Arthur Jussen, geboren im niederländischen Hilversum, sind Brüder, die seit früher Kindheit als Pianoduo auftreten.
Konzert für zwei Pianisten: Lucas & Arthur Jussen

Vor dem orchestralen Schwergewicht dirigiert Jukka-Pekka Saraste ein Werk, das eine ganz andere Facette des 20. Jahrhunderts zeigt: In seinem Konzert für zwei Klaviere - gespielt von Lucas und Arthur Jussen - mischt Francis Poulenc Einflüsse aus Varieté, Jazz, Romantik und balinesischer Musik zu einem bunten Stilmix.

weiterer Konzerttermin
Die Brüder Lucas und Arthur Jussen posieren hinter einem Flügel. © Marco Borggreve Foto: Marco Borggreve

Schostakowitsch und Poulenc in Lübeck

Jukka-Pekka Saraste dirigiert Schostakowitschs berühmte Sinfonie Nr. 11 in der Musik- und Kongresshalle Lübeck. Das Brüderpaar Lucas und Arthur Jussen spielt Poulencs Konzert für zwei Klavier. mehr

Orchester und Chor