Heras-Casado eröffnet Strawinsky-Festival

Der spanische Pultstar Pablo Heras-Casado eröffnet das Strawinsky-Festival in der Elbphilharmonie.

Zwei Stücke aus Strawinskys neoklassizistischer Werkphase eröffnen das Strawinsky-Festival - und eines der beiden spielte eine ganz besondere Rolle in der Zusammenarbeit Strawinskys mit dem NDR in den sechziger Jahren. Am Pult des NDR Elbphilharmonie Orchesters steht der Dirigent Pablo Heras-Casado. Außerdem dabei: Tenor Benjamin Bruns, Pauline Cheviller als "Perséphone" und der MDR-Rundfunkchor.

Samstag, 03.04.2021 | 19 Uhr
Montag, 05.04.2021 | 11 Uhr
Elbphilharmonie Hamburg, Großer Saal (Platz der Deutschen Einheit 1)

Einführungsveranstaltungen jeweils um 19 Uhr im Großen Saal

Pablo Heras-Casado Dirigent
Benjamin Bruns Tenor
Pauline Cheviller Sprecherin
MDR-Rundfunkchor

IGOR STRAWINSKY
· Apollon musagète - Ballett
· Perséphone - Melodram

Karten können ab sofort bestellt werden, die Bezahlung erfolgt sechs Wochen vor dem Konzert (weitere Informationen hier).

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Im Anschluss: Nachtstudio
NDR das neue werk

Strawinsky-Ballett im Nachtstudio

03.04.2021 21:30 Uhr
NDR das neue werk

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Strawinsky und "Apollon musagète" in Hamburg

"Apollon musagète", Strawinskys Ballettmusik von 1928, stand am Ende seiner Zusammenarbeit mit dem NDR, die sich über den Zeitraum von 1958 bis 1965 erstreckte. Rolf Liebermann hatte 1965 mit dem Uraufführungschoreographen von "Apollon", George Balanchine, vereinbart, das ganze Ballett in Hamburg neu fürs Fernsehen zu produzieren. Der 83-jährige Strawinsky selbst spielte also mit dem NDR Sinfonieorchester die Musik im Probensaal ein, und dieser Aufnahme wurde die berühmte Choreographie mit Balanchines New Yorker Tänzern (kurz darauf ebenfalls in Hamburg gefilmt) unter perfekten Studiobedingungen neu angepasst.

37 Jahre nach der Uraufführung kamen Musik und Tanz auf solche Weise noch einmal "wie aus erster Hand". Im September 1965 war dies das letzte Dirigat des Komponisten in Deutschland, wohin er seines fortschreitenden Alters wegen nie wieder zu Konzerten zurückkehren sollte. Schon im Jahr darauf mußte Strawinsky das Dirigieren völlig einstellen - seine NDR Aufnahme des "Apollon musagète", die mit dem Ballettfilm ebenfalls im Rahmen des Festivals zu hören ist, sprüht allerdings vor Frische, und ihre schnellen Tempi stellten die nach Hamburg eingeflogenen Tänzer vor einige Probleme.

"Perséphone" erstmals in der Elbphilharmonie

"Perséphone" ist ein großangelegtes, dreiteiliges Melodram für eine Schauspielerin (die titelgebende Hauptrolle), welche zur Musik ihre Verse nicht singt, sondern spricht, und dazu für Solo-Tenor, Orchester und Chor besetzt. Strawinsky schrieb das Stück für die große Tänzerin, Tragödin und Pantomimin Ida Rubinstein, deren Kompanie es im April 1934 an der Opéra Garnier in Paris uraufführte. Es gehört zu den seltener gespielten Werken des Komponisten, ist aber eines der kennzeichnenden und wichtigsten aus seiner neoklassizistischen Werkphase, die erst 1951 mit seiner Oper "The Rake's Progress" endete.

Weitere Informationen

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Dass das Stück nun als zweites Hauptwerk im Programm für das Eröffnungskonzert im Strawinsky-Festival ausgewählt wurde, geht darauf zurück, dass es eine Aufführung von "Perséphone" war, die in den späten 1950-Jahren den Beginn des sich über viele Jahre hinziehenden Strawinsky-Schwerpunkts in den Programmen des NDR markierte. Denn die Hamburger Erstaufführung von "Perséphone" in der Laeiszhalle war 1957 der musikalische Gruß des NDR zur Feier von Strawinskys 75. Geburtstag. Nur kurz darauf wurde dann vereinbart, Strawinsky auch erstmals als Dirigenten eigener Werke zum NDR Sinfonieorchester holen.

Die Aufführung unter Pablo Heras-Casado bringt das NDR Elbphilharmonie Orchester mit dem fulminanten Tenor Benjamin Bruns und mit Pauline Cheviller als "Perséphone" zusammen. Die junge französische Schauspielerin hat die Rolle bereits mehrfach erfolgreich verkörpert. Als Gastchor wird in den beiden Konzerten der MDR-Rundfunkchor auftreten, und für die Elbphilharmonie ist die NDR Aufführung des Stücks eine Premiere.