Abgesagt: Gilbert mit Mahler 9 in Lübeck

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Stuhlreihen im Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg © Elbphilharmonie /Presse Foto: Michael Zapf

Veranstaltungen der NDR Ensembles abgesagt

Nach aktuellem Stand sind vorerst alle Konzerte der NDR Ensembles in Hamburg bis zum 30. Juni abgesagt. Für Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gelten andere Regelungen. mehr

Hinweis für Einzelkartenkäufer:

Einzelkartenkäufer setzen sich bitte direkt mit der Vorverkaufsstelle in Verbindung, wo die Karten erworben wurden.

Fr, 01.05.2020 | 19.30 Uhr
Lübeck, Musik- und Kongresshalle (Willy-Brandt-Allee 10)

Einführungsveranstaltung um 18.30 Uhr

Alan Gilbert Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

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Dirigent Alan Gilbert im Porträt © NDR Foto: Peter Hundert
Alan Gilbert wird international als Mahler-Interpret gerühmt und gefeiert.

Für Komponisten ist die Zahl Neun etwas Magisches: Beethoven schrieb neun Sinfonien, Dvořák ebenfalls, Bruckner konnte seine Neunte nicht mehr vollenden - in der Tat wirkt Mahlers Neunte und somit letzte vollendete Sinfonie wie ein Abschiedswerk. Ein Höhepunkt der Konzertsaison des NDR Elbphilharmonie Orchesters mit Alan Gilbert in der Lübecker MuK.

Mahlers letzte vollendete Sinfonie

Vielleicht hätte Gustav Mahler keine Zehnte Sinfonie mehr beginnen sollen. "Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe", glaubte Arnold Schönberg. Und in der Tat wirkt Mahlers letzte vollendete Sinfonie wie ein Abschiedswerk. Er schrieb sie in einer Phase voller Depressionen und Angstzuständen, sterbenskrank und angegriffen von privaten Verlusten.

"Ein Bild davon, was es heißt, Mensch zu sein"

Gustav Mahler (1860-1911) © Imago | picture-alliance Foto: Moriz Nähr
Gustav Mahler (1860-1911)

Die Uraufführung im Jahr 1912 sollte der Komponist nicht mehr erleben. Und dennoch zeugt die Musik nicht etwa von Schicksalsergebenheit. Im Gegenteil: Laut Alban Berg ist der erste Satz "das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat. Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehnsucht, im Frieden auf ihr zu leben, sie, die Natur, noch auszugenießen - bevor der Tod kommt."

Geradezu unfassbar viel Zeit nimmt sich Mahler denn auch, das Hauptmotiv des letzten Satzes in unendlicher Langsamkeit verstummen zu lassen. Ein einzigartiger, sprachlos machender Sinfonieschluss! Die Neunte als "Quintessenz aller Mahler-Sinfonien" sei eben schwer in Worte zu fassen, meint auch Alan Gilbert. Sie gebe "ein Bild davon, was es heißt, Mensch zu sein - in jeder Hinsicht".

Orchester und Chor