Der schwedische Trompeter Håkan Hardenberger. © Marco Borggreve Foto: Marco Borggreve

Carlos Miguel Prieto & Håkan Hardenberger

Mit Carlos Miguel Prieto am Pult und Weltklasse-Trompeter Håkan Hardenberger als Solist spielte das NDR Elbphilharmonie Orchester 66 Jahre nach seiner Uraufführung erneut Zimmermanns Trompetekonzert.

Bernd Alois Zimmermanns Trompetenkonzert "Nobody knows de trouble I see" wurde im Programm flankiert von Werken Manuel de Fallas und Alberto Ginasteras mit reichlich spanisch-argentinischem Lokalkolorit.

Do, 10.06.2021 | 20 Uhr
Fr, 11.06.2021 | 18.30 Uhr
Fr, 11.06.2021 | 21 Uhr
So, 13.06.2021 | 16 Uhr
So, 13.06.2021 | 18.30 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Achtung: Die Einführungsveranstaltungen im Großen Saal können aktuell noch nicht wieder stattfinden!

Carlos Miguel Prieto Dirigent
Håkan Hardenberger Trompete
NDR Elbphilharmonie Orchester

MANUEL DE FALLA
Suite aus "El amor brujo"
BERND ALOIS ZIMMERMANN
Nobody knows de trouble I see
für Trompete und Orchester
ALBERTO GINASTERA
Variaciones Concertantes op. 23

Radiotipp:
Das Konzert am Freitagabend wird live im Radio auf NDR Kultur übertragen.

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Zeichen für Toleranz

Im Jahr 1955 spielte das NDR Elbphilharmonie Orchester (damals noch "Sinfonieorchester des NWDR") die Uraufführung eines neuen Trompetenkonzerts von Bernd Alois Zimmermann, das bald zu den populärsten Werken des deutschen Komponisten werden sollte. Der Partitur liegt das Spiritual "Nobody knows de trouble I see" zugrunde, womit Zimmermann nicht nur den musikalischen Schulterschluss zwischen Klassik und Jazz vollzog, sondern sich auch mit "der ganzen dumpfen und hoffnungslosen Trauer" der unterdrückten schwarzen Bevölkerung in den USA solidarisierte. "Black Lives Matter" - ein musikalisches Zeichen für Empathie und Toleranz, das heute so wichtig wie damals ist.

Von Andalusien nach Argentinien

66 Jahre nach der Hamburger Weltpremiere dieses Klassikers der Moderne greift Star-Trompeter Håkan Hardenberger zum Instrument. Am Pult steht der charismatische Mexikaner Carlos Miguel Prieto. Er rahmt Zimmermanns musikalischen Blick über den Atlantik mit Werken aus den beiden historisch eng verbundenen Ländern Spanien und Argentinien.

Mit dem Ballett "El amor brujo" ("Der Liebeszauber") schuf der in Cádiz geborene Komponist Manuel de Falla ein klingendes Porträt seiner andalusischen Heimat - Flamenco-Rhythmen, volkstümliche Gesänge der "spanischen Roma" sowie einen fesselnden "Feuertanz" inklusive.

Ganz ohne Folklore wollte wiederum Alberto Ginastera auskommen, als er mit seinen "Variaciones Concertantes" ein Stück von "subjektivem argentinischen Charakter" schrieb. In mehreren Variationen über ein eigenes Thema behandelt er dabei die Orchestermusiker wie Solisten und lässt das Stück mit einem stampfenden Tanz der argentinischen Cowboys ausklingen.

Orchester und Vokalensemble