VIDEO: Marek Janowski über Richard Wagner (4 Min)

Live im Radio: Janowski dirigiert Brahms, Mozart & Wagner

Stand: 13.11.2020 22:00 Uhr

Ohne Publikum im Saal, dafür für alle auf NDR Kultur: Marek Janowski und das NDR Elbphilharmonie Orchester spielten Werke von Brahms, Mozart und Wagner - aus der Elphi direkt ins Radio.

Die Veranstaltungen können aufgrund der aktuellen Beschlüsse zur Bekämpfung der Corona-Pandemie leider nicht wie geplant stattfinden. Das heutige Konzert wurde ohne Publikum gespielt und ab 20 Uhr live auf NDR Kultur, hier und in der NDR EO App übertragen.

In Kürze finden Sie den Audiomitschnitt hier zum Nachhören.

Zur Rückerstattung der Ticketpreise

Details zur Rückerstattung der Ticketpreise finden Sie auf folgender Seite unseres Vertriebspartners, der Elbphilharmonie und Laeiszhalle Betriebsgesellschaft: Informationen zur Rückerstattung abgesagter Veranstaltungen.

ABGESAGT - Do, 12.11.2020 | 18.30 Uhr
ABGESAGT - Do, 12.11.2020 | 21 Uhr
ABGESAGT - Fr, 13.11.2020 | 18.30 Uhr
LIVE AUF NDR KULTUR - Fr, 13.11.2020 | 20 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Marek Janowski Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

RICHARD WAGNER
Siegfried-Idyll
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201
JOHANNES BRAHMS
Serenade Nr. 2 A-Dur op.16

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Wagner, Brahms und Mozart statt Bruckners "sinfonischer Riesenschlange"

Im zweiten Konzert-Lockdown seit Beginn der Corona-Pandemie kehrt das NDR Elbphilharmonie Orchester notgedrungen wieder zu jenem Spielmodus zurück, der schon im Frühjahr galt: Die ursprünglich geplanten Konzerte in der Elbphilharmonie werden - mit verändertem Programm - ohne Publikum, dafür live im Radio gespielt.

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Der Dirigent Marek Janowski mit erhobenem Taktstock von der Seite © picture alliance/dpa-Zentralbild Foto: Matthias Rietschel

Janowski mit Brahms und Mozart live aus der Elbphilharmonie

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Für Monumentalität im Konzertsaal ist in Zeiten der Corona-Pandemie dennoch auch ohne Publikum kein Platz. Der vorherrschende Trend des von vielen Klassik-Fans so geliebten späten 19. Jahrhunderts, dem die Komponisten mit ihren immer größeren, längeren und lauteren Werken unterlagen, passt einfach nicht mit den aktuellen Abstandsregeln zusammen.

Maestro Marek Janowski, eine internationale Koryphäe für das deutsche romantische Orchesterrepertoire, hatte für seine Rückkehr zum NDR Elbphilharmonie Orchester eigentlich Anton Bruckners Fünfte Sinfonie aufs Programm gesetzt. Aber auf solche "sinfonischen Riesenschlangen", wie der missgünstige Kollege Brahms sie nannte, muss man eben vorerst verzichten.

Preziosen mit Maß

Normalerweise ist auch Bruckners Kollege Richard Wagner nun nicht gerade für seine Zurückhaltung bekannt. Ein einziges bedeutendes Stück aber gibt es, in dem sich der große Musikdramatiker einmal auf das Feld der Kammermusik wagte. Die ursprüngliche Besetzung des "Siegfried-Idylls" aus dem Jahr 1870 musste schließlich auf der Treppe zu seiner Villa  Platz finden, wo das Werk als Geburtstagsständchen für Wagners Frau Cosima erstmals erklang.

Mit dem Titel des später für größeres Kammerorchester bearbeiteten "Siegfried-Idylls" erinnerte der Komponist dabei nicht nur an seinen im Vorjahr geborenen Sohn Siegfried, sondern auch an den „ganz zufällig“ gleichnamigen Titelhelden seiner Oper "Siegfried", der er die Themen des sinfonischen 20-Minuten-Stücks entnahm…

"Siegfried-Idyll" von Richard Wagner

Mit dem "Siegfried-Idyll" begab sich Wagner untypischerweise zugleich auf das Feld "absoluter" Instrumentalmusik, die eigentlich die Domäne seines großen zeitgenössischen Antipoden Johannes Brahms war. Damit die beiden erbitterten Feinde im Konzertprogramm nicht unmittelbar aufeinandertreffen, hat Marek Janowski vorsichtshalber die "Schutzzone" Mozart dazwischen eingeschoben.

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Screenshot: Marek Janowski im Gespräch mit Amanda Kleinbart. © NDR
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Wolfang Amadeus Mozarts Sinfonie A-Dur KV 201

Die wunderbare A-Dur-Sinfonie KV 201 - eine der bedeutendsten Kompositionen aus Mozarts frühen Salzburger Jahren - stellt dabei außerdem nicht ganz zufällig die Verbindung zum letzten Stück des Abends her: Vorbild für Brahms' viel zu selten zu hörende Serenade Nr. 2 A-Dur waren die Bläserserenaden von Wolfgang Amadeus Mozart. Die kammermusikalische Besetzung des 1860 in Hamburg uraufgeführten Werks ist daher stark von den Bläsern dominiert und verzichtet gleich ganz auf die Violinen. Der harmlose Titel "Serenade" war dabei für Brahms zudem noch ein willkommener Tarnmantel, um sich ganz ungeniert auf die Komposition einer ersten großen Sinfonie vorzubereiten.

Orchester und Chor