Stand: 13.03.2020 12:09 Uhr

Abgesagt: Gilbert dirigiert Mahlers Neunte

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Stuhlreihen im Großen Saal der Elbphilharmonie in Hamburg © Elbphilharmonie /Presse Foto: Michael Zapf

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Hamburg: Eine Frau hält ein Ticket für die Elbphilharmonie in der Hand. © dpa-Bildfunk Foto: Christian Charisius

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Für Komponisten ist die Zahl Neun etwas Magisches: Beethoven schrieb neun Sinfonien, Dvořák ebenfalls, Bruckner konnte seine Neunte nicht mehr vollenden - in der Tat wirkt Mahlers Neunte und somit letzte vollendete Sinfonie wie ein Abschiedswerk. Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg lässt der weltweit gefeierte Mahler-Dirigent Alan Gilbert mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester die Töne sprechen.

Internationales Musikfest Hamburg
Do, 30.04.2020 | 20 Uhr
So, 03.05.2020 | 11 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils eine Stunde vorher im Großen Saal

Alan Gilbert Dirigent
NDR Elbphilharmonie Orchester

GUSTAV MAHLER
Sinfonie Nr. 9 D-Dur

Radiotipp: Das Konzert am 3. Mai 2020 ist live zu hören auf NDR Kultur.

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Mahlers letzte vollendete Sinfonie

Vielleicht hätte Gustav Mahler keine Zehnte Sinfonie mehr beginnen sollen. "Es scheint, die Neunte ist eine Grenze. Wer darüber hinaus will, muss fort. Die eine Neunte geschrieben haben, standen dem Jenseits zu nahe", glaubte Arnold Schönberg. Und in der Tat wirkt Mahlers letzte vollendete Sinfonie wie ein Abschiedswerk. Er schrieb sie in einer Phase voller Depressionen und Angstzuständen, sterbenskrank und angegriffen von privaten Verlusten.

"Ein Bild davon, was es heißt, Mensch zu sein"

Gustav Mahler (1860-1911) © Imago | picture-alliance Foto: Moriz Nähr
Gustav Mahler (1860-1911)

Die Uraufführung im Jahr 1912 sollte der Komponist nicht mehr erleben. Und dennoch zeugt die Musik nicht etwa von Schicksalsergebenheit. Im Gegenteil: Laut Alban Berg ist der erste Satz "das Allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat. Es ist der Ausdruck einer unerhörten Liebe zu dieser Erde, die Sehnsucht, im Frieden auf ihr zu leben, sie, die Natur, noch auszugenießen – bevor der Tod kommt."

Geradezu unfassbar viel Zeit nimmt sich Mahler denn auch, das Hauptmotiv des letzten Satzes in unendlicher Langsamkeit verstummen zu lassen. Ein einzigartiger, sprachlos machender Sinfonieschluss! Die Neunte als "Quintessenz aller Mahler-Sinfonien" sei eben schwer in Worte zu fassen, meint auch Alan Gilbert. Sie gebe "ein Bild davon, was es heißt, Mensch zu sein - in jeder Hinsicht".

Orchester und Chor